Internationale Küche
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Feierabend-Mitglied
Donnerstag 02.05.2019, 21:52 – geändert Donnerstag 02.05.2019, 21:56
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Donnerstag 02.05.2019, 21:52 – geändert Donnerstag 02.05.2019, 21:56
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Die Eltern meiner Kindergartenkider klagten beim Elternabend darüber, dass es immer ein Problem mit dem Essen gibt, wenn sie mit ihren Zwergen ins Ausland fahren. Pommes, Würstchen oder Nudeln sind das Einzige, was sie wollen, sonst schlägt die Stimmung um.
Ich hörte mir all die Klagen an und in meinem Kopf entwickelte sich ein Plan. Am Ende des Abends machte ich den Vorschlag, dass ich einmal im Monat mit der gesamtem Gruppe um 12 Uhr in ein ausländisches Restaurant zum Essen gehe. Ich würde das mit den Kindern vorbereiten, die Restaurants vorher allein aufsuchen und mit den Wirten sprechen und uns anmelden. Es sollte jedes Mal eine andere Nationalität sein.
Einige Tage später sammelte ich meine Kinder und erzählte ihnen, dass wir was Tolles planen. Jeden Monat einmal in ein Restaurant essen gehen und das ist dann unser besonderer Demenek-Tag.
Sie könnten sich aussuchen, ob zum Chinesen, zum Türken, zum Italiener, zum Jugoslawen oder falls ihnen noch etwas anderes einfällt.
So bereiteten wir einen Tag vor so einem Besuch unser Mittagessen wie in einem Restaurant vor. Es wurden Tischdecken aufgelegt, Servietten, Kerzen, sie lernten, sich zu unterhalten und danke und bitte zu sagen und einander zuzuhören. Ich deckte vorher den Tisch und die Kinder gingen gemeinsam hinein, setzten sich und taten sich nacheinander das Essen auf, unser übliches Kindergartenessen. Es war die Generalprobe und so hatten sie wieder ein neues Wort kennengelernt.
Am nächsten Tag war Demenek-Tag (demenek heißt auf türkisch probieren) und wir gingen zum Chinesen. Alles war wunderbar vorbereitet, eine Tafel war gedeckt und auf jedem Stuhl lag ein dickes Kissen für die Kleinen. Sie wurden vom Wirt liebevoll begrüßt, dann wurden die verschiedensten Dinge in vielen kleinen Schälchen gebracht und zwei große Schüsseln Reis dazu. Wir fasten uns an den Händen und wünschten uns einen guten Appetiet. Dann wurde alles rumgereicht und jeder konnte probieren. Es vielen kleine Sätze: "gibst du mir mal bitte...kann ich mal den Reis haben...Thomas, sei mal still, der Kellner will was fragen.."
Ich kannte meine Kinder kaum wieder.
Es gab keine Mäkelei, jeder nahm erst einmal ganz wenig und es musste nicht aufgegessen werden. Zum Nachtisch bekam jedes Kind eine kleine Portion überbackene Banane mit Honig.
Es war ein super entspanntes Essen, alle standen gemeinsam auf, der Wirt verabschiedete die Kinder, gab jedem die Hand und sagte, wie toll sie das gemacht haben. Stolz marschierten meine Zwerge zum Kindergarten.
Und das machten wir 6 Monate lang, wir lernten "gutenTag" in der jeweiligen Landessprache zu sagen, ebenso das Wort "danke" und ich erzählte ihnen Geschichten aus anderen Ländern und einige Bräuche, die es dort, aber nicht bei uns, gab. Die Neugier der Kinder nahm zu und sie fragten immer öfter:
" Wann ist wieder unser Demenek-Tag?" So wurde durch ein lustvolles Erlebnis ein Dauerkonflikt allmählich abgebaut und ihre kleine Welt wurde größer.