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Nicht nur der Weihnachtsmann hat laut gelacht ...

Von tastifix Donnerstag 17.12.2020, 10:27 – geändert Donnerstag 17.12.2020, 10:32

Es war während der Adventszeit. Das Benrather Schloss wurde illuminiert und wirkte wie aus einem Märchen. Entlang des Teiches vor dem Schloss standen dunkelbraune Holzhäuschen, liebevoll mit Tannenzweigen dekoriert. Aus manchen dieser Häuschen duftete es verlockend. Dort wurden Waffeln verkauft.

Meine Enkelin, damals 4 Jahre alt, sah die Waffeln, setzte einen routinierten Hundeblick auf, hielt prompt wenige Minuten später eine solche Köstlichkeit in der Hand und schmatzte zufrieden. Ja, sie schmatzte, obwohl sich es für ein sehr gut erzogenes Kind wie sie so gar nicht gehört. Wir, ihre Großeltern, hörten gnädig weg. Es bedeutete nämlich eine kurze Schnatter-Erholungspause, denn Toni beliebt meist von morgens bis abends in einer Tour zu erzählen. Aufgeregt flitzte sie, immer noch futternd, kreuz und quer von Stand zu Stand und gab neugierig-begeisterte Kommentare ab. Sie war inzwischen dermaßen aufgekratzt, dass noch nicht mal die Waffel sie daran hindern konnte.

Jetzt muss man wissen, dass sie ein tolles Gedächtnis hat und in Nullkommanix kleine Gedichte auswendig lernt, die sie dann auch damals schon sehr gern zum Besten gab. Wie auf jedem anständigen Weihnachtsmarkt thronte auch hier der Weihnachtsmann auf einem ´goldenen` Stuhl neben einem Stand direkt an der Treppe, die zum Eingang des Schlösschens führte. So war er für alle Kinder gut zu sehen. Wir verrieten Toni, dass er denen, die ihm eine Geschichte erzählen oder auch ein Gedicht aufsagen würden, aus seinem großen Sack etwas schenken würde. Tja, das ließ sie aufhorchen, Geschenke waren ja immer willkommen.

Erst, nachdem wir sie nochmals ermunterten ´Du kennst doch schöne Gedichte!`, ließ es ihr keine Ruhe mehr. Sie zwängte sich durchs Publikum bis zum Weihnachtsmann durch, nannte brav ihren Namen, drehte sich zu den gespannt wartenden anderen Eltern und Kindern um, stellte sich hin wie ein Soldat beim Appell und schmetterte los:
„Advent, Advent, die Lichter brennen,
erst eines,
dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür!“
Die Ersten klatschten bereits gerührt, aber ...

Plötzlich grinste Toni übers ganze Gesicht und ergänzte, dann in Lautstärke 300:
„Und, wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast Du Weihnachten verpennt!!“
Lautes Gelächter ringsum. Auch der Weihnachtsmann lachte amüsiert.
Klar durfte sie sich dann etwas aussuchen.

Wo sie den Spruch wohl aufgeschnappt hatte??
Schäääm!!

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