Ich, Knödel, erobere mein Zuhause
Von
tastifix
Samstag 18.07.2020, 16:04 – geändert Samstag 18.07.2020, 20:20
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tastifix
Samstag 18.07.2020, 16:04 – geändert Samstag 18.07.2020, 20:20
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Am ersten Tag im neuen Zuhause flitzte ich nur so herum. Puuh, wuff, war ja ziemlich anstrengend, aber ich musste doch hier genau Bescheid wissen. Klar, den Eingang mit dem Miniraum dahinter und jenem seltsamen kleinen Pfui-Raum( Gäste-WC) und dem Sammelstellraum für `Schuhe` kannte ich ja schon.
"Wenn ich ein bisschen länger hier bin, klau ich mir mal nen paar davon zum Spielen!`, nahm ich mir vor.
Noch traute ich mich sowas ja nicht.
Aber der Raum, aus dem es oft so unwiderstehlich duftete, den merkte ich mir ganz schnell. Der nannte sich übrigens `Küche`.
"Duhuuh", stellte ich mich ihr höflich vor. "Ich bin Knödel und wohn jetzt hier!"
Keine Antwort.
`Hm m!`, dachte ich. ´Doofe Kuh!`
Naja, Kühe kannte ich ja von meinem alten Zuhause, aber die waren immer viel netter gewesen und hatten mich stets mit ´Muuh` begrüsst!` ´Kuh` hatte diese`Küche`also gar nicht verdient. Aber: Es roch doch dort so gut. Deshalb entschloss ich mich, sie trotzdem sogar so richtig ´Küche` zu nennen.
´Die besuch` ich auf jeden Fall ganz oft!`
"Wuff, sind hier viele Pfui-Räume!"
Tja, ins Zimmer mit den großen Menschkörbchen und ins Planschzimmer nebenan durfte ich nämlich auch nicht. Aber dann streifte ich durch das große Menschensitzzimmer. Es gefiel mir ganz doll.
´Nett von Euch, mir solch eine hübsche lange Decke hinzulegen!`
Jene hieß ´Teppich`, war wunderbar weich und darum bestimmte ich, der gehörte jetzt mir. Écht klasse! Wenn ich auf dem lag, konnte mir im Erdgeschoß nichts entgehen. Und wenn die große Lampe draußen strahlte, beschien die mein Fell und es war irre gemütlich.
Danach flitzte ich die Treppe hoch nach oben. Zum Glück war ich ja ein recht großes Baby und so klappte es sofort. Hier war Frauchens Zimmer, in dem ja mein Körbchen stand. Dann entdeckte ich noch drei Menschenwelpenzimmer, ein großes und ein kleines Plantschzimmer (wieder ´Pfui!!`) und die Diele mit Sitzecke.
´Wuff! Die wird auch meine!` dachte ich.
So, jetzt kannte ich hier oben alles. Doch da gab es ja noch ´Ganz unten`. ´Ganz unten` hieß richtig Keller. Neugierig trabte ich die Treppe runter.
´Geht ja viel schneller aus rauf!`,stellte ich zufrieden fest.
Wau, war das toll! Der Papa hatte dort ein großes Zimmer. In dem stand eine breite Kiste und auf der haute der so gern herum. Aber es tat der Kiste wohl nicht weh, denn sie gab oft besonders angenehme Laute von sich.
Zwar nicht so schöne wie `Wuff` oder sogar ´Wauwau`, doch ich hörte sehr gern zu und sang mit:
"Wuwuwuhuuuh!! - ´Naja, vielleicht kann ich der das "Wuff" bald mal beibringen!`
Ich mochte diese Kiste, `Klavier`, sofort gut leiden und blieb später oft daneben liegen. Nur ,wenn sie dann auch mal so eigenartig schrill sang, war ich weg. Ich war nämlich sehr musikalisch, wie meine Menschen später stolz erzählten, und jene Laute quälten meine Ohren.
„Wuwuuuh!”, wedelte ich sonst immer begeistert.
Wie Frauchen mir dann mal verriet, mochten wir wohl die selbe Musik, vor allem Walzer und hassten die anderen grässlichen Töne, den Pop.
Auch die anderen Zimmer dort unten fand ich interessant. Doch leider gabs selbst hier ein Pfui-Zimmer, die Waschküche. Schade, denn dort flogen so viele schöne Läppchen herum, mit denen ich toll hätte spielen können.
Außer des "Bumbumm-Zimmers (Handwerksraum) und eines tollen Raumes mit ganz vielen Menschenleckereien (Vorratsraum) entdeckte ich noch ein tolles Spielzimmer, fast so groß wie das Sitzzimmer oben. Dort spielte ich dann mit meinen Ersatzschwestern Läppchen, Bällchen und auch Fangen. Zwar gewann ich meist, aber ich wollte doch nicht, dass sie sich langweilen und dann ganz traurig sein würden.
Im Garten sonnte ich mich stundenlang. Ab und an wurde ich sauer, weil da wirklich ein Igel her trippelte oder eine unverschämte Mietze vor meiner Nase rum lief. Den Igel ließ ich in Ruhe, wusste ja ,der piekt` und die dämliche Katze war zu schnell auf dem Baum. Die konnte ich leider nicht plattmachen.
"Knurr!!"
Vielleicht bekan die dann wenigstens Angst?
Der Zaun hatte ein breites Loch. So konnte ich draußen prima alles überwachen. Fleißig übte ich also, ganz gefährlich zu murren, wenn dort etwa fremde Rüden einher spazierten. Das gehörte sich nämlich nicht!
„Wuff-knurr! Frechheit!!“
Empört erzählte ich es sofort Frauchen, manchmal sehr ausführlich, damit sie es auch wirklich verstehen sollte. Von dieser Gartenecke vor dem Loch aus hatte ich alles im Blick, vor allem mein geliebtes Frauchen und deshalb lag ich dort dann am liebsten.