Ein besonderes Weihnachten 1984,
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Feierabend-Mitglied
16.12.2018, 11:04
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eine Zeit der Arbeitslosigkeit und meine Töchter hatten sich so sehr gewünscht, einmal über die Feiertage eine Reise in den Süden zu machen. Was tut ein Mutterherz? Alles restliche Geld wird zusammengekratzt, um so einen innigen Wunsch zu erfüllen. Als ich diese Reise buchte dachte ich nicht daran, dass ich selbst ja nun am Heiligen Abend allein sein würde.
Mitte Dezember begegnete mir ein Mensch, der mein Herz im Sturm eroberte. Ich warf alle Bedenken über Bord, ich vergaß meine 40 Jahre, auch den Altersunterschied, er war 28 und stürzte mich in dieses Abenteuer. Wir waren beide mittellos und beschlossen, uns ein besonderes Weihnachtsfest zu bereiten.
Er holte mich bei Einbruch der Dunkelheit zu Hause ab, wir fuhren mit dem Bus durch das erleuchtete Berlin, händchenhaltend, knallverliebt, ausgelassen und glücklich. Irgendwann stiegen wir am Kurfürstendamm an einer großen Tanne, die auf dem Mittelstreifen stand, aus. Er nahm mich in den Arm, lachte und sagte: "Nun feiern wir Weihnachten".
An der Tanne waren viele Päckchen angehängt, in bunte Weihnachtsfolie gewickelt mit rotem Schleifenband umwickelt. Er nahm ein Taschenmesser, schnitt ein Päckchen ab und schenkte es mir mit einem strahlenden Lächeln. Es war eine Styropurplatte darin, aber ich jubelte und rief laut: " das habe ich mir schon immer gewünscht!" Und so schnitten wir viele Päckchen ab, beschenkten uns immer wieder aufs Neue und vergaßen die Welt um uns herum.
Langsam sammelte sich um uns eine Menschentraube und auch die Polizei ließ nicht lange auf sich warten. Ein Beamter kam auf uns zu und fragte, was wir hier machen?
Wir feiern Weihnachten, wir haben kein Geld und beschenken uns. Wir hielten uns im Arm, strahlten ihn an, das muss wohl sein Herz berührt haben. Er gab jedem von uns 10.-DM und bat uns nur, hinterher aufzuräumen und die Platten nebst Papier zu entsorgen. Dann zogen sie ab und wünschten uns noch ein frohes Fest. Aus dem Kreis der schaulustigen, weihnachtlich gestimmten Menschen kam ein Mann auf uns zu und gab uns weitere 30.-DM, die er im Kreis für uns gesammmelt hatte.
Wir sangen noch gemeinsam ein Weihnachtslied, ca 30 Menschen, dann räumten wir auf und gingen in ein kleines Restaurant am Kudamm, bestellten uns was zu essen und eine Flasche Wein. Wir waren die glücklichsten Menschen unter dem Sternenhimmel.
Wir fühlten uns so reich und wunderbar, es war der schönste Heiligabend, den ich je erlebt habe.
Dieser Heilig Abend ist als Weihnachtswunder immer in mir geblieben.