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Paul auf der Jagd nach Nr. 4 (Teil 7 Die Rache)

Von billyblue Mittwoch 19.06.2024, 20:23

Nach dem unfreiwilligen Spaziergang war Paul doch etwas zurückhaltender mit den nachbarlichen Kontakten. Immer wenn er auf der Straße war, fühlte er die Blicke auf sich gerichtet und meinte ein grinsen hinter seinem Rücken zu spüren. Es konnte natürlich auch Einbildung sein.
„Wenn ich den erwische“, dieser Gedanke ging ihm nicht mehr aus dem Sinn und wurde fast schon zur fixen Idee. Irgendeiner aus seinem Bekanntenkreis, jemand aus dem Dorf musste es doch sein. Kein Fremder hätte seine Adresse gekannt. In seinem Kopf ging es rund. Was würde er mit dem nur machen? Seine Fantasien gingen mit im durch. Aufhängen, verprügeln, blamieren? Irgendwas musste geschehen um seine Selbstachtung wieder her zu stellen. Im fiel einfach nichts ein, zumal er erst rausbekommen musste, wer ihm den bösen Streich gespielt hat. Kommt Zeit, kommt ‚Fahrrad, wie der Türke so schön sagt. Langsam wurde er wieder ruhiger und zeigte sich auch wieder in der Dorfkneipe nur Monique war nicht zu bewegen, wieder am Dorfgeschehen teilzunehmen.
Ein halbes Jahr war ins Land gegangen und er war nicht weitergekommen, als am ersten Tag. Es war immer noch Sommer mit lauen Nächten, die zum Feiern animierten. Fritz hatte Geburtstag und zu einem Barbecue eingeladen. Einmal muss sich alles normalisieren. Paul und Monique gingen nach einigem Zögern hinüber. Fritz hatte alles aufgefahren was man zu so einer Feier brauchte. Er stand hinter einem superlangen Grill. Der musste so groß sein, es waren so 20 Personen eingeladen und die hatten bestimmt alle zur gleichen Zeit Hunger. Franz hatte sich bereit erklärt den Posten des Grillmeisters zu übernehmen. Er war natürlich zünftig mit einer bunten Schürze bekleidet. Aus der Tasche ragte ein Faden. Jedes Mal, wenn er eine Bierflasche öffnete, zog er daran und was für ein Gag ,am Ende war ein Stoffpenis mit einem Flaschenöffner befestigt. Die Holzkohle wurde entzündet, nach einer halben Stunde war genug Glut vorhanden um die Köstlichkeiten zu braten, die der Metzger für einen solchen Anlass geliefert hatte. Steaks, Fackeln, Bratwürste und noch vieles anderes. Sogar an die Vegetarier war gedacht worden. Da kamen natürlich die ersten Witze auf. „Ich kann aus Glaubensgründen nichts Veganes essen, ich glaube nämlich nicht, dass es schmeckt“. Allgemeines Gelächter brandete auf. Eine Stunde auf das Essen warten bleibt natürlich nicht ungesühnt. Eine große Kühltruhe an der Hauswand, gefüllt mit Bier und Schnaps für die harten Männer und Cola und Limo für die schwachen Frauen stand bereit. Die Zeit musste genutzt werden und den Getränken war schon heftig zugesprochen worden. Auch Paul genehmigte sich einige Bierchen. Er hatte aber gegenüber den Anderen einen Vorteil. Immer wenn sein Körper glaubte, das nächste Getränk würde zum Schwips führen, fingen seine Augen an zu kneifen. Das war das Zeichen für ihn, nichts mehr zu trinken. Er blieb auf solchen Feten dann meist ziemlich nüchtern, während die anderen weiter tranken, was dann leicht zum Kontrollverlust führen konnte.
Zu fortgeschrittenen Zeit kam Fritz auf ihn zu. Er hatte sich nicht mit dem Schlucken zurückgehalten. Nicht mehr klar artikulierend lallte er: „Du bist mir doch nicht mehr böse für den Streich. Ich wollte damals auch im Teich baden. Du und Monique wart gerade im Wasser anderweitig beschäftigt, Der stecken gelassene Schlüssel war einfach zu verlockend. Es war eine ganz spontane Entscheidung, nachher habe ich es bereut. Du bist doch nicht mehr böse?“
Natürlich war Paul noch sauer und endlich hatte er den Täter, wenn der auch sein Geständnis ohne Alkohol nie gemacht hätte. Paul blieb ruhig und seine grauen Zellen fingen an zu mahlen. Was Fritz spontan kann, konnte er schon lange. Wie ein Blitz kam fiel ihm das kleine Fläschchen mit der grünen Flüssigkeit ein. Das Zeug hatte bisher immer einen durchschlagenden Erfolg gehabt. Er machte sich auf, nachhause ins Bad und an den Medikamentenschrank. Er hatte eines von den kleinen Schnapsfläschchen mitgenommen und füllte zwei Messbecher hinein. Dann etwas schütteln und wieder zurück zur Feier. Fritz musste sich mittlerweile setzen, stehen war nicht mehr so ganz das Richtige für ihn. Paul holte sich noch einen kleinen Feigling und ging zu Fritz. „Komm trinken wir einen und begraben das alles“ Er gab ihm das präparierte Fläschchen und stieß mit am. „Auf Ex“ Kopf zurück und runter mit dem Zeug. „Puh“ meinte Fritz, „das ist aber ein hartes Gesöff“. Nach einer Viertelstunde war es besser sich nicht zu nahe bei ihm auf zu halten. Ein übler Geruch machte sich mehrmals breit. Plötzlich sprang er trotz des vielen Alkohols, den er in sich hatte, auf und versuchte die Tür zu erreichen. Leider war er nicht schnell genug, während wir im hinter her schauten, machte sich ein großer brauner Fleck auf seiner Hose bemerkbar. Ab diesem Zeitpunkt war er nicht mehr zu sehen. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Gegen Morgengrauen wankten die letzten nachhause. Es war ein richtig toller Abend.

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