Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

13 9

Paula und Johann Teil 3

Von Muehlbachhexe1 03.02.2019, 19:46 – geändert 03.02.2019, 20:43

Ja, und dann hat die Agathe angefangen, dass sie den Johann zu den unmöglichsten Zeiten antelefoniert- was die Paula im Hauptquartier übrigens nicht dürfen hat - anrufen, mein ich - und nicht einmal zu ganz normalen Zeiten!

Ich sag`s euch- manchmal, wenn sie tagelang nix vom Johann gehört hat, hat sie in seiner Heimatzeitung die Todesanzeigen angeschaut, weil, wenn den, sagen wir mal der Schlag getroffen hätte, dann hätte die Paula das ja nicht einmal erfahren! Aber das nur nebenbei.

Jedenfalls haben die telefonischen Störfeuer die Paula sowas von angemeiert, das glaubst! Und einmal, wie in der Ruine wieder kurz vor Mitternacht das Telefon gegangen ist, war des grad besonders ungünstig. Weil die Paula und der Johann ziemlich miteinander beschäftigt waren- wenn ihr versteht, was ich meine!
Also, das Telefon scheppert, und was tut der Johann? Schießt wie ein Pfitzipfeil aus der Koje, hechelt „Des ist mei Frau“ und galoppiert an`s Telefon! Die Paula hat gemeint, sie spinnt! War natürlich bloß Kontrolle und nix Wichtiges, was die Agathe wollen hat! Da könnt ihr euch vorstellen, wie die Paula den Johann zur Sau gemacht hat! Ist doch wahr! Der ist alles vergangen! Aber verziehen hat sie ihm dann doch wieder, weil dem die Sache danach auch echt z`wider war!

Apropos: der Sex mit dem Johann war einwandfrei und an Essen und Trinken und so hat es der Paula nie gefehlt. Also überaus großzügig mit der Versorgung war der Johann, das muss man ihm lassen – aber sonst war nix los mit Unternehmungen und so.

Jetzt braucht die Paula eh kein Remmidemmi, aber so fad hat`s auch nicht sein müssen. Also hat sie angefangen und immer wieder was Schönes organisiert. Eine Schifferlfahrt mit Feuerwerk, ein Konzert, Wellnesstage, Einladungen- die Paula hat gedacht, daß sie dem Johann eine Freude macht - ja Pfiffkas- da ist sie blöd dagestanden mit ihren schönen Überraschungen und hat allein hingeh`n können. Der Johann ist lieber unter dem Dach von seinem Ehedrachen- und auf seiner Couch geblieben!

Also wenn man jetzt so ein paar Sachen weiß, kann man schon verstehen, daß die Paula immer stinkiger geworden ist.

Und wie der Johann wieder einmal auf der Stelle die Anweisungen von seiner oberbayrischen Sirene ausgeführt – und sich für die Familienmafia zum Affen gemacht hat, hat die Paula eine solche Wut gekriegt und den Johann dermaßen zusammengefaltet, also des glaubst nicht. Mein lieber Schwan, die hat nix ausgelassen!
Also ungefähr so: Dass er ihr ein ganzes Leben miteinander versprochen hat und eine ordentliche Hütte und Urlaub und ein schönes Leben und was weiß ich, noch alles! Und dass sie ihm vertraut und geglaubt hat und es gar nicht fassen kann, wie er sie in die Pfanne haut. Dass sie nix miteinander machen, noch nicht einmal zwei Tage Urlaub im Bayr. Wald, aber er mit seiner Mischpoke, incl. Ihrer Heiligkeit Agathe, in den hohen Norden hat fahren können- 14 Tage Urlaubsseligkeit im putzigen Ferienhäuschen! ( Hat er nämlich tatsächlich gemacht!)Weil sie bloß ein Betthupferl ist und er sich kein bißl interessiert für ihr Leben- ob sie grad krank ist, oder traurig oder sonst was. Dass sie immer in der letzten Reihe steht, Millionen Kilometer hinter der Familie, hundert Kilometer hinter allen anderen Leuten, wahrscheinlich noch hinter der Gewerkschaft und vielleicht grad noch vor der örtlichen Müllabfuhr.
Dass er im Agath´schem Anwesen den Hausl macht , in seiner Ruine aber überhaupt nix weitergeht, außer dass die Risse in der Wand immer breiter werden und er drauf warten kann, dass ihm der Gnadenhof für Nagetiere, der er ist, über`m Kopf z`ammfällt. Und das sie, die Paula, Magengeschwüre kriegt und Depressionen, wenn sie noch länger auf die halbaufgehauten Wände schaut und auf die Löcher im Linoleumboden und von dem Dreck überall, Gott bewahre, noch die Krätze. Himmelherrschaftszeiten, ist doch wahr!

