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Thorsten

Von pamse Donnerstag 30.01.2020, 17:36

Am 30 Januar 1981,zwischen 19:15 und 20:22
Unsere damalige Sitzecke im Wohnzimmer war grün aus weichem Samtartigem Gewebe. Sie stand einladend im rechten Winkel im Wohnzimmer.
Mein Bauch drückte schon den ganzen Vormittag und Tag. Und jetzt in der Abendstunde zog es richtig nach unten als wenn jemand am Bauch zog. Obwohl schon einmal schwanger -wusste ich nicht, ob ich stehen oder sitzen soll. Oder etwas herumlaufen wär vielleicht auch gut.
Zwischen dem rechten Winkel der Couch lag auf dem Boden der weiße Flokati Teppich und darauf stand der runde Glastisch in der Mitte.. Vom Fernseher abgelenkt schaute ich mal wieder zum Bildschirm. Dann erinnerte mich mein Bauch wieder daran, das er was vor hatte , demnächst.
Egal in welche Stellung ich mich brachte ,nichts gab mir so recht eine Entspannung. Ich rutschte jetzt vom Sitz herunter und war mit den Knien auf dem Boden und beugte so gut es ging meinen Oberkörper über den Glastisch. Ich empfand das abliegen da auf der Glasplatte wohltuend wie eine Stütze. Beim erneuten Positionswechsel und aufrichten spürte ich jedoch eine Art kleinen Ruck in mir.
Das Gefühl könnte ich so beschreiben ,wenn eine Wasserbombe angeritzt wird und die Spannung lässt nach. Ich spürte auf einmal warme Beine und eine gute Erleichterung. Aufatmen, ach wie gut. Bemerkte gleichzeitig das ich in einer kleinen Pfütze kniete.
Der Flokati kooperierte mit mir und fing alles auf was da an Lebenswasser aus mir heraussickerte. Das war mir peinlich. Im ersten Moment. Aber dann war mir klar das ich unter der Geburt war. Der gute Mann brachte was zum trocknen und reicht mir die Hände zum langsamen aufstehen.
Die Tasche war gepackt. Ich sorgte dafür das mir nicht weiteres kostbares Nass verloren ginge und wir waren bereit. Bald ,vom ersten Kind in genauer Erinnerung, schlichen sich die ersten Wehen ein. Gut zum aushalten und zu kontrollieren in welchen Abständen sie kommen.
Zur kostbaren Fracht in mir hindenkend ,stiegen wir das erste Stockwerk hinunter zum Hauseingang hinaus in den Hof wo unser Hanomag Bus stand. Der hintere Bereich des Hanomag war für Camping ausgebaut hatte keine Sicherheitsgurte. Es war zwar schon lange Gurtflicht aber niemand ahnte, das Pamchen dahinten unter der Geburt sitzt oder liegt oder herumkugelt. Meine Wehen kamen deutlicher. Mit jedem Gedanken ,an einer roten Ampel haltend oder um die Kurve fahrend , hatte ich tatsächlich das Gefühl ,das sich die Wehen nach so einem sorgenvollen Gedanken anschließen wollten um sich dann in mir aufbäumen zu können. Mir war nach hinlegen und ja, das tat mir gut.
Der gute Mann gab mir immer den Hinweis wo wir gerade im Straßennetz seien und fragte ob es noch ginge. Ich spitzte zwar die Ohren und wurde aber gleich wieder von der nächste Wehe abgelenkt.
Nach dem ersten Kind, immer noch dem Gedanke der natürlichen Geburt stark verbunden, konnte ich es nicht erwarten in der Klinik zukommen. Und bald war es soweit. Er fuhr so nah an den Eingang wie es ging.Am liebsten hinein aber das nur scherzhaft gemeint.
Schon bald war ich herzlich aufgenommen und wurde in einem Stuhl in ein Zimmer gefahren. Dort waren erstmal die Herztöne wichtig. Und die Folge der Kontraktionen und die am Körper notwendige Manuelle Untersuchung zum Stand des Kopfes gingen Schlag auf Schlag. Es bleibt gar keine Zeit, lange auf dem Belegzimmer herumzumachen und es wurde gerade nur unsere Tasche dort abgestellt. Der gute Mann ging zurück und parkte das Auto dort wo sich eine Möglichkeit ergab.
Als er zurückkam wurde er zum Kreißsaal geordert." also wenn sie dabei sein wollen-- dann aber dalli" während ihm ein grüner Kittel und Haube übergestreift wurden. Hier, wo der Sohn und ich schon am arbeiten waren nahm er Platz und nahm meine rechte Hand.
Der Sohn möchte gerne jetzt mal endlich auf diese schöne Welt und er machte sich kraftvoll daran zum Ausgang zu gelangen. Erst war der Stand des Kopfes Fünfmarkstückgroß , als man seine schwarzen verklebten Haare sehen konnte und nun kommen schon kleine Messelektroden in seine Kopfhaut. Dann es ging gleich weiter. Die Größenangabe nun in cm zu hören war gut, denn nun hatte ich durch die Aussage eine gute Vorstellung vom Geschehen in den unteren Regionen. Der Sohn und ich mussten uns in Geduld wägen, denn die Hebamme, Schwester Mary, sagte klar das wir zwei auf die nächste Wehe zu warten haben und dann könnte ich mithelfen. Hier beschrieben zwar in einer Länge--ging alles in Wirklichkeit viel schneller. Die gewünschten --von mir gewünschten -Presswehen setzten ein .
Von denen erzählte mir meine Mutter . Sie sagte damals es sei wie bei einem Feuerwerk ---da müsse man durch. Erst komme das Feuerwerk und dann das Finale. Und so ähnlich verlief auch eine Geburt. Wenn mal die Presswehen den Weg zeigen hast du bald dein Kind.
Und dann gab Mary das Kommando und sagte:,, noch einmal schön in den Bauch atmen und diese Kraft nach unten schicken." Und dann rumpelte es kurz in mir und der kleine nasse wunderbare Sohn war da. Nur noch die Nabelschnur verbindet uns und bis sie aufhört zu pulsieren sind wir noch verbunden. Dem kleinen Bub wird der Schleim aus seinem Mündchen abgesaugt und die kleinen Elektroden zur Überprüfung des Sauerstoffgehaltes des Blutes im Kind werden am Köpfchen entfernt. Er kommt direkt neben dem Bett auf einen mit Licht vorgewärmten Platz.
Der gute Mann wendet sich glücklich dem kleinen Bub zu während der Doc sagt ,das alles dran sei. Leider gerade in diesem Moment wird dieser Stich gemacht ,an der Ferse um den Blutstropfen von dort zu gewinnen, der wieder andere Werte aussagt. Das war ungünstig---weil unten wurde gepiekst und oben freut sich der Vater über ihn gebeugt. So hätte der Bub auch denken können es war der Vater, der ihn piekste, aber das war eher meine Phantasie. Ja und bald bekam ich ihn und ich legte ihn in die Position die wir alle kennen.Er trank sofort und alles war schmerzfrei ohne Epi ,so wie ich das wollte.Das war heute vor 39 Jahren.

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