Kleiner kesser Pinguin
Von
tastifix
Mittwoch 03.07.2024, 17:56 – geändert Dienstag 10.09.2024, 04:46
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tastifix
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„Ach ist das niedich! Das wird ihr gefallen!“
Meine elfjährige Enkelin, die sich eigentlich längst ganz anderen Interessen widmete, hatte sich nach einem Film über Pinguine ganz ausdrücklich einen solchen gewünscht!
„Omi, ein Pinguinkind! Die sind soo süß!“
In den Geschäften war keines zu finden, das mir drollig genug gestylt zu sein schien und so suchte ich halt im Internet. Die Stteiff-Ausgaben gefielen mir nicht.
Viel zu streng!
Es sollte unbedingt eines sein, das von Zeit zu Zeit ohne Gefahr, dabei gar seine Mini-Federn zu verlieren, ein Bad in der Waschmaschine nehmen durfte. Dann entdeckte ich es: Ein Pinguinkind im typischen Grauweiß-Outfit.
„Du passt zu ihr! Dann tragt Ihr fast Partnerlook!“
T. liebt nämlich Schwarzgraubraun und ab und an etwas Weiß darin.
Ein paar Tage später watschelte mir das Kleine ins Haus beziehungsweise hätte es gern gemacht, aber weil es noch so winzig war, steckte es, damit ihm ja nichts zustoßen sollte, in einer passend weißschwarzen Tüte. Es hatte den Transport zwischen all den Paketen unbeschadet überstanden und auch hatte das Internet, was sein Ausschen anging, die Wahrheit gesagt.
Ene Woche darauf war es dann soweit, der Pinguinnachwuchs steckte in hübschem Geschenkpapier (klar mit Pinguinen darauf und Schleife drum). Stofftierkinder sind bestens erzogen und so meckerte es nicht deswegen, sondern war sehr brav. Wie ich es schon erwartet hatte, war T. ganz begeistert
„Omi, das ist ja soo niedlich!“
„Eigentlich wollte ich ihm ja noch einen winzigen schwarzen Korb spendieren, damit es eine Höhle hat “, verriet ich augenzwinkernd.
„Nee, Omi! Das schläft bei mir im Bett!“
Ich grinste.
Am nächsten Morgen bimmelte mein Telefon:
„Omi, ich muss Dir unbedingt etwas erzählen ..“
„Ja, mach mal!“
„Also: Gestern Abend wars doch richtig kühl geworden und darum hab ich den Kleinen gut zugedeckt!“
„Ja. und …?
„Stell Dir vor: Mein Kopfkissen und auch die Decke waren vorhin, als ich wach wurde, total nass! Als ich wissaen wollte, was denn los gewesen sei, behauptete es, es habe so sehr geschwitzt.“
„Na ja, bestimmt zu warm gaeworden unter der Decke! Pinguine mögen ja Kälte!“
„Omi. klar, aber es guckte dabei so komisch verlegen!“
???
„Und was hast Du dann gesagt?“
„Du kohlst! Du hast gar nicht geschwitzt! Du warst garantiert nachts heimlich im Bad, hast mit dem Schbabel den Wasserkran aufgestupst und dann im Waschbecken geplantscht. Und danach, weil ich nicht merken sollte, was Du gemacht hattest und dass Du so nass warst, hast Du Dich unter der Decke verkrochen! Stimmts?“
„Und was hat es darauf geantwortet?“
„Gar nichts! - Aber ich dann noch mehr. ´Und vorm Einschlafen wolltest Du noch gern schmusen und hast Dich näher zu mir aufs Kopfkissen gelegt! - Gibs endlich zu!!“
„Ja“, kam dann kleinlaut. „Aber das Plantschen war soo schön!“
„Klar, und jetzt ist mein Kopfkissen ja sooo schön nass!!“. bin ich ironisch geworden.- Ich glaub, das hat es schon verstanden, wie ich das meinte!"
„Trocknet doch wieder, oder?“. hats geknickt mit den Stummelflügeln geflattert.
„Du, Omi, es hat sich wirklich so angehört, als ob es ihm leid tat. - Na ja, weil es ja so traurig guckte, tat es mir dann auch leid und ich hab nicht mehr geschimpft. - Aber ermahnen durfte ich es doch, oder?“
„Aber sicher doch, T.!!"
„Eben! Es musste mir versprechen, dass es so etwas nie wieder macht!!"
„Und... ??“
„Es hat ganz heftig mit dem Kopf geschüttelt!“
„Dann seid Ihr bestimmt fröhlich aufgestanden?“
„Nee, Omi! Dann haben wir erst noch gekuschelt!! War mir doch egal, ob ich dann auch nass wurde!"
Nur der Anfang stimmt. Alles Nachfolgende ist fiktiv.