Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

19 8

Tristan

Von pamse 15.11.2020, 14:18 – geändert 15.11.2020, 18:47

Szenen auf der Wöchnerinnenstation im Bahnholz.....

.mit starken Wehen und ich weis nicht, wo ich mein Ei hinlegen soll --im wahrsten Sinne des Wortes.
Jede Position hält man nicht lange aus. Da war zum Beispiel der eigens erfundene Indianer Spähsitz---was detaillierter beschrieben heißt - auf dem Kopfkissen Rittlings knien und die Hände in das Hochkant stehende Kopfteil des Krankenhausbettes fest eingearbeitet und zur Wand schauend. Für ein paar Minuten.
Aber dann merke ich ,das es doch besser wäre mich abzulegen
Jede Bewegung geschieht im Zeitlupentempo, denn ich höre in meinen Leib nach unten. sozusagen ...Beckenwärz...und lasse mich wieder blenden-- das vielleicht gleich das Kind kommt. Eine Hand löse ich und schiebe die Beine nach hinten -gaaanz langsam rückwärts-erst dass eine Bein , dann das andere.
Das Kissen wird gerichtet und ich nehme die andere Hand weg vom Rahmen des Bettes und befinde mich nun in der Hundestellung. Ach wie gut tut das gerade. Ein paar Minuten --ach wie gut.
Würde es noch besser tun den Leib abzulegen.....so frag ich mich bald ? Ja ich werde mich auf die Seite legen. Aber von Hundestellung zur Embryonalstellung wechseln----das kann dauern. Mit der Schwere die nach unten zieht und eine Wehe die gerade wieder anrollt, kommt man ganz fix von dem Gedanken weg --sich in die Embryonalstellung zu legen und etwa auch noch zu entspannen . Das Verharren bei den inneren Vorgängen denen ich mich ergab, brachtet kuriose Positionen hervor so, vergleichbar mit einer Pantomimischen Erstarrung.
Zwischen dieser Erinnerung der Positionen und dem Kreißsaal vergingen aber noch ein paar Stunden .Ein paar Positionen wollten noch erprobt sein die aber zum Ende in der Typischen Geburtsposition endeten. Ich war bereit und fertig. Drei vier Presswehen bekundeten zwar das ich pressen wollte---aber blöderweise nicht durfte--die erfahrene Hebamme führte das Regiment und sah genau, in den unteren Regionen was ich oben mit meiner Luft zu machen hatte. Das ist gar nicht so einfach diesen Drang noch etwas zu unterdrücken. Aber dann kam noch eine Wehe und Schwester Mary´s erlösendes Kommando und dann durfte ich pressen.
Auf einmal rumpelte und pumbelte es durch mich durch .Dieser eine Atemzug brachte mich sehr ins schwitzen denn ich benötigte die Kraft um nach unten zu presse.
Sooo schnell geht das?? Ich konnte es nicht glauben .Erst noch in meinem Bauch gewesen und jetzt hier vor mir und ich konnte ihn richtig anschauen ,den kleinen neuen Erdenbürger..Das wird mir -und jeder Mutter unvergesslich sein. Und dann lag er da. Der kleine Kerl zwischen meinen Beinen und steckte doch mal eben ganz gemütlich sein Ringfingerchen in sein kleines Mündchen.
Was um mich herum so geschah drang in den Hintergrund aber eins weis ich sehr genau----dass das heute vor 43 Jahren war.Wie kann die Zeit so schnell vergehen.

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Kreativ Schreiben > Forum > Tristan