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Nur eine Wolke

Von tastifix Samstag 25.08.2018, 16:03

Ich sitze am Computer und schreibe, wie so oft. Über einem Satz grübelnd, bewege ich mich gebannt in meiner Gedankenwelt, bin der Umgebung entrückt. Flüchtig schaue ich aus dem Dachfenster. Auf einmal vergesse ich die Grübeleien, denn mich zieht etwas in seinen Bann und ich hänge Tagträumen nach.

Es ist ein riesiges, sich kaum bewegendes Etwas, das dort am Himmel über dem Dach des Nachbarhauses zu sehen ist. Die Sonne kleidet es in blitzendes Weiß und mein Herz beginnt vor Freude zu klopfen. Mein bewundernder Blick heftet sich auf den azurblauen Himmel und ruht dann wieder auf jenem strahlenden Wunder, das meine Seele bezaubert. Die klar abgegrenzten Ränder verstärken den Bann. Das riesige und doch flockig zarte Gebilde auf dieser himmlischen Postkarte wirkt wie aufgeklebt und es erinnert mich an eine Fotomontage. Entzückt lasse ich es auf mich wirken.

Meine Fantasie schenkt mir ein sich stets wandelndes Bühnenbild, nicht von Menschenhand gestaltet. Ich sitze in der Königsloge des Naturtheaters, dessen Schauspieler ihre eigenen Regisseure sind. Die Protagonistin des Musicals, meines Musicals, präsentiert sich heiter und lässt mein Auge nicht los. In meinem Tagtraum sehe ich in ihr meine eigenen Vorstellungen, durch den ständigen Kostümwechsel hervor gelockt. Ich sehe Gestalten mit Gesichtern, die unterschiedlichste Mienen von Menschen widerspiegeln. Weil ich guter Laune bin, zeigen sich nur selten ernste oder gar grimmige Mienen. Meist ist es ein fröhliches Lachen. Dann wieder erkenne ich Tiere. Große, kleine, liegende, springende oder auch nur majestätisch sitzende Tiere. Diese Geschöpfe meiner Fantasie vermitteln mir ungebremste Lebensfreude. Über all dem vergesse ich, was dieses Gebilde droben am wunderbar gefärbten Sommerhimmel in Wirklichkeit ist:

Es ist nur eine Wolke, eine Zusammenballung von Wasserdampf, der bald, ist dieses zauberhafte Weiß nicht mehr weiß, sondern schweres Schwarz, als leichter oder auch starker Regen zur Erde zurückkehren wird. Die Heiterkeit wird dann dem Grau eines Regentages, der deshalb trübsinnigeren Stimmung der Menschen weichen. Jedoch geschieht es zum Wohle der Natur und damit zum Wohle des Menschen. Es gehört zum ewigen Kreislauf des Lebens dazu!

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