Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

2 3

Badeente!

Von tastifix Montag 30.08.2021, 15:35

Meine beiden Rüden hassten Wasser von oben wie die Pest und verdünnisierten sich im Düsenjägertempo, sobald auch nur die Andeutung eines Mikrotropfens auf sie zukam. Mein Großer landete bibbernd unterm Wohnzimmertisch, blieb dort für den Rest des Tages und sein kleinerer Freund verkroch sich unter Frauchens Bett. Quinny war ein extrem pfiffiges Kerlchen und hatte sich sehr zutreffend ausgerechnet, dass dorthin der böse Platschkerl nicht folgen würde. Tat der auch nicht und er durfte sich das Schlottern sparen.

Hundemädchen Feechen war aus einem völlig anderem Holz, so dass es mir fast angst und bange wurde, sobald irgendwo im Hause deutlich hörbar Wasser lief.Tröpfelte es auch noch so leise, sie merkte es und war sofort zur Stelle.
„Gut nur, dass die Badezimmer Türen haben und das Spülbecken für sie zu eng ist!“
Feechen ließ sich leider nicht täuschen. Ich hätte mich noch so sehr bemühen können, ihr vorzumachen, dass sie sich bestimmt verhört hätte und das Geräusch vielleicht von unserem Rasenmäher rührte. Wenn beleidigte Blicke ob jener Lüge hätten töten können … Wie ein geölter Blitz raste sie die Treppe hoch und hätte sich am liebsten durch die Tür durchgebissen. Allein die Tatsache, dass sie dann anschließend wahrscheinlich beim Tierarzt mit all dessen entsetzlichen Instrumenten gelandet wäre, ließ sie einhalten.

Dennoch gab sich meine Wasserratte nicht etwa geschlagen. Nein, sie heulte uns zur Strafe dafür, dass wir die bodenlose Unverschämtheit besessen hatten, das Badezimmer vor ihr zu sichern, in Stadtviertellautstärke beachtlich hartnäckig die Ohren voll.
„Wuwauwuuh, wauwauhuuh!"
„Das arme Tier braucht dringend Gesangsunterricht!", hielt ich mir die Ohren zu.
Dem armen Tier war dies total egal und es brüllte aus Leibeskräften weiter, was die Stimme hergab. Und die gab viel her, denn Fee war ein riesiger Schäferhund.

Mit Sorge dachte ich an ´Mittagsruhe`. Ich streifte die Heulboje mit einem misstrauischen Blick. Doch der kam zu spät. Feechens Lieblingsersatzschwester T. hatte das Gejammer ihrer Freundin nicht mehr ertragen und, weil sie in das jaulende Etwas schrecklich vernarrt war, die verbotene Tür zum nassen Paradies geöffnet. Ehe ich es verhindern konnte, flutschte Feechen hinein. Drinnen daraufhin vierfaches Gekicher meiner Töchter sowie dann begeistertes Hundejubeln und zusätzlich ein mir sehr wohl bekanntes Geräusch. Dieses hörte man in unserem Haus jeden Tag mindestens sechsmal. Es kam aus der Dusche, die meine Kinder zur Gaudi des Tieres auf volle Pulle gedreht hatten. Feechen drehte vor Freude fast durch, missachtete alle strengen Hundebenimmregeln und machte es sich in der Dusche gemütlich.
„Wau, weiter. Mehr, mehr!"

Inzwischen war Quinny aufgeregt hinzu geeilt. Er hätte niemals auch nur eine Pfote ins Nasse gesetzt. Aber aus Liebe zu seiner Freundin unterstütze er diese nun nach Kräften beim Bellen.
„Wiff, wuff, wuhuuf!"
„Immerhin hat er mehr Ahnung von niveauvollem Gesang als Feechen! - Tenor oder doch eher Bariton?“
Quinny konnte ich nicht danach fragen. Der war beschäftigt.

Irgendwann ließ selbst Feechens Kondition nach. Das Jubeln wurde leiser und leiser, das Poltern hinter der besagten Tür auch.
„Mama, ich glaub, Feechen ist k.o.!", eröffnete mir meine Älteste.
Grinsend spielte ich meinen Trumpf aus:
„Prima, Kinder. Dann trocknet sie fein wieder ab und das Badezimmer dürft ihr auch wienern!"
Lange Kindergesichter. Wie ich mir gerne einbildete, guckte Feechen gleichfalls zerknirscht.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Menschen Mit Hund > Forum > Badeente!