Hotel zur Einsamkeit - Erika Pluhar
Von
KrisNorden
13.09.2026, 14:33 – geändert 13.09.2026, 14:38
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Auf den Stühlen welken uns're Kleider
Und der Morgen, dieser Ehrabschneider,
Steht vor dem Fenster wie ein Baum
Und füllt mit Vogellärm den Raum
Die frischen Narben Deiner Haut
Sind Schatten, die die Sonne baut.
Du träumst Deinen Traum noch zu Ende - mir zittert schon die Hand
Oh wie Du lügst, wenn Du schläfst, Geliebter, Du mein Feind.
Hotel zur Einsamkeit, Zimmer mit Bad, Blick auf den Park
Und jede Nacht Herr Soundso, der seine Polonaise spielt
Hotel zur Einsamkeit, hier war es früher einmal schön
Ich hasse die Erinnerung und den Selbstbetrug.
Ein paar Mücken stoßen an die Decke
Plötzlich friert mich so, dass ich erschrecke
Die Worte möchte ich zurück,
Von gestern Abend, Stück für Stück,
Als ich Dich bat, nicht fortzugeh'n
Jetzt, jetzt schäme ich mich so für das Fleh'n.
Ich kann auch ohne Dich leben - ich weiß bloß noch nicht wie
Mit der Zeit wird es sich geben - glaub mir, Geliebter, mein Feind.
Hotel zur Einsamkeit, Zimmer mit Bad, Blick auf den Park
Und jede Nacht Herr Soundso, der seine Polonaise spielt
Hotel zur Einsamkeit, mein Gott, es ist wirklich wahr:
Es ist das letzte Atemholen vor der Gleichgültigkeit.
Die Komödie bricht hier ab
Die Helden bleiben beieinander
Und man applaudiert nicht, ein lächerliches Wunder,
So wie die Schauspieler nach Hause zurückkehren,
Obwohl sie eben gestorben sind
Ich bin Deine Gewohnheit.
Bald wirst Du meine Gewohnheit sein
Wenn ich die Koffer packe, wirst Du mir auftragen, auch Deine Hemden hineinzugeben
Es wird nie, nie, nie gelingen, dass wir uns auf einem Bahnsteig trennen,
Einfach in verschiedene Züge einsteigen - wir, wir sind erbärmlich,
Mein Geliebter, mein Feind.
Hotel zur Einsamkeit, Zimmer mit Bad, Blick auf den Park
Das ist doch alles nicht wahr, ich lieb' Dich doch! Was ist denn noch wahr?
Hotel zur Einsamkeit, Zimmer mit Bad, Blick auf den Park
Und jede Nacht Herr Soundso, der seine Polonaise spielt.
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- Live - 1976 schlechter Ton