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als ich Kind war

Von ehemaliges Mitglied 12.08.2018, 01:25

Ich war sechs Jahre alt als der Krieg zu Ende war. Wir lebten eng wie Sardinen in der Büchse in den Häusern. Für uns Kinder blieb die Strasse zum spielen. Die Erwachsenen hatten ihren Schaff und kaum Zeit für Kinder. Die Älteren schauten nach den Jüngeren. Die meisten Kinder lebten in einer Familie ohne Männer. Väter, Großväter, Onkel....waren im Krieg geblieben. Unsere Familie gehörte zu den Glücklicheren, wir hatten noch Vater und einen Großvater und vor allem hatten wir einen großen Garten der uns in den ersten Nachkriegsjahren vor Hunger bewahrte. Im Sommer wurde eingemacht was der Garten hergab. Obst und Gemüse in Gläser, Flaschen und Steinzeug. Damals gab es viel Neid und Hass unter den Menschen. Die Ausgebomten schimpften auf die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen die ( angeblich) alles umsonst bekamen weil sie iher Heimat verloren hatten. Die Ausgebomtem hatten ja auch nichts mehr aber da sie ja nicht "heimatlos" waren bekamen sie viel weniger.
Diese Erinnerungen kommen jetzt wieder in mir hoch und gleichzeitig auch die große Wut. Da gibt es Neid und Mißgunst auf Flüchtlinge die vor dem Gleichen Übel geflohen sind und obendrein in ein Land kommen deren Sprache und Gewohnheiten völlig fremd sind.
Ich kann es nicht begreifen...

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