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Kreativ schreiben: Das Obstfliegenkind

Von tastifix Mittwoch 16.05.2018, 17:00

In einer hübschen Schale lagen Apfelsinen, Birnen und Äpfel beieinander. Den schönsten der Äpfel hatte sich Familie Obstfliege als Heim ausgeguckt und sich in ihm eine wunderbar gemütliche Wohnhöhle gebaut.
Die Schale mit den Früchten stand ein wenig erhöht auf einer Kommode. Von dort aus hatten die Fliegen einen tollen Überblick über die ganze Umgebung. So konnten sie sofort erkennen, wenn von irgendwoher Gefahr drohte. Dann verschwanden sie blitzschnell in ihre Apfelwohnung.

Mama und Papa Fliege hatten ein süßes Töchterlein. Surri war erst wenige Stunden alt und hatte noch nie den Apfel verlassen. Doch es wurde immer neugieriger auf die Welt und krabbelte näher und näher ans Ausflugsloch heran. Weil Mama und Papa Fliege aber der Kleinen schon erzählt hatten, dass ein Fliegenleben nicht nur lustig, sondern manchmal auch recht gefährlich sein kann, wagte Surri es nicht, auch mal wie die Eltern eine Runde durchs Zimmer zu drehen.
"Ihr habt doch gesagt, dass die Menschen uns jagen. Und die sind so riesig und ich so winzig. Ich kann mich doch gar nicht wehren und dann fangen sie mich und dann ... - Nein, ich trau mich nicht!"
Surri ließ betrübt den Kopf hängen. Ach, wie gern hätte sie sich mal alles genauer angesehen. Es gab ja soviel zu entdecken!
"Surri, aber genau, weil wir so winzig sind, entkommen wir ihnen meist."
"Ich muss also keine Angst haben?"
Mama und Papa Fliege nickten aufmunternd.
"Wenn du ein bisschen vorsichtig bist, passiert dir nichts. Versuchs doch mal!"
Surri zweifelte immer noch, ob sie sich auf dieses Abenteuer einlassen sollte. Aber dann siegte die Neugierde.
"Wenn Mama und Papa das sagen, dann ..."
"Gut, ich mach`s. Bis gleich!"
"Bis gleich, Surri!"

Surri schwang sich in die Luft.
"Huch, was es hier alles zu sehen gibt!"
Sie flog an den Schränken vorbei und entdeckte auf dem Tisch unter ihr leckere Köstlichkeiten. Fliegen fressen alles. Zunächst landete Surri auf einem Brotkrumen, danach nippte sie ein Schlückchen Milch, probierte süße Marmelade und ließ sich auf einem Butterklecks nieder.
"Oh, ist das lecker!!"
Vor lauter Begeisterung vergaß sie alle Vorsicht und erschrak fürchterlich, als sich ihr zwei große dunkle Schatten näherten. Es waren Menschenhände, die nach ihr klatschten. Blitzschnell wich Surri aus und setzte sich hoch oben an die Zimmerdecke. Aber auch dorthin folgten die Hände und es klatschte und klatschte.

"Verflixt und zugenäht!", schimpfte eine Stimme los. "Ich krieg die doch nicht! Die sind einfach zu klein!!"
Surri dagegen wollte nur noch nach hause zu Mama und Papa und sauste zurück zur Obstschale. Vor dem Wohnloch hockten die Eltern und warteten schon auf sie.
"Surri, wie wars?"
"Ich hab mir alles genau angeguckt und auch viel Leckeres gefunden: Marmelade, Milch, Butter ..." Mama und Papa Fliege lachten.
"Aber dann wollten mich Menschen fangen und haben in die Hände geklatscht, immer wieder. Ich hab mich so sehr gefürchtet, bin aber ganz schnell weg geflogen und sie haben mich nicht erwischt! - Es ist eigentlich gar nicht schlimm, so winzig zu sein!"
"Siehst du!", sagten Mama und Papa Fliege stolz. "Und du warst sehr mutig!"

Von dann an unternahmen Surri und ihre Eltern gemeinsam Ausflüge und hatten viel Spaß.


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