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Paul auf der Jagd Nach Nr. 4 (Teil 4 Der Hund)

Von billyblue Montag 10.06.2024, 20:39


Wieder war eine Zeit vergangen. Er reflektierte die letzten Wochen. Warum musste Sie auch ein altes Bild benutzen? Eigentlich hätte er es ja merken müssen. Welche Frau benutzt noch Klamotten und Frisuren aus den 80 Jahren. Es fiel ihm einfach schwer sich in die weiblichen Wesen hinein zu denken. Manchmal meinte er, es wären Wesen von einem anderen Stern, eben ein anderes Universum. Was würde eigentlich geschehen, wenn von heute auf morgen alle Frauen verschwunden wären? Chaos oder ein friedliche vor allen Dingen ruhige Welt. Nun ja, vielleicht würden das die Frauen anders sehen, für sie müssten wohl alle Männer plötzlich verschwinden. Schöne neue Welt? Wir werden es nie herausfinden.
Tja, soll ich noch mal im Katalog vorbeischauen? Dass man so die wahre Liebe finden würde war Paul schon klar. Jedenfalls war die Wahrscheinlichkeit ziemlich gering. Doch was solls, es gibt auch jede Woche Lotto Hauptgewinner. Alle Bedenken über Bord werfend, gab er wieder dieselben Suchkriterien ein. Frau, Umkreis 50 Km, Alter 50-80 Jahre. Ratter, Ratter und das Bilderbuch erschien, 20 Treffer. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn da nicht wenigsten eine kleine Liebe für ihn zu finden wäre. Ja, die Blonde, nein, die nächste, die Schwarzhaarige, die gefiel ihm. Er sendete sofort die gespeicherte Floskel „Hallo schöne Frau. Ich habe dein Lächeln gesehen und war so fasziniert davon, dass ich dir einfach schreiben musste. Wollen deine smaragdgrünen Augen mir persönlich in meine schauen?“ Siehst du, man muss nicht immer alles löschen. Er wartete, nichts geschah. Vielleicht ist sie heute nicht online. Am nächsten Morgen immer noch keine Antwort aber gegen Abend endlich eine Reaktion.
„Hallo, wer bist du? Stell dich doch einmal vor.“
„70 Jahre, 75 KG schwer, für den Rest brauchst du nur mein Profil zu lesen.“
„Ok, werde ich machen“
Es blieb nicht nur bei diesem kurzen Briefwechsel, die Mails wechselnden hin und her. Langsam wurden sie etwas vertrauter. Dann Telefonnummern und Austausch der Adressen. Paul wurde es warm ums Herz, sollte sie Diejenige sein? Das erste persönliche Kennenlernen wurde geplant. Es war so weit. Das Auto wurde aus der Garage geholt, Navi an und weg. Sie wohnte in Wallenfels. Sollte das ursprünglich ein Fels im Wald gewesen sein? 64 Einwohnern. Mein Gott, solche kleinen Dörfer soll es wirklich geben. Die Straßen wurden immer kleiner und dann kam endlich mal ein Schild, noch 3 Km. Es wurde immer einsamer, rechts und links nur Wald. Plötzlich tauchten auch einige Häuser auf. Die genannte Adresse war in diesem Liliputdorf schnell gefunden. Er parkte seinen Wagen und klingelte. Ding dong, aber was war das? Ein Hund bellte. Die Tür ging auf, sie stand lächelnd vor ihm aber zwischen ihren Füßen drängte sich ein Dobermann. Paul lief eine Gänsehaut den über den Rücken. Schon kamen die schrecklichen Bilder wieder in ihm hoch. 3 Hunde hatten sich in seinem bisherigen Leben sein Bein als Knochen ausgesucht. Zuerst ein Spitz, dann ein Dackel was aber nicht so schlimm war. Ein leichtes Kneifen, mehr merkte er nicht davon. Doch zu guter Letzt war es ein Rhodesian Richback. Lt. Wikipedia: Ein beeindruckender, muskulöser Hund, der bei der Jagd auf Großwild und Löwen eingesetzt wurde. Paul hatte einen Lehrgang und wohnte in einer Pension. Diese hatten diese Bestie, die zu allem Überfluss auch noch verniedlicht „Susi“ genannt wurde. Sie war angekettet, doch Paul kannte genau deren Reichweite. Genau an der Grenze blieb er stehen und amüsierte sich köstlich darüber, wie „Susi“ gleich zurück gerissen würde. Doch „Scheisse“ irgendeiner hatte wohl Mitleid mit dem Kettenhund und sie losgebunden. Sofort hing sie mit ihrem wirklich imposanten Gebiss an seinem rechten Bein. Paul dankte der damaligen Mode mit den ausgestellten Hosenbeinen, dort zerrte der Hund herum nachdem er vom Schienbein abgerutscht war.
Das war alles wieder da, obwohl er schon lange nicht mehr daran gedacht hatte.
Er überreichte vorsichtig den Strauß Blumen und ging vorsichtig hinter ihr her. Auch hier war der Tisch gedeckt. Beide nahmen Platz, sie schenkte ihm eine Tasse Kaffee ein. Nach einer Weile wurde auf die Couch gewechselt. Langsam näherten sich ihre Hände, ihre Köpfe näherten sich und die ersten Küsse wurden ausgetauscht. Das alles machte Paul aber sehr vorsichtig, immer wieder schaute er sich um. Der Dobermann lag langestreckt hinter ihnen und achtete darauf, dass seinem Frauchen kein böses Leid geschehen würde. Wann wird er denken, dass es zu viel für sie sei. Paul fühlte sich sehr unwohl, irgendwie sehr gehemmt. Er war einfach nicht locker, er musste sich einfach dauernd umschauen. Darunter litt natürlich auch seine Libido. Es rührte sich einfach nichts, der kleine Mann konnte sich nicht zu seiner prallen Größe entfalten, er blieb einfach der kleine Mann.
Paul ließ in eine forschen Annährungen nach, löste sich langsam und ganz vorsichtig von ihr, immer auf den Dobermann schauend. Sie war enttäuscht. Man merkte es ihr deutlich an. Mit einer letzten, vorsichtigen Umarmung verabschiedete er sich wieder. Nein, ein so großer Hund bei jedem Liebesspiel im Rücken fühlen, da klappt nichts.
Draußen im Auto wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Er fühlte sich wie nach einem 10.000 m Lauf. Da in das Dorf nur eine Straße hinein ging, führte natürlich auch nur eine wieder raus. Er drehte auf der Stelle, langsam ging es wieder Richtung Heimat. Die Straßen wurden breiter und auch die Markierungen waren wieder zu erkennen. Zuhause angekommen genehmigte er sich wieder einen seines geliebten15 Jährigen Glenfiddichs. Entspannt lehnte er sich zurück und genoss das kostbare Getränk.
Es hätte was werden können, aber der Hund. Paul würde sich nie an ihn gewöhnen

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