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Paul auf der Jagd nach Nr. 4 (Teil 9 Das Ende)

Von billyblue Freitag 12.07.2024, 14:09

2 Jahre waren Paul und Monique nun schon zusammen. Für Paul hätte es immer so weitergehen können. Monique schien aber irgendwie unzufriedener zu werden. Nach den vielen in die Hosen gegangenen Abenteuern, hatten sich ihre Gefühle anscheinend etwas abgekühlt. Es kamen schon mal solche Kommentare wie „wird dir das ewige pendeln nicht zu viel, vor allen Dingen was das an Benzin kostet.“ Paul antwortete in seiner Naivität nur: „Schatz für dich ist mir kein Weg zu weit“. Damit war es für ihn abgetan.
Als er mal kurz nachhause fahren musste um einiges zu erledigen, konnte er es nicht abwarten sein geliebtes Wesen anzurufen. Gesagt getan, entspannt hingesetzt und den Hörer in die Hand nehmen war eins. Es klingelte länger. Sollte die Geliebte beschäftigt sein und nichts hören? Doch nach einiger Zeit war sie dann doch am anderen Ende der Leitung. Voller Freude sprudelte es aus ihm heraus, wie sehr er sie vermisse. Auf der anderen Seite entstand eine längere Pause.
„Du, ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Hast du nicht gemerkt, dass unser Zusammensein in der letzten Zeit anders geworden ist? Etwas fehlt. Ich mag dich noch sehr, aber meine Gefühle haben sich irgendwie geändert. Die Leidenschaft, die Liebe ist nicht mehr so wie früher; es wäre besser du würdest nicht mehr kommen. Du kannst dir deine Sachen abholen aber dann, ja was dann? Beenden wir unsere Liebesbeziehung, aber wir können ja gute Freunde bleiben.“
Um Paul fing sich die Welt an zu drehen. Wenn er nicht schon gesessen hätte, wäre er mit weichen Knien zu Boden gesunken. Sein erster Gedanke, jetzt ist alles aus. Hatte er wieder nicht richtig zugehört und die leichten Untertöne von Monique nicht mitbekommen? Das war es also nach 2 glücklichen Jahren. Also doch nur Nr. 3,5, naja von welcher Seite man es auch sehen mag.
Paul holte sich einen doppelten und dann dreifachen Scotch und kippte das teure Getränk einfach so hinunter. Das hatte natürlich Auswirkung auf seinen Metabolismus. Nach kurzer Zeit vermischten sich seine Gedanken und weg war er.
Irgendwann in der Nacht erwachte er mit brummendem Kopf aus seiner Ohnmacht. Irgendwas war anders, allerdings wusste er nicht was es war, nur ein komisches Gefühl. Er stand schwankend auf und öffnete die Terrassentür. Es kam ihm so vor, als ob irgendwas Undeutliches auf dem Rasen stehen würde. Langsam ging er näher darauf zu und stieß einen Schmerzensschrei aus. Er war mit der Stirn gegen etwas unsichtbares gestoßen. Als altem Sciences Fiction Fan war ihm sofort klar, dass es sich nur um einen Schutzschirm handeln konnte, der zwar Strahlung, aber keine feste Materie durchlies Sollten die kleinen grünen Männchen ausgerechnet bei ihm gelandet sein?
Als nächstes bildete sich ein Spalt, ein seltsames Wesen kam heraus, Eine Kreuzung zwischen einem Bieber und einer Maus. Aus dem Mund, eher einer Schnauzte, raget ein großer Nagezahn heraus. Es war mit einer Kombination bekleidet. Sie hatte am Hintern einen Schlitz für seinen Biberschwanz , auf dem es sich stützte.
„Hallo Paul, wie geht’s“ kam aus seinem Mund, „ich heiße Guck, kannst mich aber gerne Gucky nennen wie die meisten Leute“
Im ersten Moment war Paul sprachlos, woher kannte das Wesen seinen Namen?
„Warum sollte ich deinen Namen nicht kennen“ antwortete Gucky auf die nicht laut ausgesprochene Frage. „Kein Problem, als Telepath ist das einer meiner leichtesten Übungen. Ich gehöre doch zum Mutanten Korps des Solaren Imperiums. Prof. Arno Kalup, einer unserer größten Genies und Wissenschaftler hat den Zeittransmitter der Meister der Insel (MdI) weiterentwickelt und daraus ist der Nullzeitdeformator entstanden. Ich habe ihn mir einfach mal ausgeborgt“
