Fahrt ins Ungewisse 1956 Teil 2
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 25.07.2018, 22:54
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Wir wollten nicht in der Stadt abgesetzt werden und so ließ man uns in einem Dorf auf dem Marktplatz raus. Wir aßen die Brote, die Mutter uns eingepackt hat und es gab eine Landkarte von Deutschland im Rucksack, die mein Bruder emsig studierte. Mich interessierte das nicht. Ich kaute und überlegte, wo wir schlafen könnten, essen war noch kein Thema, wir hatten ja jeder 10.-DM, soviel Geld, wie wir noch nie besessen hatten. Also fuhren wir mit den Rädern los, ich stürzte beim Aufsteigen, heulte und stieg wieder auf. Wir fuhren mit Pausen bis zum Nachmittag, da konnte ich mit dem kleinen Rad nicht mehr. In einer Gastwirtschaft hielten wir an, mein Bruder sagte, hier übernachten wir. Ich guckte ungläubig.
In der Wirtschaft saßen etliche Männer, alte Bauern. die uns belustigt anstarrten. Mein Bruder Manfred hatte sich unterwegs eine Geschichte überlegt, die er auch in den nächsten Wochen mit kleinen Abwandlungen erzählte. Wir wären auf dem Weg zu Verwandten, hätten eine Reifenpanne gehabt und müssten hier übernachten. Die Wirtin, eine freundliche, mütterliche Frau besprach sich mit ihren Mann und bot uns die Scheune an mit sehr viel Stroh. sie bat Manfred, ihrem Mann beim Holzhacken zu helfen und fragte mich, ob ich ihr in der Küche helfen kann.
Wir bekamen ein Abendbrot und fielen todmüde ins Stroh, es war eine warme Sommernacht.
Ich kuschelte mich an meinen Bruder, es war stockfinster und ich hatte solche Angst, schlief aber sofort ein.