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...auch späte Rache ist süß...

Von ehemaliges Mitglied Mittwoch 29.05.2019, 18:20 – geändert Mittwoch 29.05.2019, 18:25

Es ist schon einige Jahre her, damals war ich gerade Anfang 20. Um mich herum sprachen die meisten von Sex und wie toll es sei; ich konnte dazu nichts sagen, ich kannte es noch nicht.
Nicht, dass ich mich für den Richtigen unbedingt aufsparen wollte, aber unbedingt preisgünstig anbiedern wollte ich mich auch nicht. Der Mann sollte schon etwas Besonderes sein, der mich pflückte...wie man dies so sagte.
In Volker meinte ich ihn gefunden zu haben. Er war älter als ich und erfahrener, und er war ein Lügner wie ich es später herausfand. In zweiter Ehe verheiratet, 4 Kinder, Trinker und bankrotter Baufirma-Besitzer.
Aber...ich fand ihn gut und erkor ihn mir zu dem Mann, der die Tat vollbringen sollte.
Meine Eltern verreisten und ich schmiss eine Grillparty, wozu ich einige Leute aus dem Freundes- und Kollegenkreis eingeladen hatte.
Es war ganz nett gewesen und wir haben auch viel getanzt. Später, als alle Gäste fort waren gingen auch wir in die Wohnung zurück und machten dort weiter.
Es war schon sehr prickelnd, erregend aber ich hatte auch Angst. Diese Angst steigerte sich immer mehr, je mehr ich sein Verhalten bemerkte. Er wollte, ungeachtet was ich dabei empfand, unbedingt zum Schluss kommen. Ich sprach ihm von meiner Angst, aber er schien wie berauscht und hörte nicht zu, oder gar damit auf.
Schließlich konnte ich ihn doch abwehren und wir verschoben das Ganze auf einen anderen Tag. Mein Glück war, dass er zu viel getrunken hatte und müde war.
Am nächsten Morgen, ich war noch im Halbschlaf, nahm er sich das, was er sich nehmen wollte, noch bevor ich mich wehren konnte.
Danach wollte ich ihn nicht mehr sehen. Ich brachte ihn schnell nach Hause und dann war dieser Mann für mich Vergangenheit; schließlich hatte ich ihn mir ins Haus geholt und war ja auch erst einverstanden…wer mit dem Teufel tanzt darf sich nicht über Verbrennungen wundern…so wurde mir später gesagt, nachdem ich mich jemanden anvertraut habe; dass es im eigentlichen Sinne dann doch eine Vergewaltigung war habe ich nicht wahrgenommen, oder verdrängt.

Einige Jahre später sah ich ihn wieder. Er betrat das Tanzlokal in dem ich mich am Wochenende aufhielt und bewegte sich wie selbstverständlich unter den Gästen.
Ich war bereits im Gehen, da ich am nächsten Tag einen wichtigen Familientag hatte. Als ich an ihm vorbei kam hielt er mich an und fragte ob ich wegen ihm gehe:
"Nein, du hast damit nichts zu tun, aber du weißt ja...Kinder schreien nach Brot!"
"Du hast doch gar keine Kinder."
"Woher willst du das denn wissen, wir haben uns doch seit über zwei Jahren nicht mehr gesehen.
Ich habe einen kleinen Sohn von knapp 1,5 Jahren", er sah mich erstaunt an " und ich habe ihn Volker getauft, nach seinem Vater!"
Dann bin ich gegangen und habe ihn nie wiedergesehen.
Als ich nachrechnete ob es überhaupt stimmte, lag ich tatsächlich richtig...ätschie bätsch..."...isch `abe gar keine Kinder...".

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