ODENWALDTOUR
Von
egalis
Montag 27.05.2024, 18:44
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egalis
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In der Zeitung hatte ich gelesen: da ist eine Fahrt geplant gewesen. In den Odenwald sollte es gehen, den habe ich lange nicht gesehen. Es fehlten zur Mitfahrt noch ein paar Leute. Och, dachte ich, da meld´ste dich heute. Gedacht, getan. Es schickte Heinz, der Leiter, Informationen. Die gab ich an Christine weiter. Uns beiden war dann auch schnell klar, dass dies unsere gemeinsame Reise war. Früh um 7°° trafen sich fast alle an der Arena. Fahrer war Kalle. Ihn kenne ich von vor einigen Jahren, als wir mit ihm zum Rhein in Flammen waren. „Dank“ eines Fremdenführers (den kannste vergessen) hat der Bus zwischen Bäumen festgesessen. Wir dachten schon, wir kommen nicht nach Haus. Mit viel Geduld brachte Kalle den Bus aus der Zwangslage raus. Den Fremdenführer hätten am liebsten gelyncht wir alle. So ein Erlebnis hatten wir diesmal nicht. Diese Fahrt war wie ein Gedicht. Vom Odenwald kann man nicht alles erzählen. Da muss man dies oder jenes auswählen. Das haben Heinz und Gertrud getan. Mit vielen Überraschungen kamen sie auch noch an. Als erstes ist das Hotel zu nennen. 62 Stufen mussten wir rennen. Doch das kam Christine und mir sehr entgegen. Nach den köstlichen Mahlzeiten mussten wir uns bewegen. In diesem gemütlich-gastlichen Haus gingen wir gerne ein und aus. Der Zimmerblick auf Wiesen und Wald begeisterte uns bald. Das Wassertretbecken liegt wohl sehr versteckt. Jedenfalls haben wir es nicht entdeckt. Im Walde leben Hirsche, Füchse, wilde Schweine. Auch von denen sahen wir keine. Räuber fehlten ebenso. Naja, darüber waren wir ganz froh. Hatte man morgens ausgeschlafen, sich alle beim Frühstück wiedertrafen. Kurz danach ging es dann los: Kalle startete den Bus. Am ersten Tag, Mittwoch, war Ivonne von der Partie. Erzählte uns viel. Bescheid wusste sie. 19000 Einwohner leben in Michelstadt. Amorbach sei langweilig und nichts zu bieten hat. Stattdessen hat sie Miltenberg ausgewählt und vieles von der alten Stadt erzählt. In Erbach verarbeitet man Elfenbein von Mammuts – Artenschutz muss sein! Donnerstag hörten wir einen Schillerspruch. Später gab es im Bus Schmorgeruch, was aber wohl nichts weiter bedeute, beruhigten Kalle und Heinz die Leute. Halb Zehn morgens war es in unserem Land, als Gertrud sich auf dem Weg befand, von einem Sitz zum andern eilte und gutgelaunt Nascherei verteilte. Von Heidelberg bleibt unvergessen in einem Uraltrestaurant unser Käseessen. Ich hatte gegrillten Käse vom Schaf, Christine welchen auf Apfel von Ziegen. Gegessen haben wir fast alles ganz brav. Nur von den Unmengen Salat ließen wir was liegen. Andenken wollten wir nicht kaufen, dachten, wir müssten noch meilenweit laufen, um rechtzeitig beim Schiff zu sein. Doch noch einmal um die Ecke, waren wir da und stiegen gleich ein. Hätten später gerne eine Decke, saßen vorne auf dem Deck am Bug. Wind gab es um die Ohren da genug. Neckarsteinach war das Ziel. Vier Burgen sind doch ziemlich viel für diesen kleinen Ort. 3.831 Einwohner leben dort. Das nächste Ziel befindet sich auf einem Landschaftsrücken und ruft alles andere hervor als Entzücken. Ein Dreiständergalgen befindet sich dort an diesem freien und windigen Ort. 1537 bekam eine Stadtordnung Beerfelden und die Gerichtsbarkeit musste gelten. Die nahm 1806 von der Stadt, Franzose Napoleon. 1804 baumelte als letztes kein Mann. Eine Zigeunerin hatte gestohlen und war dran. Für sechs Delinquenten ist am Galgen Platz gewesen. Zu Hause werde ich mehr darüber lesen. Jedenfalls kehrten wir dem Unheilsort den Rücken, um uns an Kaffee und Kuchen zu entzücken. Zum Abendessen gabs Musike handgemacht. Das hat uns sehr viel Spaß gebracht. In Ermangelung von männlichen Wesen, tanzten Tina und ich je mit einem Besen.
