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Toni und das Ei

Von tastifix Freitag 06.03.2020, 08:31

Wieder einmal übernachtete Toni hier.

Morgens erscheint sie putzmunter in der Küche und hilft brav, den Tisch zu decken. Dabei kontrolliert sie genaustens, ob die geliebte Zwiebelmettwurst, der ebenso geliebte Weichkäse und die Tomatenscheibchen serviert werden. Weil alles zu ihrer Zufriedenheit ausfällt, leckere Brötchen locken und selbst das gewünschte Frühstüksei in dem Hahn-und-Henne-Eierbecher nicht fehlt, wird sie noch viel fröhlicher und entsprechend redseliger.

Die Redseligkeit meines nunmehr siebenjährigen Enkelchens wundert mich nicht. An die bin ich gewöhnt. Legt Toni nämlich los, ist sie nicht mehr zu bremsen. Heute verrate ich ihr kleine Streiche, die mein älterer Bruder und ich damals unseren Eltern während des Frühstücks gespielt haben. Die deftigeren lasse ich sicherheitshalber weg. Nicht, dass sie gar noch auf die Idee verfällt, jene Anregungen daheim in die Tat umzusetzen.

„Stell Dir vor, Toni: Omis Bruder hat dann Türmchen aus Butterdose, Salz- und Pfefferstreuer gebaut und soo ...“
Ich erzähle und erzähle. Tonis Augen werden immer größer und ich bilde mir ein, die Ohren ebenfalls. So, wie sie mich anguckt, speichert sie garantiert sämtliche Details fix in ihrem Gedächtnis, das in diesen Minuten leider besonders gut funktioniert.
´Merk ich mir für später mal!`

Aber, über längere Zeit still zuzuhören, liegt ihr so gar nicht. Nein, sie hat auch etwas Dolles zum Thema beizutragen. Schelmisch grinsend platzt sie denn auch damit heraus:
„Omihiih. Papa hat mir tatsächlich mal ein aufgegessenes Ei falsch herum hin gestellt … !!“
„Nein, aber sowas auch…!!“
Äußerst stolz - Omi ist ja wohl total entsetzt – strahlt sie mich an.

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