Individualistin
Von
tastifix
Montag 15.07.2024, 07:38
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
tastifix
Montag 15.07.2024, 07:38
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Unsere Kinder, ihre zweite Tochter und meine Zwillinge, wurden am selben Tag geboren. Wir waren Nachbarn, wir gratulierten uns. Es war der Beginn einer engen Freundschaft. Die drei Babys hatten von dann an zwei Mütter. A. und ich saßen fast jeden Tag zusammen und beobachteten besorgt die Fortschritte, die unsere Kleinen machten. S. war in allem etwas früher dabei, aber sie war ja auch nicht mit zwei bzw. drei Pfund zur Welt gekommen wie mein Duo.
Mein Mann und ich sehnten den Tag herbei, an dem die Zwillinge zu krabbeln beginnen würden. Auf den damit verbundenden Stress hätten wir allerdings gern verzichtet. Beaufsichtigen Sie mal zwei Kleinstkinder, die jedes für sich und dann selbstverständlich stets in entgegen gesetzter Richtung die Welt erobern wollen: Ein wirksameres Fitnesstraining gibt es nicht.
Wieder mal wollten wir mit unseren Vieren im Nebenhaus mit meinen Freunden einen gemütlichen Tag verbringen. Die Ruhe jener Stunden würden wir genießen, denn wir standen bereits seit 7Uhr auf den Beinen, wickelten,und zogen Babys an, fütterten und versorgten noch nebenbei die zwei Älteren, die sich zwar schon alleine ankleideten und auch aßen, aber vom Waschen zuvor nicht allzu viel hielten. Nachdem auch dies geregelt war, zankten sich die Beiden zu unserer wahrlich großen Freude wie die Rohrspatzen. Weil ja erst 5 und 7 Jahre ált, waren Trotzen und Brüllen ihr gutes Recht. Wir hatten zu schlichten und derweil die Nerven zu behalten,was nicht immer leicht fiel.
Gegen 9 Uhr war der Nachwuchs fertig gestylt, wir gönnten uns eine kurze Frühstückspause. Danach packten wir die Babypflegetasche. Endlich fertig!
So gegen 11 Uhr brachen wir auf, standen bereits zwischen Tür und Angel, als die Zwillinge wie auf Kommando los brüllten. Ergebnis der elterlichen Nachforschungen: Die Kleinen hatten sich gegen uns verbündet und foirderten frische Pampers. Danach ernteten wir ein dankbares Strahlen, das uns prompt dahin schmelzen ließ. Wie immer! Tja, bereits als Babys scheinen sich Zwillinge abzusprechen und agieren immer gleichzeitig.
Eilig zogen wir los. Wer weiß, was unserem geliebten Nachwuchs sonst noch eingefallen wäre, um den Aufbruch zu verzögern. Wider Erwarten aber wohl nichts, wir kamen endlich an. V., die ältere Tochter meiner Freunde, verzog sich sofort mit unseren beiden Ältesten ins Kinderzimmer. Im Wohnzimmer lagen die Zwillinge bäuchlings auf dem Teppich, kullerten mit den Augen, strampelten mit Armen und Beinen und beobachteten neugierig alles, was sich so tat.
Wir wiederum beobachteten sie. Klein -T. war die weitaus Lebhaftere, rollte vom Bauch auf den Rücken und zurück und erzählte ohne Pause:
"Da, dada, daa!"
Ihre Schwester schien unschlüssig, wie sie ihr denn eventuell die Schau stehlen könnte. Dann war es soweit. Plötzlich strahlte Klein-K., riss die ohnehin riesigen Blauaugen noch weiter auf, schaute uns mit wichtiger Miene an, stemmte sich hoch, hockte wie ein kleiner Hund uf allen Vieren und erklärte: "Dada!"
Derweil wir noch über diese wichtige Bemerkung grübelten, agierte sie. Nein, damit hatten wir jetzt nicht gerechnet! Unser Kleines bewegte sich von der Stelle. Zunächst äußerst zögerlich. Dann fand K. offensichtlich Gefallen daran und wurde mutiger. Sie krabbelte!
„Nun!", werden Sie sagen. „ist doch nichts Besonderes. Irgendwann macht das jedes Kind!“
Klar! Aber: Krabbelt dann auch jedes Baby rückwärts!?"
Genau das machte nämlich unsere Tochter, und. weil sie sich inzwischen sicherer fühlte, in beachtlichem Tempo. Selbst ihre Zwillingsschwester war tief beeindruckt. Das "Dada!" blieb T. vor Staunen in der kleinen Kehle stecken und herum zu rollen, hatte sie glatt vergessen. Sie schwieg also endlich mal. K. nutzte es und hielt stolz im Brustton der Überzeugung einen ausschweifenden Dada-Vortrag, Die Idee, rückwärts zu krabbeln, hatte T. ja nicht gehabt!
Wir vier Erwachsene trauten den Augen fast nicht. Dann lachten wir laut.
„Also, wisst Ihr!", meinte A. „Bei deren Produktion müsst Ihr etwas falsch gemacht haben!"
Ungerührt ob dieser demütigenden Bemerkung von Mama 2 machte K. einen weiteren kräftigen Krabbelschritt. Irgendwie spürte sie plötzlich an den Füßen Widerstand. Sauer, weil es nicht weiter ging, schimpfte sie empört los:
"Da, dadadaah!!“
Beleidigt verzig sie das Gesicht und Tränchen flossen.
Leider hatte sie ja hinten keine Augen und war in ihrem Eifer vor der Schrankwand gelandet.
Brüüll!