Farbkarussell
Von
Feierabend-Mitglied
Donnerstag 09.05.2019, 22:38 – geändert Freitag 10.05.2019, 06:14
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Die Kinder meiner Gruppe waren zwischen knapp zwei und drei Jahre alt und Farben übten eine große Faszination auf sie aus. Sie brachten jedoch noch ganz altersgemäß rot, gelb, blau und grün durcheinander. Da sie aber soviel Spaß an Farben hatten überlegte ich mir ein kleines Projekt, in dem sie diese Freude ausleben und sicherer werden konnten.
Ich besprach mit den Eltern, dass wir am kommenden Montag einen ROT-TAG machen würden. Das hieß, die Kinder sollten mit Kleidung kommen, die so weit wie möglich in rot gehalten war und das wurde von den Müttern wunderbar umgesetzt.
Ich hatte den Frühstückstisch gedeckt mit roten Kerzen, roten Servietten und in die Mitte rote Kreise aus Pappe geschnitten. Da es jeden Morgen zum Frühstückksbrot oder Brötchen frisches Obst und Gemüse gab schnitt ich Tomaten, Radieschen und rote Paprika auf und es gab Hibiskustee. Der ganze Raum strahlte Rot, auch ich trug rote Kleidung. Wir malten später mit roter Farbe, sangen ein Lied über die Farben und spielten eine zeitlang mit roten Luftballons. Sogar zum Mittagessen hatte eine Mutter Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Zum Nachtisch gab es rote Götterspeise . Jedes Kind bekam einen dicken roten Punkt auf die Hände gemalt. Sogar in den Waschraum hatte ich rote Seife gelegt. Immer wieder kamen sie mit einem Spielzeug oder einem Bilderbuch, einem Kissen oder einer Decke und riefen: "Gitti guck mal, Rot!!!" Es war ein so fröhlicher Tag, weil er aus dem üblichen Alltagsrahmen fiel. Das war mir immer wichtig, mehrmals besondere Tage mit den Zwergen zu gestalten, weil es genau diese sind, die im Gedächtnis bleiben.
Nach diesem Tag war die Farbe ROT im Kopf der Kinder fest verankert und auch sinnlich und lustvoll erfahren.
So machten wir das an den nächsten Montagen mit Blau, Gelb und Grün. Ich war erstaunt und begeistert, wie kreativ sie mit den Farben umgingen. Ihre Wahrnehmung verbesserte sich. auch lernten sie viele neue Worte und selbst auf dem Spielplatz oder im Wald wurde nun alles in Farbe gesehen und auch benannt.
Nach 4 Wochen waren auch die 2 Jährigen mit den Grundfarben sicher. Sie hätten auch auf ganz übliche Weise allmählich die Farben unterscheiden und benennen gelernt und es ging mir nicht darum, ihnen möglichst früh etwas beizubringen. Der Spaß, die Gemeinschaft, die Freude und Kreativität an so einem Tag wollte ich in der Erinnerung verankern.