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Meine Zwerge laden ein Gastkind ein. Teil 1

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 09.10.2019, 16:26 – geändert Mittwoch 09.10.2019, 16:28

Die Eltern thematisierten beim Elternabend, sie hätten sich ihre Kinder so sehr gewünscht, aber manchmal spürten sie, dass sie abends gar nicht mehr rauskommen und sie mit ihrem Partner gern mal wieder ganz allein etwas unternehmen würden. Oma und Opa wohnten zu meist weit weg.
Da machte ich den Vorschlag, ihre Kinder könnten doch für eine Nacht ein anderes Kind einladen und die anderen Eltern hätten dann einen freien Abend. Und nach 2 Wochen ist ein Gegenbesuch geplant. Das wurde diskutiert, als eine gute Möglichkeit angesehen und so wurde für die nächste Woche ein Tag gewählt, die Entscheidung, wer bei wem schläft sollte nur von den Kindern getroffen werden. Ich hatte 18 Kinder und neun von ihnen konnten ein Kind zu sich einladen. Auf diese Weise hatten neun Elternpaare einen Abend ganz für sich.
Am nächsten Tag sprach ich mit meinen Zwergen über das Thema "Gäste haben." Ich wollte es mit den Kleinen gemeinsam vorbereiten und erwartete ihre Ideen, was zum Gäste einladen dazugehört. Vorschläge der Kinder:
"Ich zeige meinem Gast mein Zimmer und er/sie darf dann auch mit meinem Spielzeug spielen."
"Ich frage meinen Gast, was er/sie gerne zum Abendbrot isst und Mama macht das dann."
"Mein Gast kann sein Lieblingsbilderbuch mitbringen und Papa liest abends daraus vor."
" Mein Gast darf mit mir in meinem Hochbett schlafen."
" Mein Gast darf sich eine Kassette aussuchen und die hören wir dann beim Einschlafen."
Ich habe nicht mehr alle Vorschläge im Kopf, erinnere mich aber gut an die Begeisterung und die Neugier meiner Zwerge.
Das Wissen, dass sie selbst Besuch einladen dürfen und nicht immer nur die Großen beflügelte ihre Phantasie.
Nun kam der etwas heikle Punkt, es sollte ja kein Kind übrigbleiben. Wir stellten die Stühle in einen Kreis und ließen einen frei, dann spielten wir:" Mein rechter Pletz ist leer, ich wünsche mir den/die....her. Das klappte nicht, weil nicht alle Kinder gewählt wurden.
Ein weiterer Vorschlag von mir war, dass die schüchternen, kleineren sich ein Kind aussuchen dürfen."Das ist ungerecht" sagten einige.
Wir verabredeten, am nächsten Tag noch einmal darüber zu sprechen und sie sollten sich mal Gedanken machen, wie wir es anstellen, dass kein Kind übrig bleibt. "Nicht die Eltern durften ein Kind aussuchen, sondern nur ihr entscheidet," sagte ich. Und dann gingen wir in den Park zum Spielen.

Ich stellte fest, dass meine Zwerge mit dieser Freiheit, zu entscheiden, ein Stück überfordert waren, zuviele Möglichkeiten boten sich an. Und so grübelte ich nach einer guten Lösung.
Die Idee kam beim nächsten Frühstück von Kathrin. "Du machst für jedes Kind einen Zettel, darauf schreibst du den Namen, dann machen wir daraus kleine Kugeln und legen sie in einen Karton, wie beim Lose ziehen auf dem Rummel. Und jedes Kind zieht einen Zettel und das ist dann das Gastkind. Diesen Vorschlag fand ich super, sagte das auch und dann stimmten wir ab, ob alle dafür sind, dass wir es so machen. Alle Arme gingen hoch und damit war eine gerechte Lösung gefunden.
Ich machte eine Liste, wer wen gezogen hatte und dann fanden sich die Paare und viel wurde erzählt und geplant, es brach eine lustvolle Dynamik in der Gruppe aus.

Damit es hier nicht so lang zum Lesen wird erzähle ich in Kürze weiter, wie es gelaufen ist. Ich war selbst sehr gespannt.

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