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Ausgesetzt - Zurückgelassen

Von Feierabend-Mitglied Freitag 28.08.2020, 17:11

Am Mittwoch gückte ich mir alte Kreta-Fotos an und schwelgte in Erinnerungen. Da fiel mir etwas ein, was ich euch gerne erzählen möchte.

Ich machte 1995 für 2 Wochen allein Urlaub auf Kreta. Es war eine herrliche Zeit. Ich meldete mich zu einer Bootsfahrt an, die Fahrt sollte mit Angeln verbunden sein und auf einer unbewohnten Insel war ein Picknick geplant. Es war eine wunderschöne Fahrt, freundliche Mitfahrer, ich hatte zwar nichts gefangen, aber diesen Ausflug sehr genossen. Der Fischer hatte Salate vorbereitet, die gefangenen Fische wurden gegrillt und die Stimmung war bei herrlichem Wetter ausgelassen und fröhlich.

Kurz vor der Rückfahrt musste ich nochmal, da es bis rüber nach Kreta ca. eine Stunde dauern sollte. Es gab einen Sandstrand, dahinter steinige Berge. Während ich mir ein nicht einsichtiges Plätzchen hinter dem Felsen suchte und vorher Bescheid sagte, wurde alles zusammen gepackt und ins Boot verladen.

Es hatte wohl länger gedauert und ich wurde einfach vergessen, das Boot war schon so weit draußen, dass man mein Rufen nicht mehr hörte. Da stand ich, fassungslos auf einer einsamen Insel mitten im Meer, es dämmerte bereits und Angst kroch in mir hoch. Ich stellte mir vor, die Nacht allein dort zu bleiben, es würde stockfinster werden und ich hatte keine Ahnung, welche Tiere auf diesem Fleckchen Erde lebten. Panikanflüge kamen und gingen, ich versuchte, mich zu beruhigen und schließlich begann ich, laut zu singen und Gedichte zu rezitieren, weil ich die Stille und das Rauschen des Meeres kaum ertragen konnte. Ich suchte mir einen erreichbaren Platz auf einem Felsvorsprung , falls das Wasser in der Nacht steigen würde und schaute angestrengt in Richtung Kreta. Mir war schlecht vor Angst, wenn ich an die nächste Nacht dachte.

Nach ca. 3 Stunden sah ich ein Licht in der stärker werdenden Dunkelheit, es musste ein Boot sein, das langsam näher kam. Ich schrie und winkte wild, man hatte mich tatsächlich vermisst. Viele Steine vielen von mir ab und plumpsten ins Meer. Als der alte Fischer mit einem anderen Griechen auf mich zu kam, fiel ich ihnen in die Arme und heulte, wie ein Schlosshund.

Am Hafen auf Kreta stand johlend fast vollzählich die ganze Gruppe und luden mich zum Essen ein, alle lachten und umarmten mich, aber so ein Abenteuer.wünsche ich Niemandem!

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