Sind Männer nicht wunderbar?
Von
tastifix
Dienstag 21.04.2020, 14:33
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tastifix
Dienstag 21.04.2020, 14:33
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Nein, ich würde es niemals wagen, über die andere Hälfte der Menschheit her zu ziehen. Dies hat die wirklich nicht verdient. Ich bestehe darauf: Der Mann: Ein wunderbares Wesen!
Bereits als Baby demonstriert er Überlegenheit. Sein Gebrüll übertönt einfach alles. Selbstbewusst reisst er fordernd das Fläschchen an sich. Das kleine Mädchen dagegen nimmt jenes eher zaghaft entgegen. Schon jetzt flirtet er begeistert von Kinderwagen zu Kinderwagen. Mehr geht ja noch nicht und so bleibt es beim charmanten Lächeln zum rosa Strampelanzug gegenüber. Er selber kleidet sich auch heutzutage noch bevorzugt in Blau.
Im Kindergarten sind dann alle Zweifel beseitigt: Es wächst der Führer der Welt heran und misst sich emsig in deftiger Wortwahl mit den Altersgenossen. Ab und zu rangelt er auch handfester mit ihnen. Schließlich soll die Rangfolge gewahrt bleiben. Bereits für den Dreikäsehoch gilt: Wer am lautesten kräht, wer die ´feinsten` Schimpfwörter kennt und wer sich in Prügeleien am besten behauptet, hat die süssesten der kleinen Mädchen für sich gewonnen. Dann allerdings auch die Qual der Wahl.
Welche ist es, die er an seiner Seite duldet, mit der er Hand in Hand durch die Kinderverwahranstalt tigert, für die er sich dann zunehmend frecher mit den Konkurrenten zankt? (Wehe, sollte es einer wagen, der Auserwählten etwa die Zunge heraus zu strecken … Dann hagelt es oft blaue Flecken!). Ein winziger blutender Kratzer lässt den Kleinen zum Helden werden, der sich jedoch hinterher zuhause bei Mama völlig unheldenhaft wegen jenes Schmisses die Augen aus dem Kopf heult. Dort darf er sich ja ruhig diese Blösse geben.
Die Angebetete mit den blonden Zöpfen und dem Rüschenkleidchen prahlt derweil ihrer Mama die Ohren voll:
„Er ist ja soo lieb. Er hat den Jens ganz feste verhauen, weil der mir das Spiel weggenommen hat. Er hat sogar Blut am Knie gehabt!"
Dabei strahlt die kleine Schönheit, denn der Freund hat all das ja ihretwegen auf sich genommen.
Einige Jahre später sind die Wortgefechte der Streithähne keinesfalls mehr jugendfrei. Doch des beweist ja Stärke. Der halberwachsene Mann hat wachen Auges registriert, dass die Zöpfe von ehedem mittlerweile dichten Gardinenfrisuren gewichen sind und deren Trägerinnen tatsächlich ebenfalls an Reife zugenommen haben. Zur Freude des Twens nicht nur an Verstand, sondern auch deutlich sichtbar äusserlich.
Der Jungerwachsene dann wird zum Kavalier, schenkt Blumen, reisst Türen auf, öffnet den Wagenschlag, schleppt Einkaufstüten hinterher und bringt sogar den Müll runter. Letzteres legt sich relativ schnell wieder ob der Erkenntnis, er dürfte das sonst eventuell sein ganzes restliches Leben lang tun. Eine grauenhafte Vorstellung, denn Müll stinkt.
Die Freundin, Geliebte oder auch Ehefrau bewundert ihn dafür maßlos und geniesst jene zeitlich recht knapp beschränkten überschwänglichen Zeichen tiefer Zuneigung genau deshalb von ganzem Herzen. Sie prahlt damit vor ihrer Mama, Schwiegermama und erst recht vor Freundinnen. Deren Männer, die sich anscheinend ihres Status als Krönung der Schöpfung bewiusster sind als der eigene Schatz, begehen nämlich all diese Fehler nicht. Deshalb lächeln die Freundinnen auch nur süßsauer und ärgern sich schwarz.
´Wie macht die das nur??`
Mann kutschiert das weibliche Gegenstück zum Friseur, latscht stundenlang hinter ihr her durch Karstadt, Kaufhof, C&A und sagt des lieben Friedens wegen sogar zu den unsinnigsten Bemerkungen seiner Herzensdame ´Ja und Amen`. Naja, Widerspruch würde ihm ja noch wochenlang vorgeworfen und darauf hat er keinen Bock. Bei den dann unausbleiblichen heftigen Diskussionen geht ja Zeit verloren, die er lieber vorm Fernseher beim Fussball oder mit Michael Schumacher verbringt. Der kluge Mann(Gibt es überhaupt unkluge Männer?) hält also lieber den Mund und stellt seine Ohren zur Nervenschonung auf Durchzug. Hoffentlich nur merkt sie das nicht … !!
Mann spielt Beschützer und Retter aus der Not, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet. Nur zu gerne stellt er seine breite Schulter zur Verfügung, hat die Angetraute Weltschmerz oder, was noch viel schlimmer ist, feststellen müssen, dass die Freundin sich nur einen einzigen Tag später das gleiche Kleid gekauft hat, welches doch so einmalig war. Mann rührt dieser übergrosse Kummer und trocknet zärtlich Tränen. Er ist es, der tröstet und Halt gibt und seelisch deswegen ganz beachtlich wächst.
´Was bin ich doch für ein toller Kerl?!!`
So ists doh völlig unerheblich, dass der Freund, Geliebte, Ehemann beim Anblick einer Spritze die Waagerechte sucht und bei Anwesenheit im Kreißsaal - zwecks seelischer Unterstützung der werdenden Mama - gar nach spätestens zwei Minuten umnachtet danieder líegt??
Das verzeiht Frau ihm voller Mitleid.
Denn er ist ja trotz allem nur ein Mann.