Protest!!
Von
tastifix
Mittwoch 15.04.2020, 17:06
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tastifix
Mittwoch 15.04.2020, 17:06
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Wir waren es leid wie dicke Tinte. Es dauerte einfach viel zu lange. Treppauf, treppab und ... Und immer wieder mussten wir längere Zeit auf ein- und demselben Fleck verharren. Puuh, war das anstrengend!
Nur mit viel Glück fanden wir eine für uns passende Lücke, in die wir uns dann unter manchmal erheblichen Schwierigkeiten hinein quetschten. Hatten wir tatsächlich jenen jämmerlich schmalen Platz erobert, wurde unter Garantie von beiden Seiten oder von hinten gestoßen oder gar dreist getreten. Im schlimmsten Fall erwies sich der Übeltäter als ein Damenschuh mit extrem hohen Absatz. Denn das zugehörige weibliche Wesen hatte, unsicher hin- und her wackelnd, beträchtliche Schwierigkeiten, überhaupt noch die Balance zu halten. Der mindestens 7cm hohe Absatz bohrte sich in den Fuß unseres Meisters, der sich darüber wahrlich extrem freute und laut los jaulte. Kavalier zu bleiben und sich den Schmerzensschrei tapfer zu verkneifen, war nicht drin.
Er durfte im Gegensatz zu uns spontan seinen Gefühlen Ausdruck verleihen, er ja! Aber wir?? Wir konnten nicht los brüllen, als ob wir am Spieß stecken würden. Uns blieb nur ein recht eindrucksvoller Indianertanz, um solch geartetem Schmerz, der gleich eines Stricknadelstiches blitzartig durch uns hindurch schoss, entgegen zu wirken. Zum Glück verebbte er recht schnell und wir fühlten uns wieder wohlauf.
Doch die Hoffnung, danach würde uns Schonung zuteil werden, mussten wir sofort wieder vergessen. Denn hier stand nicht nur diese eine Halle, sondern noch mindestens sieben weitere und jene zu durchstreifen, würde sich unser Meister bestimmt nicht entgehen lassen. Für Erbarmen mit uns schien da anscheinend kein Platz. Merkte er es denn nicht ... ??
Die Qual nahm und nahm kein Ende. Dabei zählte er doch keinesfalls mehr zu den Zwanzigjährigen, sondern war tatsächlich bereits dreimal so alt, aber leider zu unserem Pech energiegeladen wie ehedem. Tja, dagegen waren wir mit unserer Kraft am Ende. Dieses extreme Fitnesstraining sprengte wirklich den Rahmen. Eine solche Rücksichtslosigkeit ging zu weit, schrie regelrecht nach einer Bestrafung.
Wir rafften uns auf, beriefen den Krisenstab ein und fällten einen raschen Beschluß. Die Zeit drängte.
Zwei Oberschenkel, zwei Kniee, zwei Unterschenkel mit den inzwischen geschwollenen Waden und zwei Füße mit den unübersehbaren Blasen waren sich einig:
´Der bleibt morgen im Bett: Muskelkater!!`
Und wir, seine armen gequälten Beine, dürften uns endlich ausruhen.