Weihnachten mal anders......
Von
Feierabend-Mitglied
Montag 17.12.2018, 14:20
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Feierabend-Mitglied
Montag 17.12.2018, 14:20
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
"Verfluchte Sch......" schrie Karlheinz bevor ihn eine gnädige Ohnmacht umfing. "Um Himmels Willen!" riefen seine Kameraden als sie die Bescherung sahen. Da lag er blutend im Schnee und das Motorad war auch nur noch ein einziger Schrotthaufen. Kurzentschlossen luden sie Karlheinz samt seiner Maschine auf ihren Jeep und ab ging es in den Sanbereich. Doch auch der Sani wurde nur kreidebleich und meinte: " Da können wir nichts machen - ab ins nächste Krankenhaus."
Und so landete Karlheinz in dem kleinen Kreiskrankenhaus einer kleinen Stadt. In einer mehrstündigen Op schraubten und nagelten die Ärzte Knochen und Gelenke so gut sie konnten wieder zusammen. Und als Karlheinz dann viele Stunden später wieder erwachte, merkte er an den Schmerzen, dass er wohl doch noch nicht im Himmel gelandet war.
So ein Mist, weit weg von Zuhause und das auch noch kurz vor Weihnachten. Aber seine Kameraden ließen ihn nicht im Stich, täglich kam Besuch und brachte Plätzchen, Bier und Zigaretten mit. Oft schimpfte die Schwester, das dies hier ein Krankenhaus sei und keine Bundeswehrkantine, aber die Jungs lachten nur und so drückte sie beide Augen zu - was hätte sie auch anders tun sollen angesichts des geballten männlichen Charmes?
Und so nahte der heilige Abend. Die Mitpatienten wurden nach Hause entlassen und so lag er schließlich ganz alleine im Krankenzimmer.
"Ach Schwester Rosi, ist denn wirklich sonst niemand mehr hier? Das ist ja stinklangweilig so ganz alleine." "Hmmmm, " meinte die Schwester nachdenklich. "Wir haben hier noch einen einsamen Patienten, er heißt Jan, ist 3 Jahre alt und das Jugendamt hat ihn heute morgen einliefern lassen." "Dann bringen sie ihn doch her, besser den Kleinen zur Gesellschaft, als hier mutterseelenallein Trübsal zu blasen."
Und so wurde der kleine Jan in seinem Gitterbettchen zu Karlheinz ins Zimmer geschoben. Irgendwoher organisierte die Schwester dann auch noch einen kleinen künstlichen Weihnachtsbaum und so konnten die beiden gemeinsam den Heiligen Abend verbringen. Mit Auto spielen und Geschichten erzählen vertrieben sie sich die Zeit - und Schwester Rosi lauschte an der Tür und strahlte wenn sie den kleinen Jan lachen hörte.
Als am 1. Weihnachtsfeiertag Karlheinz dann wieder Besuch bekam, staunte der nicht schlecht über den kleinen Zimmergenossen und so manch süßes Mitbringsel wurde für den Kleinen abgezweigt.
Und der kleine Jan? Also der hat in den 3 Tagen mehr Wörter gelernt als in den 3 Jahren seines vorherigen Lebens....
MD