Freitag hat es von Hölderlin einen Spruch gegeben, der handelte von Freude und vom Leben. Bensheim und Lorsch und Worms standen an und Überraschungen seien im Plan. Lorsch hat einen großen Klosternamen. Auf die Besichtigung hab ich mich sehr gefreut. Doch als wir auf dem Gelände ankamen, hat mich am Schluss die dort verbrachte Zeit gereut. Ein Kloster war weit und breit nicht auszumachen. Es fehlten entschieden Gebäude und Wissen von Klostersachen. Die hochgepriesene Königshalle enttäuschte mich und auch die Vorträge alle. Heinz gab uns im Bus vorab Berichte von der Lorscher Klostergeschichte. Und die klangen sehr interessant. Darum war ich so gespannt. Das Wissen über und vom Kloster Lorsch ist über alle Maßen morsch. Erdnuss, Schnaps und Müsliriegel, Würstjen oder Suppentiegel, Kaffee, Tee, Kaltgetränke sowieso, Banane, Apfel, Bären von Haribo, über Kuchen und die Wormser Bimmelbahn, man sich auch von Herzen freuen kann. Nach dem genussreichen Abendbrot man uns einen besonderen Ohrenschmaus bot. Seinen Übungsabend hatte der Wallonia Männerchor und sang uns gleich aus seinem Repertoire was vor. Das hörte sich fantastisch an, wie es besser nicht klingen kann. Dann war der Freitag auch vergangen. Sonnabend, der vorletzte Tag, hatte angefangen. Planwagenfahren war vorgesehen. Vier schöne Pferde sah man vor zwei Wagen gehen. Christine und mir ist Pferdeumgang bekannt: Zügel geben wir beide nicht gern aus der Hand. Auf dem Kutschbock hätten wir keinen Platz bekommen. So haben wir Schusters Rappen genommen. Sind auf Waldwegen gegangen, haben die gute Luft eingefangen. Beim Hotel wunderten wir uns sehr: Wo kam denn ein Teil der Gruppe her? Eine Wagenfüllung hatte sich vorzeitig abgesetzt, anscheinend war eines der Pferde verletzt. So saß man dann im Biergarten, wollte das, was noch kommt, erwarten. Das ist die Fahrt nach Fürth am Nachmittag. Da sind wir also auch gewesen. Irgendwann mal hatte ich irgendwas gelesen, das mit Fürth in Verbindung stand, ich aber irgendwie nicht wiederfand Ein Gedanke beschlich mich dann: War da nicht mal was mit der ersten Eisenbahn? Ist die nicht vor gut 200 Jahren mal zwischen Nürnberg und Fürth gefahren? Egal. In diesem anderen Fürth war Markt zum Michaelis. Sonst nicht viel zu besehen is. Die eine Kirche auf, eine andere zu. Durch den Ort ist man im Nu. De Huppel nuff, dörch de Friedhof nunner. Ein 300 Jahre altes Haus haben wir bewunnert, worein eine Frau uns eingeladen hatte. Später brauchte ich für die Ohren Watte.
Die Kirmes war mir einfach viel zu laut. Christines Eis hat sie fast umgehaut. Beim Kirschwasserzusatz ist die Flasche wohl ausgerutscht. Und als das eisige Vergnügen aufgelutscht, war Christine etwas angeblaut. Schließlich ist der Bus gekommen. Wir haben uns den letzten Abend vorgenommen. Heinz holte die Wirtsleut in den Saal, bedankte sich bei denen viele Mal für die nette und gemütliche Unterkunft. Das Haus mache Ehre der ganzen Zunft. Nach dem Essen war zu hören und zu sehen, wie die Chormänner singend in einer Kirche stehen. Mitzunehmen ist die DVD es wert. So habe ich Weihnachten mein eigenes Konzert. Ach, ich könnt noch vieles schreiben, will es aber lieber nicht übertreiben. Meinen Dank für diese Odenwaldreise sage ich zum Schluss alles andere als leise. Heinz und Gertrud sei gesagt, Ihr habt einen großen Wurf gewagt. Der ist supergut gelungen. Auch für Kalle wird das Loblied gesungen. Du fährst sicher und souverän, als bester Autostraßenkapitän. Leider habe ich keine Orden, bin beim Suchen aber fündig geworden. Und hier lief mal gar nichts schief, fand Klaverveer* und Klaverfiev*. Letzteres ist eine große Seltenheit. Die hab ich für Gertrud und Heinz bereit. Für Kalle ist das Klaverveer. Kommt alle Zeit gut hin und her! Und wenn Ihr wieder eine Reise tut, dann gelinge die ebenso gut. Falls wir uns dann alle wiedersehn, na, das wär doch einfach schön!
Noch eine Schluss-Überraschung hatte Heinz: Kalle fuhr uns zum ZDF nach Mainz. Dort erlebten wir, wie der Fernsehgarten entsteht, was mit vielen Leuten und noch mehr Krach vonstattengeht. Das wissen wir jetzt also auch Der Bus hatte uns wieder in seinem Bauch. Mit der norddeutschen Heimat im Blick, fuhren wir gesund zurück.
**Vier- und fünfblättriges Kleeblatt
©elkebontjerdobertin