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Schneeflöckchen, Weißröckchen ...

Von tastifix Freitag 08.01.2021, 23:02

Alle hatten es sich gewünscht und dann war dieser Traum wahr geworden. Bei klirrender Eiseskälte fielen die ersten, noch schüchternen Schneeflocken und am nächsten Tag durfte ich morgens eine glitzernde Märchenlandschaft bewundern.
Nachmittags dann betrachtete ich entzückt die umstehenden weißen Knusperhäuser und die sich im Winde wiegenden Äste der Bäume in meinem Garten, die eine blitzende Zuckerguss-Decke schmückte. Noch immer segelten unaufhörlich dicke Flocken zur Erde. Es war ein sehr romantischer Anblick, der mich mit seinem Charme dem Alltag entrückte.

Aber ich vergaß dennoch meine gefiederten Freunde nicht, die so plötzlich von der Kälte überrascht wurden. In dem dichten Geäst der Weidenkatze saßen dicht an den Stamm gedrängt eng aneinander gekuschelt Elster Emelie und ihr Elsternfreund. Wie Federbälle sahen sie aus, so dick hatten sie sich aufgeplustert, um sich vor dem Erfrieren zu schützen. Damit sie wenigstens keinen Hunger litten, baumelten Futternetze mit einem ausgesprochen abwechslungsreichen Menüangebot an den Ästen und unten auf der Erde hatte ich für die Piepmätze aller Arten und Größen eine langgestreckte Tafel mit erlesenen Körnerköstlichkeiten angerichtet. Froh beobachtete ich die Vögel dabei, wie sie begeistert pickten und sagte mir, dass ich deren Geschmack wohl genau getroffen hatte.
Während es sich unten die Tiere schmecken ließen, hüpften Emelie und ihr Elsternfreund über einen der dünnen Äste balancierend zur Futterschlange und zupften an ihr herum. Eine Zeitlang hielt deren Netz die Zwangsmassage aus. Darüber zunehmend ungehaltener, zerrten die Beiden dann dermaßen kräftig, bis es riss und sich das ersehnte Luxusmenü auf der Erde verteilte. All die Aufregung war vergessen und zufrieden begaben sie sich zu Tisch.

Ich beobachtete sie noch eine Weile und zog mich dann in mein Arbeitszimmer zurück. Dort blieb mir der Blick nach draußen inzwischen leider verwehrt. Die großen Dachfenster waren völlig zugeschneit. Vorsichtig öffnete ich sie einen Spalt weit, sofort wurde es frostig im Raum. An den Rahmen hingen blinkende Eiszapfen und von der weißen Mauer davor stoben Flocken ins Zimmer. Rasch schloss ich die Fenster wieder.

Immer noch rieselte leise der Schnee. Ob es tatsächlich ein weißer Winter wurde ... ?












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