Wer den Schaden hat, ...
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Feierabend-Mitglied
01.12.2019, 08:39 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:40
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01.12.2019, 08:39 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:40
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Niemand interessiert es wirklich, dass ich heute morgen mit einem steifen Hals aufgewacht bin.
Aber wehe, wenn bei meinen Miezen die Barthaare und die Schwanzspitze nicht kerzengerade stehen... , dann heißt es „ Ach die armen Miezekatzen.“
Gestern Abend war ich Babysitten. Na ja, von Babysitten kann ich auch nicht mehr sprechen, denn das Baby ist immerhin schon sieben Jahre alt, und überrascht mich immer wieder mit seinen ausgefallenen Fragen oder eigenen Erklärungen zu einem Thema.
Aber begeistert war es, von dem Gedanken, mich vielleicht auch am nächsten Morgen mit am Frühstückstisch zu haben.
Als die Eltern dann kamen , fuhr ich doch nach Hause, denn ich war unruhig geworden. Mit Bauchweh fuhr ich nach Hause, auch weil ich das Kind am nächsten Morgen enttäuschte...
Kaum hatte ich meine Haustür aufgeschlossen, hörte ich schon ein kratzendes Geräusch untermalt mit Fauchen aus der Küche. Baghira saß neugierig im Flur und schaute Richtung Küche, während Lilith mir aus der Küche klagend entgegenkam.
Ja, nun stand ich in der Küche, wie bestellt und nicht abgeholt, sah mich um, und sah und hörte nichts. Baghira und Lilith bekamen ihre Streicheleinheiten, auch noch ein paar Leckerlies und ich mein Glas Milch zur Nacht.
Haustür abgeschlossen, alle Räume nachgeschaut und gesichert, alles ok.
Erst da fiel mir auf, Jemima fehlte. „Jemima!“, „Jemimaaa!“
Da stand auch schon wieder Lilith Beifuß und maunzte. „Ach Lilith, dich meine ich doch nicht!“
Und wie auf Kommando setzte ein Kratzen in der Küche ein und ein klägliches "Nähmaschinen"-Maunzen. Eben typisch Jemima.
Das gibt es doch gar nicht!
Wie hat Jemima das nur geschafft, unter die Kücheninsel zu kommen, die ist doch ringsherum zugebaut?
Die arme Jemima.
Wie kam sie da dahinein, und wie bekomme ich sie da wieder heraus, ohne Lärm zu machen mitten in der Nacht??????
Eijeijeijei...
Also, Werkzeugkasten geholt.
Dann lag ich flach auf dem Boden und suchte die Unterschränke mit einer Taschenlampe ab.
Zwischen der Kücheninsel und dem Gefrierschrank war eine kurze Sockelleiste, die nur auf einer Seite des Schrankes der Kücheninsel festgeschraubt war. Diese Sockelleiste hatte Jemima wohl zur Seite gedrückt und war neugierig durchgeschlüpft. Danach musste die Leiste wieder zurückgefedert sein und hatte den einzigen Ausgang für Jemima verschlossen. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.
Für mich natürlich ein Klacks, die arme Maus schnell zu befreien.
Wie von einem Hund gejagt raste sie an mir vorbei.
Aber dann, wohl aus lauter Dankbarkeit, belagerte sie heute Nacht mein Kopfkisten. Ein Nackenstützkissen, dass sowieso nicht sehr groß ist, aber für meinen geschundenen Nacken eine Wohltat ist. Nicht ein Zipfelchen gab sie mir von diesem Kissen ab und so erwachte ich mit steifen Hals am frühen Morgen.
Jetzt laufe ich wie ein zu groß geratener Marabu durch die Gegend.
Aber es ist so, wie es ist...
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
©Monika Koch