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Mit meinen Zwergen im Spreewald

Von Feierabend-Mitglied Montag 23.09.2019, 17:52

Es stand mal wieder eine größere Aktion mit meinen Zwergen an und in 6 Wochen gingen 7 Kinder in die Schule. Ich wollte noch ein bleibendes Abschlußerlebnis organisieren, das außerhalb unseres Alltagsgeschehens lag.

Eine Tour mit dem Regionalzug in den Spreewald nach Lübbenau bot sich an, das kostete allerdings einiges an Vorbereitung, ein Elternabend wurde einberufen. Was ich geplant hatte sollte eine Überraschung werden und so gab ich das Programm nicht bekannt. Ich bat nur darum, den Kindern einen kleinen Rucksack mitzugeben mit Proviant und Obst, für alle Fälle Regenkleidung und einen Hut gegen die Sonne. Eine Notfalltasche mit allem, was da hinein gehörte war im Kindergarten immer vorhanden.
Alle Eltern hatten Schlüssel und ich bat darum, dass sie im Laufe des Tages das Bettzeug, einen Schlafanzug und das Lieblingskuscheltier in den Kindergarten bringen und alles für eine gemeinsame Übernachtung vorbereiten. Am nächsten Morgen waren die Eltern um 9 Uhr zum Frühstück eingeladen, das die Kinder mit mir zubereiten würden.

Eine Woche später an einem Freitag ging es los. Ich fuhr mit 15 aufgeregten und abenteuerlustigen Kindern zwischen 3 und 6 Jahren und zwei Praktikannten zum Bahnhof Südkreuz. Die Eltern ließ ich zu Hause, es sollte gar nicht erst eine Abschiedsstimmung aufkommen.
In einem vorher reservierten Bereich machten wir es uns gemütlich, ich erzählte eine spannende Geschichte, wir sahen viel aus dem Fenster und das kleine Schaf von Thimo sah andere Schafe draußen und blöckte los. Es wurde gesungen, gelacht und immer wieder die Frage"Gitti, wann sind wir denn da?"

In Lübbenau angekommen war ich erstaunt und erfreut, unser Fährmann, mit dem ich telefonisch die Tour geplant hatte war mit einem Kleinbus am Bahnhof und fuhr uns zum kleinen Hafen am Speeschlösschen. Dort angekommen wurde in dem Gartenlokal eine "Pipi-Pause" eingelegt und dann ging es auf den Kahn. Jedes Kind bekam eine Schwimmweste. Lisa war ängstlich, der Kahn wackelte so beim Einsteigen und ich bat alle Kinder ganz still zu sitzen. Das Wetter war herlich, der Fährmann hatte auf den kleinen Tischen je eine Schale mit geschnittenem Obst bereitgestellt und dann ging es los. Lautlos setzte sich der Kahn in Bewegung, hinten stand Kai und stakte durch den Kanal. Die Kinder waren mäuschenstill, es war für sie absolutes Neuland. Die Stille hielt nicht lange an: " Guck mal Gitti, eine große Ratte", " Nein Lars, das ist ein Biber, guck genau hin, dann siehst du noch mehr." Wir beobachteten die kleinen Wasserläufer, viele Vögel, Enten, Schmetterlinge, Kai erzählte ganz kindgemäß Geschichten aus dem Spreewald, vorallem über die Winterzeit, wenn die Kanäle zugefroren waren und die Menschen dort mit Schlittschuhen sich von einem Ort zum anderen begaben.
Besonderes Interesse erregte eine sehr große Tonne in einem Garten, sie hatte Fenster, eine Tür und Blumenkästen. Kathrin sagte: "Da wohnen bestimmt Oma und Opa, die brauchen nicht mhr viel Platz, weil sie nur rumsitzen."

Nach einer Stunde stiegen wir im Museumsdorf Lehde aus und besichtigten ein uraltes komplett eingerichtetes Lehdehaus. Die Kinder staunten über die Alkoven, in denen die Menschen schliefen, die Möbel, die ganz anders aussahen, als ihre zu Hause, aber vor allem die Küche war hochinteressant mit einem Hausrat, der meinen Zwergen ganz fremd war. Viel wurde erklärt, noch mehr fragten meine Kleinen und das Staunen in den Gesichtern beobachtete ich begeistert. Auch für die Praktikantinnen war solch eine Einrichtung ganz neu.
Dann wurde noch eine Picknickpause gemacht, alle packten aus und stellten es auf einemn Holztisch im Garten, jeder konnnte sich nehmen, was er/sie wollte. So kannten die Kleinen das von unseren Ausflügen.
Satt und müde, rote Bäckchen und die Augen waren auch schon kleiner. Wir kletterten auf den Kahn, fuhren noch durch eine Schleuse ud dann waren wir am Hafen. Alle gingen nochmal auf's Klo, stiegen dann in den Kleinbus. 10 Minuten später kam unsere Bahn nach Berlin. Dem Kai, unserem Fährmann, hatte diese Kahnfahrt große Freude gemacht und meinen Zwergen auch. Lautes fröhliches Aufwiedersehen, winken aus dem Zugfenster, lachende Menschen in der Bahn und sie erzählten den anderen Fahrgästen von ihrem Abenteuer.
Auf der Rückfahrt wurde noch etwas gesungen, aber es wurde immer leiser, denn nach und nach schliefen einige Kinder ein.
Über die Ankunft in Berlin, die gemeinsame Nacht im Kindergarten und das Frühstück mit den Eltern erzähle ich demnächst.

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