Verstörendes Erlebnis
Von
Feierabend-Mitglied
Mittwoch 18.09.2019, 13:26
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Als ich heute mit der U-Bahn nach Hause fuhr hatte ich ein verstörendes Erlebnis. Mir gegenüber saß ein Mann mir einem etwa 6 jährigem Mädchen auf dem Schoß. Das Kind war geistig behindert, es gab unartikulierte Laute von sich und hatte nur ein Auge, das sich seitlich am Kopf befand. Das Mädchen drehte immer den Kopf, so dass sie die Menschen ansehen konnte.
Dann fiel ihr Blick auf mich, ich lächelte sie an, sie rutschte von dem Schoß und sprang auf mich zu.
Sie streckte die Arme aus und schrie MAMA, MAMA. Sie wollte auf meinen Schoß und ich nahm sie hoch. Sie klammerte sich sehr fest an mich und hörte nicht auf, Mama zu schreien, während ihr ganzer Körper vibrierte. Ich legte ganz sanft meine Arme um sie. Der Vater, ich vermute, es war der Vater, stand auf und wollte sie mir abnehmen, aber die Kleine schrie und hielt sich mit erstaunlicher Kraft fest, während sie mit dem einen Auge immer den Blick auf mich hielt und schrie.
Schließlich löste der Vater etwas gewaltsam das Kind von mir, nahm dieses mamaschreiende und um sich schlagende Mädchen auf den Arm und stieg aus. Sie streckte noch die Arme nach mir aus und schrie herzzerreißend MAMA, die Türen gingen zu, der Zug fuhr ab.
Ich hörte dieses Schreien noch, als die Bahn in den Tunnel fuhr und noch jetzt höre ich es ganz tief in mir.
Noch nie habe ich einen so verzweifelten und existenziellen Schrei gehört und ich werde ihn nicht los. Es ist, als ob der Schrei aus mir selbst kommt, aufsteigt aus meiner Kindheit, den ich als Kind nie geschriehen habe.....ich bin jetzt sehr durcheinander....