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Meine Zwerge laden ein Gastkind ein. Teil 2

Von Feierabend-Mitglied Samstag 12.10.2019, 10:16

Ich hatte die Gastübernachtung auf einen Donnerstag gelegt, weil ich am nächsten Tag miterleben wollte, wie meine Zwerge mit dem Gastkind die Nacht verbracht haben und wie sich das auf die Situation in der Gruppe auswirkte. Hätte ich einen Freitag gewählt, dann wäre das zum Ausgehen sicher günstiger gewesen, aber dann hätten sicher einige Kinder auch am Wochenende dort geschlafen und andere wären nach Hause gebracht worden. Das wollte ich vermeiden.

Freitag früh, die Kinder kamen paarweise an, einige Hand in Hand und sie setzten sich auch zum Frühstück zusammen. Ein Gespräch mit den Eltern habe ich zu diesem Zeitpunkt freundlich abgelehnt und auf den nächsten Elternabend verschoben. Ich wollte die unzensierten Erzählungen der Kinder zuerst hören. Mir fiel sofort auf, dass einige Kinder die Kleidung mit ihrem Gastkind vertauscht haben, das war sehr lustig. Meine Zwerge waren so voll von dem neu Erlebten, so dass ich vorschlug, dass sie sich nacheinander melden sollten. Ich bat sie, immer dazu zu sagen ob sie ein Gast oder ein Gastgeber waren. So kam jedes Kind zu Wort.
Ich wusste, dasss Einige nachts noch immer ins Bett der Eltern krochen. Auch in dieser Nacht wachten einige Kinder auf, aber sie blieben bei ihrem eingeladenen Kind.

Lars war bei dem kleinen Jerome und erzählte: " Jerome hat keinen Papa, der wohnt weit weg und das hat er mir erzählt und war ganz traurig. Ich werde Mama und Papa fragen, ob wir nicht meinen Papa manchmal Jerome borgen können."

Niklas war bei Kathrin:" Du, Gitti, Kathrin hat ein großes Haus, aber ein ganz kleines Zimmer. ich hab eine Wohnung, aber ein ganz großes Zimmer, das zeige ich ihr nächstes Mal. Ich darf ja zu Hause und im Kindergarten kein Fleisch essen, aber bei Kathrin gab es Würstchen, mmmh....."

Micha schlief bei Robert, er sagte: "Ich wollte Micha mein Kuscheltier borgen, er wollte nicht tauschen und da hab ich meinen Tiger behalten. Er hat mir immer die Decke weggezogen, da hab ich Mama gerufen und bekam eine noch eine Zudecke, aber heute früh bin ich unter seiner Decke aufgewacht und meine war aus dem Bett gefallen. Der Micha hat so gestrampelt, bestimmt hat er ganz wild geträumt."

Simone schlief bei Felix: " Felix Mama hatte ganz wenig Zeit, weil sie ja noch die Zwillinge versorgen muss. Wir haben erst mit den Babys gespielt, die sind soooo süß, und dann hat der Papa mit uns aus Lego eine große Burg gebaut. Das war toll..."

Lars strahlte:" Ich durfte mit Lisa auf einem großen Fernseher abends eine Kinderfilm gucken, das war super und die Mama hat Pizza gebacken und wir durften beim Fersehen essen. Das darf ich zu Hause nicht."
Und so wurde erzählt, viel gelacht und meine Zwerge hatten erlebt und erfahren, dass jedes Kind anders wohnt, anders lebt und die Abende so verschieden von ihren eigenen waren.

Erstaunlicher Weise spürte ich bei den Kindern keinerlei Konkurrenz über die unterschiedlichen Wohn-und Lebenssituationen. Bei den Eltern empfinde ich das oft sehr anders untereinander. Und ich denke, schon aus diesem Grund haben sich die Gasteltern von ihrer besten Seite gezeigt.
Die Hirarchie in der Kindergruppe hat sich durch diese Übernachtung sehr verändert, weil sich die Kleinen anders kennengelernt und sich die Beziehungen untereinander verändert haben.

Wie sich das langfristig in der Gruppe auswirken wird, das kann ich erst nach der zweiten Übernachtung in 2 Wochen einschätzen, wenn der Gegenbesuch stattgefunden hat. In jedem Fall veränderten sich die Gespräche, die Spiele der Kinder und auch das Sozialverhalten entwickelte sich zum Positiven. Auch die Trennung von Mädchen und Jungen im Spiel wurde ein Stück aufgehoben und der Satz:" Mädchen sind doof" verschwand aus dem Tagesgeschehen.

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