Und weil sie grad so in Schwung war, die Paula, hat sie noch hinterhergeschmettert, dass er keinen Arsch in der Hose hat, der Johann, und feig ist und Angst hat vor der greislichen Agathe, jawoll!

(Die Paula hat einmal unfreiwillig ein Bild von der Agathe anschau`n müssen. Ja verreck! Die Frau ist sexy wie ein Holzbein. Die hat die Ausstrahlung einer Mostbirne, mißgünstig und schmallippig, verkniffene Gesichtszüge und am Kopf eine Frauenbundbetonfrisur. Echt wahr!)

Die Paula hat also rumgeplärrt und der Johann, der hat immer bloß geschaut wie ein Gekreuzigter und hat nix zum dagegenreden gehabt. Weil´s ja gestimmt hat! Aber zugeben ist für den Johann auch nicht gegangen. Da war`s ihm grad recht, dass ihm die Paula mit ihrem Geschrei eine Steilvorlage geliefert hat. Da hat er den Spieß einfach umdrehen- und mit einer Selbstgerechtigkeit - dass es der Paula die Zehennägel aufgekranzelt hat –behaupten können, dass die Paula mit ihrem ewigen Theater selber schuld dran ist, dass er jetzt keine Lust mehr hat auf Urlaub und so. Und dass er sich an keine Versprechen mehr gebunden fühlt, weil sie eine Psychopathin ist! Sodala!

Und dann hat der Johann - überwältigt von seiner schrägen Logik -die Paula wieder einmal zügig aus der Ruine komplimentiert. Da war`s schon praktisch, dass sie nach jedem Rausschmiß jedesmal weniger Platz für ihre Sachen vom Johann gekriegt hat, weil sie jetzt bloß noch ihre Handtasche hat mitnehmen müssen. Und das spart Zeit und Rumpacklerei!

Aber das muss man schon sagen, der Johann hat der Paula jedesmal noch einen Kaffee gekocht, bevor er den Schlüssel hinter ihr umgedreht hat.
(Unter uns: Die Paula hat sich schon gefragt, warum er sich immer einsperrt, ob aus Angst, dass sie zurückkommt und ihn vergewaltigt, oder dass sie sich ihm vor die Füße schmeißt und damit seinen Toilettengang behindert?)

Paula, du blöde Kuh, hab ich gesagt - als Blutsschwester und quasi siamesischer Zwilling muss ich das direkt- du verplemperst wertvolle Lebenszeit und schmeißt einer Flachpfeife dein Herz hinterher! Der Johann ist ein beziehungsunfähiges Wrack, bei dem hilft nix mehr, kein Therapeut, keine Wallfahrt und keine schwarze Schmier` und wenn du nicht rasant die Kurve kriegst, bist du selber bald fällig. Paula, nimm deine Haxen in die Hand, putz ihn dir von der Backe und mach schleunigst die Biege!

Und was tut die Paula, das Rindvieh? Hört sich meinen Vortrag an, wedelt ihn lässig weg, schmeißt sich ein paar Magentabletten ein, dem Johann ihr Herz hinterher, rafft ihr Rockerl und springt, sobald der auftaucht und nach ihr ruft, wieder zu ihm in die Ruine und in seine Arme.

Jedenfalls ist das noch ein paarmal so gegangen, mal waren sie z`amm, dann wieder auseinander und jetzt kommt`s- die machen immer noch miteinander rum.

Die Paula findet es, scheint mir, derweil ganz g`schmeidig, wie`s läuft. Sie hat keine Verpflichtungen und keine Hausarbeit, weil in der Ruine eh nix zum aufräumen ist, waschen und bügeln tut Frau Johann und wenn er, der Johann, im oberbayrischen Hauptquartier nachschaun muss, kann sie tun und lassen was sie will. Bloß ohne Körperkontakt zu fremden Männern- eh klar! Aber dafür hat sie ja den Johann und dem ist sie unerschütterlich treu.

Also, dann hoffen wir halt einmal, dass der Paula das Leben wie`s ist noch ganz lang taugt. Und wenn`s vielleicht doch einmal wieder anders wird, hat sie ja mich! Ich werde ihr wieder wohlwollende Ratschläge geben, und sie wird nicht drauf hören und tun wie sie meint!

Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Kreativ Schreiben > Forum > Paula und Johann Teil 3