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Tristan

Von pamse Samstag 16.11.2019, 11:27

Von Montagmorgens um 4:30 bis Dienstag um 11:23 sind es einige Stunden. Intensive unvergessene Stunden meines Lebens.

So viel Stunden hatte sich mein erstes Baby auf den Weg gemacht; um auf diese schöne Welt zu kommen. Das war für den kleinen Jungen eine große Anstrengung. Als die Hebamme zum richtigen Zeitpunkt sagte-- ich solle noch einmal Luft holen; wenn sie mir das Kommando gäbe und ebenso pressen, wenn sie sehe was sie sehen wollte. Wie einst mein Vater zu meiner Geburt saß mein Klaus neben mir und hielt meine Hand schön fest --- meine Hand.
Eine Austreibungswehe musste noch sein---die all entscheidende. Meine Sinne waren rein und klar auf das kommende Ereignis fixiert. Die Erwartung auf diese letzte Wehe lies mich ruhig bleiben. Die Menschen um mich herum fieberten mit mir in diesem Moment , ich merkte das. Wir machten es irgendwie gemeinsam. Mein Körper ,mein Sohn mein Klaus und die Hebamme und der Gyn.So etwas einmal zu erleben ist unglaublich.

Genau so wie es in Tausend anderen Kreissäälen gerade geschah. Aber ich fühlte mich wundervoll und als die einzigste Gebärende der Welt.
Dann endlich--- rollte sie an -- diese letzte Wehe und ich hörte Syncron die erlösenden Worte von der Hebamme. Ich spürte mich ,meine Kraft-- meine Bereitschaft für meine elementarste Aufgabe als Gebärende.Und ja,die des kleinen Menschleins dessen Willen es war, endlich aus der Enge hervor zukommen.
Ich folgte der Ansage und ich holte tief Luft --mein Mann stand auf hielt mir den Kopf und ich presste in den Bauch. Sofort merkte ich rasche schnelle Unregelmäßigkeiten die durch mich hindurchrumpelten. Meine Luft -meine Kraft die ich dem Sohn mitgab ,lies mich gehörig ins schwitzen kommen Schweißperlen liefen von der Stirn herunter über meine immer noch halbgeschminkten Augen.
Ich schnappte nach neuer Luft und schaute.Auf ihn , den kleinen Bub. Ein echter kleiner Mensch aus Fleisch und Blut -in mir gewachsen und jetzt hier grade eben geboren--- unfassbar und unglaublich. Mit dem Band des Lebens noch verbunden,, lag er da, ohne zu schreien .Er sagte mir damit das es sehr anstrengend war jetzt hier zu sein. Und er steckte er sein Ringfingerlein in sein Mündchen.
Ich erwartete eigentlich ein Babyweinen, aber es war nicht so. Das kam später.
Glückwünsche im Kreissaal-- Küsschen vom Mann. Die Nabelschnur mit der Wartonschen Sulze(heißt wirklich so) durchtrennen--noch auf die wunderschöne Plazenta warten(sie war wunderschön und komplett und gut durchblutet) alles ging seinen Gang.Es war ehrlich --ich war Mutter.
Alles von der Zeugung an Information über die Monate bis zur Geburtsstunde las und verschlang ich. Alles was es an natürlichen Geburten gab oder ebenso an Komplikationen geben kann war in meinem Kopf.
Bevorzugt las ich über eine schmerzfreie Geburt .So hatte ich das ganze Buch von Sir Grandly Dick Read gelesen.

Noch jahrelang, ja--jahrelang lebte ich diese erste Geburt durch und war und bin heute noch glücklich das mir das passieren durfte.Immer wieder erinnere ich mich gerne an das schöne Erlebnis heute vor 42 Jahren.Und der zweite Sohn......aber das ist eine kürzere Geschichte ein anderes mal.

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