Der Neugierige
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Feierabend-Mitglied
Montag 17.01.2022, 10:43 – geändert Montag 17.01.2022, 10:48
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(aus dem romantischen Zyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert)
Florian Prey
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Faszinierend wie sich die Stimmen von Vater und Sohn gleichen. Fast könnte man meinen dass Hermann Prey der Interpret ist.
Dass ein Genie wie Goethe kein Gespür für Schuberts Lieder hatte, ist nur schwer nachvollziehbar. Mit 19 Jahren, als unbekannter Hilfslehrer, wagte es Schubert, dem großen Dichter eine Sammlung seiner Versvertonungen zu schicken. Vielleicht erhoffte sich Schubert durch Goethes Unterstützung bekannt zu werden. Doch Schubert erhielt die Noten ohne jeden Kommentar zurück. Ob der Dichterfürst Kenntnis von den Liedern genommen hat, ist nicht überliefert. Bekannt ist jedoch, dass Goethe die Lieder von Carl Friedrich Zelter liebte und mit diesem in engerer Verbindung stand.
Ich frage keine Blume,
Ich frage keinen Stern,
Sie können mir alle nicht sagen,
Was ich erführ’ so gern.
Ich bin ja auch kein Gärtner,
Die Sterne stehn zu hoch;
Mein Bächlein will ich fragen,
Ob mich mein Herz belog.
O Bächlein meiner Liebe,
Wie bist du heut’ so stumm!
Will ja nur Eines wissen,
Ein Wörtchen um und um.
Ja, heisst das eine Wörtchen,
Das andre heisset Nein,
Die beiden Wörtchen schliessen
Die ganze Welt mir ein.
O Bächlein meiner Liebe,
Was bist du wunderlich!
Will’s ja nicht weiter sagen,
Sag’, Bächlein, liebt sie mich?