Spätstück
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Feierabend-Mitglied
Freitag 25.10.2019, 08:38
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Manchmal sitze ich erst um 10:30 Uhr noch im Schlafanzug beim Frühstück und lese ausgiebig die Zeitung. Wenn es dann klingelt zucke ich jedesmal zusammen und denke, was für ein Lotterleben führe ich. Darum habe ich ein Gedicht geschrieben, um diese Peinlichkeit endlich abzulegen.
Die Peinlichkeit am Frühstückstisch
Am Frühstückstisch die Peinlichkeit
ist ein Relikt aus alter Zeit
nur ein Phantom, das uns die Welt
ganz ungefragt an unsern Tisch gestellt.
Es gab 'ne Zeit, da war es wichtig,
wir standen auf, wir waren tüchtig,
um unser'n Kindern ein Beispiel zu geben
denn gute Beispiele braucht man für's Leben.
Früh aufsteh'n war Notwendigkeit,
doch heute ist 'ne and're Zeit....
nun leben wir ja ganz allein
und können gut zu uns jetzt sein
Wir leben unser'n Rhythmus pur
und niemand quakt: Was machst du nur?
Verantwortlich nur dem Gewissen
das wir von altem Schrott erlösen müssen!
Wer hat zu sagen, was man muss,
es engt uns ein und bringt Verdruss.
Die Freiheit leben heißt für mich,
den Rhythmus, den bestimme ich,
Lass los den ungebet'nen Gast
an dem du keine Freude hast
und lade dir die Freiheit ein
beim Spätstück nun dein Gast zu sein.
Die Scham und auch die Peinlichkeit,
sie sind bis heute nicht bereit
sich unser Zeit nun anzupassen,
drum werde ich sie einfach lassen.
Ich will sie beide nicht mehr hier,
beim Spätstück bleib'n sie vor der Tür.