Niemand (Ein Märchen)
Von
tastifix
Montag 10.06.2024, 12:04 – geändert Montag 10.06.2024, 13:35
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tastifix
Montag 10.06.2024, 12:04 – geändert Montag 10.06.2024, 13:35
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Unglücklich hockte es verlassen und einsam inmitten einer Wiese. Nichts vermochte es zu trösten. Nicht das fröhliche Zwitschern der Vögel, nicht der Anblick anmutig einher segelnder Libellen und auch nicht die Schönheit der in allen Farben blühenden Natur. In seinem Inneren wühlte der übergroße Kummer, schon als winziges Baby seine Eltern verloren zu haben und weder seinen Namen zu kennen noch eine Ahnung zu haben, wer oder was es eigentlich war. Es war eben Niemand.
´Wenn ich doch nur mit jemandem darüber reden könnte!“, seufzte Niemand traurig.
Irgendwann plagte es der Hunger. Es lief in den Wald, stärkte sich an Beeren und trank Regenwasser.-, welches von den Blättern der Pflanzen tropfte. Das musste genügen. Aber weii es seinen Hunger und auch den Dust nun gestillt hatte, fühlte es sich nicht mehr ganz so elend.
„Nein, ich will nicht mehr länger unter Einsamkeit leiden. Ich mache mich auf die Suche nach Gesellschaft!
Ein paar Stunden später durchstreifte Niemand Wiesen, Felder und auch Wälder, die es zuvor noch nie gesehen hatte. Als es gegen Abend müde wurde, wühlte es sich in einen Laubberg, der es dann vor der Kälte der Nacht schützte.Tagsüber aber hielt es sich nirgendwo lange auf. Rastlos war es auf der Suche nach seinem Ich.
DieTage vergingen. Da spazierte es einmal durch ein Dorf am Waldrand. Kopfnickend grüßte es freundlich die keute dort und sie grüßten tatsächlich ebenso fruendlich zurück. Ein Mann fragte:
„Wer bist Du und woher kommst Du?“
„Ich bin Niemand und komme von weither!“
„Niemand? Ein wunderlicher Name!“, grübelte der Mann und meinte: „Dann wünsche ich Dir noch eine gute Reise, Niemand!“
Und er schaute ihm noch nachdenklich nach, als Niemand dann seines Weges ging.
Gegen Mittag brannte die Sonne vom Himmel und es wurde sehr heiß. Vom anstrengenden Wandern erschöpft und durstig suchte er in einer kleinen Stadt nach labsal.
„Wie heißt Du?“, fragten neugirig die Menschen.
„Niemand!“, entgegnete es.
„Wiiee?“, stautnen sie. „Niemand ist doch kein Name. Wer bist Du wirklich?“
Niemand schwieg dazu. Was hätte es denn auch sagen sollen? Sie hätten nicht verstanden und es vielleicht gar verspottet.
Seufzend verließ er den Ort wieder.
„Treffe ich nicht bald jemanden, der mir meine Fragen beantworten kann, dann gehe ich als ein Niemand bald zugrunde!“
Todtraurig und fast ohne Hoffnung schlurfte es voran und wieder mal durch einen Wald. Gedankenverloren schaute es hoch zu den Bäumen und entdeckte eine Eule, die gar nicht weit über ihm auf einem Ast saß.
„Hallo!“, rief diese ihm fröhlich zu. "Wart`doch mal! Wer bist denn Du?“
Neugierig flatterte der Vogel ehrab und landete direkt vor ihm. Verschämt und ganz leise gab es Auskunft:
„Ich bin Niemand, kenne meine Etern nicht und weiß nicht, woher ich stamme.“
Mitleidig fragte die Eule:
„Du weißt nicht, wer Du bist??“
irgendwie kontne sie das nicht verstehen. Alle, die sie kannte, wussten, wer sie waren, wer ihre Eltern waren und wo sie wohnten.
Hmm ...“, grübelte sie. „Dem muss geholfen werden!`
Das arme Niemand hatte schrecklichen Durst.
„Du, Eule, ich muss unbedingt etwas trinken. Gibt es h ier vielleicht in der Nähe einen Bauch doer so?“
Eulen sind sehr kluge Vögel und dies rachte sie auf die einzig richtige ide.
„Gleich da vorne liegt ein kleiner See. Komm, ich begleite Dich dorthin!“
Ein wenig getröstet lief Niemand mit. Es wehte kein Lüftchen und der See lag vollkommen ruhig da. Das Wasser war klar und durchsichtig wie ein Spiegel. Niemad trank und trank von dem köstlich erfrischenden Nass, bis es schließlich den Durst gelöscht hatte. Die Eule beobachtete es lächelnd.
„So, guck doch nochmal ins Wasser. Was siehst Du da?“
Verwirrt sah Niemand die Eule an. Dann warf es einen neugiriegen Blick ins Nass. Ihm blickte ein braunes Gesicht entgegen. Die Eule lachte und freute sich für ihn mit. Jubelnd hopste Niemand in die Luft, wieder und weider.
„Eule,das bin ja ich! Ich bin kein Niemand! Ich bin ein Jemand!!“
Hach, war das ein schönes Gefühl! Die Trübsal war fast wie weggelasen. Froh schaute Niemand, das jetzt ein Jemand war, auf den See, der für ihn ein Wasser der Erkenntnis geworden war, genoss von einer Anhöhe den Blick büer die Wiesen und Felder, freute sich am Gesang der Vögel, am Flug der Libellen und all den bunt blühenden Blumen.
„Danke, Eule!!“, sagte es innig und dachte:
„Ob sie mir vielleicht auch noch verraten kann, wer ich bin und wo mein Zuhause ist?“
Anscheinend konnte die Eule Gedanken lesen:
„Du bist ein Frischling aus dem Wald jenseits des Sees. Dort lebt Deine Familie. Du hast eine Menge Verwandte, Tanten, Onkel und viele Geschwister. Ich bring Dich jetzt zu ihnen nachhause!“
Auf dem Marsch dorthin kamen ihnen Spaziergänger entgegen.
„Guten Tag! Wer bist Du?“
Stolz antwortete es:
„ich bin Jemand, ein Frischling und meine Familie wohnt dort drüben im Wald.“
Glücklich strahlte es derweil die Eule an. Es war Jemand, kannte seinen Namen und wusste auch, wo es daheim war. Nie wieder würde es allein, nie weider einsam sein. Und von allen geachtet.