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Missgeschick bei der Konfirmation

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 19.08.2020, 15:44

Mit knapp 14 Jahren stand meine Konfirmation an. Ich war noch nicht ausgewachsen und hatte Schuhgröße 33.
Meine Mutter nähte mir ein ärmelloses Kleid, im Oberteil mit Pailletten bestickt und ein braves Samtjäckchen dazu. Vater bestand darauf, dass ich hohe Absatzschuhe trage und zog mit mir tagelang durch Schuhgeschäfte, um solche Teile in schwarz und in meiner Größe zu finden.
Irgendwann wurden wir fündig und nun hieß es üben und immer wieder üben, erst in der Wohnung, dann auf der Straße. Ich fühlte mich wie ein Storch, es tat weh beim Laufen und ich war total verkrampft.
Der Tag kam, ich wurde ausstaffiert, aus den Zöpfen wurde ein mit der Brennschere gelockter Pferdeschwanz.
Nein, ich fühlte mich nicht schön, sondern verkleidet und die verhassten Schuhe gaben mir den Rest. Beim Einzug mit 14 anderen Mädchen in die Kirche bekam ich noch den Maiglöckchenstrauß in die Hände und dann ging es mit langsamen Schritten nach heiliger Orgelmusik nach vorne zum Altar.
Kurz vor den Altarstufen knickte ich um, fiel lang hin, während mein Strauß zur Erde fiel. Ich rappelte mich auf, sammelte die Blumen ein, der eine Absatz war abgebrochen. Strafende Blicke, Irritation, die Orgel setzte aus und mein Vater sprang auf mich zu. Seine Worte: " Haltung Brigitte, Haltung!"
Das war schwierig mit den kaputten Schuhen, dem Schreck, der Scham. Dann ging mit der Zeremonie alles weiter, als ob nichts gewesen wäre.
Aber auch dieser unvergessliche Tag ging irgendwann zu Ende und ich durfte wieder ICH sein.

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