Und jetzt der Schock ! Meine Winterreise nach Span
Von
Jungfrau75
Samstag 06.06.2020, 10:43 – geändert Donnerstag 11.06.2020, 17:02
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Teil III
So schön und friedlich das bisher abging, es kam noch anders !
Meine Hündin Bea hatte es schon vorher gemerkt, dass etwas nicht stimmte!
War ich zu sorglos geworden?
Der Tag unserer Abreise per PKW (Mein Freund fährt!) rückte näher !
Schon mal die Menge an Sachen durchsehen, was ich möglicherweise zurücklassen wollte ? Aber noch zu unbestimmt, ob wir wirklich schon fahren oder erst die weiteren "Lockerungen" abwarten wollten, waren wohl der Grund, weshalb ich das doch nicht anfing !
Und dann kam das Unheil über mich...
In Form einer erneuten "Luxation", wie ich sie schon 4mal erlebt hatte, aber mit schlimmeren Folgen !
Ich streckte mich gerade, um den Sock von meinem Fuß zu ziehen....da machte es nur einen leichten "Knacks" auf der rechten Seite !
Der Laie kennt das nicht, aber ich habe es vorher schon schlimm genug erlebt !
Nach einem Unfall - mit der Leiter im Garten umgefallen - passierte es im Abstand von 1-2 Jahren : mein künstliches Hüftgelenk springt aus der Kapsel, was nach wenigen Minuten des Erschreckens zu sehr starken Schmerzen und einer Verkrümmung führt , die jede Bewegung zur Qual werden lässt ! Man ist dann bewegungsunfähig, auch ohne starkes Schmerzmittel für Sanitäter nicht zu händeln...
Die Ärzte schickten mich jedesmal zurück zu der Klinik, die das Gelenk installiert hatte...dort wurden Verbesserungsvorschläge gemacht, die ich aber wegen weiter Entfernungen (Jaderberg-Hamburg) und ungelöstem Hundeproblem : wo lass ich meine Bea? von mir abgelehnt wurden...
Es ging ja immer glimpflich ab, sie konnten es viermal so einrenken, sogar im spanischen Krankenhaus von El Echido (vor einem halben Jahr). Wieder meint der Endo-Arzt, den ich aufsuchte : wenn ich keine Schmerzen hätte und damit umgehen könnte - wäre keine OP nötig !
Aber diesmal...
Erstmal musste ich, auf der Bettkante sitzend, an mein Handy, das auf dem ca.1 1/2m entfernten Schreibtisch lag, und zwar gleich, solange ich noch denk - und halbwegs bewegungsfähig war ! Ich ließ mich mit den Armen auf den Boden herab und rutschte auf dem Teppich zum Schreibtisch, griff nach dem Handy und rief meinen Freund an : Du musst sofort kommen,Luxation !
Da er auf dieses Ereignis vorbereitet war, kam er sofort und dann war ich schon aktionsunfähig : 112 anrufen (Corona!), Tasche packen lassen, Hund besprechen....
Als die Sanis kamen, schon das bekannte Problem : ich , jammernd, mich ja nicht bewegen, unbedingt starkes Schmerzmittel geben, alle Auskünfte nur stotternd, langsam in das "Totale Zittern" übergehend !
Ja, diesmal hatte ich Pech : sie gab mir nur mittelmäßig Schmerzmittel, ich mußte ja lang gelegt und auf die Trage gehoben werden und dann aus dem 6.Stock nach unten (Lift passte!) !
Jede Welle auf der Straße nach Velez-Malaga entlockte mir unbewußte Schmerzensschreie...
Und dann...wurde ich erstmal in einen durch Vorhang abgetrennten Raum gefahren, wo noch andere Leute lagen...
Trotz meiner ständigen Bitten, mich mehr zu betäuben und schnell zu handeln : die freundliche Ärztin, die mich aufsuchte, sagte, dass, wenn ich noch um 4 (es war inzwischen 9.30 Uhr) gegessen hätte (Stück Kuchen), ich nicht vor 10-10.30 operiert werden könnte...Die Luxation ist ein paar Stunden später nicht mehr manuell zu behandeln...
So lag ich bis um nachts um 2 (!), dann wurde ich zur OP gefahren !
Der Anästhesist fragte mich noch nach verschiedenen Vorerkrankungen, dann verschwand alles um mich herum...
Um Stunden später mit ziemlich ungewöhnlich vielen Schmerzen zu erwachen : beide Beine taten trotz Schmerzmittel weh und ich konnte mich nicht rühren und jammerte bei jeder Bewegung, die sie mit mir veranstalteten (Röntgen vorher und nachher erspare ich den Lesern...)
Ich landete im Krankenbett der "öffentlichen Klinik", neben mir hinterm Vorhang eine weitere Patientin mit ihrem Mann, auch nachts und viele Geräusche, ab und zu spitze Schreie...
Auch das weitere muss ich Euch nicht schildern, werde in einem späteren Block auf die Unterschiede : spanisches - deutsches Krankenhaus eingehen!
Sie hatten das Gelenk nicht von außen ("a tergo - von hinten!", meine Schreie hatte wohl keiner gehört!) wieder reingekriegt und einen ca.30 cm langen Schnitt an der Seite gemacht ! So war ich also "richtig operiert" worden - mit allen Folgen !
Über die Krankenhauszeit werden ich später berichten, es war in meinen Augen die "Vorhölle", speziell das Pinkeln, bei alten Frauen sowieso eins!, die veränderten Essgewohnheiten, der ständige Lärmpegel bis weit in die Nacht (Fernsehen bis nachts um 3, auf meine Frage, ob man das nicht abstellen könnte ?, : "nein, wieso?"), das unverständliche Gerede... ("Wasserfall") der ärztlichen Mitarbeiter, die "Chefarztvisite", ebenso unverständlich, mit der Massgabe, ja still im Bett zu liegen, damit der Schnitt heilen könnte...Dazu Angst vor Corona, aber das erschien mir als die bessere Lösung, weil schneller...Und jedesmal das Toilettenproblem, die Schwestern waren sauer, weil ich oft nach 2 Stunden klingelte, der Druck auf meine strapazierte Blase wurde heftig (vom Chefarzt darauf aufmerksam gemacht, mit meiner Blasen-Verhaltung könne er mich leider nicht entlassen...)und dann das operierte Becken heben...
Na ja, ich fand, "Hölle" könnte nicht schlimmer sein...natürlich auch die Schmerzen...alles blau, weil ich nicht trinken durfte und sie kein Blut aus meinen Adern bekamen...und irgendwie müssen sie furchtbar an mir "rumgearbeitet" haben...
So vergingen die Tage und ich gewöhnte mich sogar an das Essen, das sehr "spanisch" war ! Nachdem ich sogar einen uralten Rollator zum Toilettengang bekam, war das größte Übel beseitigt ! Gott, wie schön ist es, selber zur Toilette gehen zu können, auch wenn ich sehr wackelig auf den Beinen war und mit der ständigen Drohung : wenn ich nicht aufpasste, könnte die Luxation jederzeit wieder passieren ! schon eingeschüchtert genug....
Die Rettung war schon unterwegs, ganz anders als gedacht und spektakulär :
berichte ich aber morgen, da meine Rückenschmerzen am Computer zu schlimm werden...