Gedanken zum Jahresanfang
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Feierabend-Mitglied
Freitag 01.01.2021, 14:30
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Also ehrlich. mir wird es ganz schwindelig wenn ich die ganzen Erwartungen an das neue Jahr hier lese. So viele Wünsche. so viel Erwartungen - da bleiben Enttäuschungen nicht aus.
Und dabei war 2020 doch sehr lehrreich. Wir waren gezwungen uns mit Kreativität, Flexibilität. Rücksichtnahme und Geduld zu bewähren. Wir erlebten wie so mancher Traum platzte und sich ungeahnte neue Möglichkeiten boten.
Das öffentliche Leben machte Pausen und wir mußten uns zurückbesinnen auf das wirklich Wichtige - die engste Familie, die wirklich guten Freunde, das Lebensnotwendige. Wir durften skurrile Dinge erleben, wie das Hamstern von Klopapier und Nudeln - aber auch eine ungeahnte Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander.
Wir verloren Menschen die uns lieb geworden waren, aber es erblickten auch neue Erdenbürger das Licht der Welt. War Homeoffice jahrelang in nur wenigen Sparten möglich, wurde es plötzlich in der breiten Masse angeboten. Bereisten wir jahrzehntelang vorzugsweise fremde Länder, entdeckten wir plötzlich die nähere Umgebung als lohnendes Reiseziel.
Wir hatten auf einal unendlich viel Zeit, Zeit zu lesen, Zeit zu spielen, Zeit zum nachdenken. Wir erlebten rücksichtsvolle und rücksichtslose Menschen. Wir mußten uns keine Gedanken um unser Aussehen machen - mit Maske sahen wir alle gleichermassen etwas komisch aus.
Nie zuvor waren Züge der Bahn leerer und die Schaffner so zuvorkommend gegenüber den wenigen Fahrgästen. Und das Personal in den Läden konnte oft die Regale gar nicht so schnell auffüllen, wie sie geleert wurden. Ja selbst die Kunden hatten auf einmal Zeit sich geduldig anzustellen.
Diese Liste ließe sich beliebig weiterführen - aber das wissen die meisten, die bis hierher gelesen haben ja längst selber. Deshalb wünsche ich allen Lesern und Leserinen nur eines:
Bleibt gesund und nehmt alles wie es kommt!
"Wird's besser? Wird's schlimmer?"
fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.
(Erich Kästner)
MD