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Verkehrskindergarten

Von Feierabend-Mitglied Montag 16.09.2019, 18:10 – geändert Montag 16.09.2019, 18:23

Da die 4-6 Jährigen inzwischen ein Fahrrad hatten und dies am Wochenende mit Mama und Papa auch oft benutzten schrieb ich die Verkehrspolizei an und bat um einen Termin im Verkehrskindergarten. Ein solcher war nicht weit von uns, auf einem großen Gelände gab es Straßen, Kreuzungen, Ampeln und Verkehrszeichen, auch kleine Tretautos, großzügig war das Gelände eingezäunt.
Der erste Bescheid war freundlich aber ablehnend, die Polizei mache dies erst für Kinder ab 6 Jahren. Also schlug ich vor, dass alle Kinder, die ein Fahrrad haben, es am nächsten Tag mitbringen und wir ganz langsam und vorsichtig zur Verkehrspolizei fahren und die Kinder den Beamten selbst erklären, warum sie dort üben möchten. Die Kleineren liefen mit mir neben her. Wir hatten ein Plakat gemalt mit Autos, Fahrrädern und Ampeln und ich hatte drauf geschrieben:

"Wir sind zwar klein, doch sehr bereit,
es geht um uns're Sicherheit!"

Das rührte wohl die uniformierten Herren, zauberte auch ein Lächeln in ihre Gesichter und meine Zwerge bekamen ein Glas Saft und mussten ein Weilchen warten. Dann bekamen wir einen Termin, ausnahmsweise! und machten uns eine Woche später auf den Weg.

Aufmerksam und hellwach lauschten meine Zwerge den beiden Beamten, auch eine pädagogische Betreuerin war organisiert. Es wurde viel erklärt durch Fragen und Antworten, die Ampel wurde besprochen, soziales Verhalten, Helm tragen, auf dem Bürgersteig langsam fahren und immer nach vorn gucken. Heute, an diesem besonderen Tag, durften sie auf der Straße fahren, mussten beim Überqueren einer Kreuzung links und rechts gucken und besonders auf die Korrekturen der Polizei genau achten.

Es gab auch kleine Tretautos für die Kinder ohne Fahrrad und auch Fußgängerverhalten wurde eingeübt. Lars fiel vom Rad und heulte, durfte aber dann umsteigen auf ein kleines Auto und der Schmerz war vergessen. Etwas neidisch blickten Thomas und David und fielen dann absichtlich vom Rad, denn ein Tretauto war natürlich noch interessanter. Am Ende unseres Besuchs durften alle Kinder die Tretautos ausprobieren.
So ging ein fröhlicher Vormittag zu Ende, meine Kinder waren stolz, weil die Beamten sie sehr gelobt hatten für ihre Aufmerksamkeit. David, unser Ältester, sagte bei der Verabschiedung ganz laut: " Kommt uns doch mal besuchen, unsere Praktikantin kann toll Kuchen backen!" Lautes Lachen und ein Dankeschön kam von der Polizei:"Wir werden es versuchen und nun kommt gut nach Hause."
Händeschütteln, Winken und dann fuhren und gingen wir zurück.

Am nächsten Tag nahmen wir ein Fahrrad mit in unsere Räume und wir benannten die einzelnen Teile des Fahrrads mit Namen. Lenker, Sattel, Bremse, Klingel, Pedalen Kette, Gepäckträger....
und so machten sie noch einen neuen Schub in der Sprachentwicklung.
Es hat sich bewährt, sich nicht gleich abweisen zu lassen und macht auch den Kindern Mut für ihre Zukunft, wenn sie dabei nie vergessen, immer freundlich zu sein.

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