Er zog eine Mohrrübe aus einer Tasche seiner Kombination und nagte hingebungsvoll.
„Es gibt einfach nichts Besseres als eine Möhre. Für die würde ich meilenweit gehen, natürlich nur im übertragenen Sinne.“
Paul schaute sich Gucky intensiver an und bemerkt die kurzen Beinchen. Nee, damit wäre gehen etwas anstrengend geworden.
„Warum stehen wir eigentlich hier draußen rum, lass uns reingehen, im Wohnzimmer ist es doch gemütlicher“
Gesagt getan, Gucky nahm in bei der Hand und plötzlich saßen sie auf der Couch. Erschrocken blieb Paul starr sitzen.
„Ich vergaß, ich bin natürlich auch Teleporter, was mir bei meinen Beinen ungemein zugutekommt.“
Paul konnte nur noch staunen.
„Kannst du dir nicht denken warum ich ausgerechnet bei dir gelandet bin? Im Orbit habe ich geespert und der stärkste gedankliche Sender warst du. Darum wollte ich diesen unbedingt kennen lernen. Willst du mir nichts von deinem Getränk anbieten?“
Paul wollte nach der Flasche greifen aber die machte sich plötzlich selbstständig. Sie flog durch die Luft und schüttete ganz ohne jegliches Zutun ein Glas voll.
„Wie du siehst, bin ich ein Multimutant, was würde die Menschheit nur ohne mich machen? Prost. Brr was für ein fades Gesöff, hast du nichts Stärkeres? Ich hol mal was aus meinem Depot, einen Vurguzz. Das trinkt mittlerweile die ganze westliche Galaxis, nur die Blues auf der Eastside können sich nicht damit anfreunden. Nun ja, die waren schon immer etwas anderes und haben sich meist nur mit sich selbst beschäftigt“
Damit teleportierte er. Mit einem Plopp strömte die Luft in das Vakuum, welches er hinterließ. Kurze Zeit später war er mit einer Flasche giftgrüner Flüssigkeit wieder da.
„Komm gibt dein Glas her, jetzt wirst du mal was richtig Gutes kennenlernen.“
Paul nahm einen großen Schluck, dann schien für ihn der Planet zu explodieren. Jede einzelne Zelle kreiste in einem rotierenden Schlund mit tausenden von blinkenden Sternen, wie in einer Supernova. Nach längerer Zeit konnte er die Wirklichkeit wieder wahrnehmen.
„Wow das ist ein Gesöff und das trinkt ihr wirklich?
„Klar nach dem 2. Glas ist das alles nicht mehr so schlimm. Gib es nochmal her, ich fülle es dir wieder.“
Paul nippte diesmal vorsichtiger, nicht mehr auf ex. Langsam kamen seine Geschmacksnerven wieder. Es war wirklich so, nach etwas Gewöhnung schmeckte es nicht mal so schlecht. Auf das 2. Folgte ein 3. und dann noch mehrere. Er hätte so gerne gefragt wie der Alltag im Jahr 457 NGZ(Neue Galaktische Zeitrechnung) aussehen würde, aber er hatte ein Problem mit der Zunge. Seine Gedanken waren glasklar, nur artikulieren war nicht mehr möglich. Das letzte was er sah war ein grinsender Mausbiber der vor ihm in der Luft schwebte.
Irgendwann wachte er mit grässlichen Kopfschmerzen auf und war allein. Sein nächtlicher Besucher war verschwunden ohne eine Spur zu hinterlassen. Diesmal war der Alkohol nicht sein Tröster, sondern ein Biest, welches ihn gebissen hatte. Mit einem unsicheren Gang machte er sich auf, Richtung Garten. Auch da war niemand mehr. Halt, war da in der Mitte nicht das Gras heruntergedrückt? Hatte da nicht was gestanden? Er fühlte auf seine Stirn eine leichte Beule. War das jetzt wahr gewesen oder nur ein Traum, bedingt durch den vielen Alkohol? Die Schwellug konnte auch durch einen Sturz in der Nacht entstanden sein. Egal, dass an was er sich erinnern konnte, war außerordentlich. Sollte er wirklich so starke Gedankenwellen ausgesandt haben, dass er das ganze planetarische Summen der Anderen übertönt hatte? Toller Gedanke, Paul der Einzigartige, der, den die Außerirdischen ausgewählt haten. Wenn es wirklich so war, dann hat der Trennungsschmerz von Monique die Kräfte freigesetzt hatte. Vielleicht war sie ja doch Nr. 4.

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