Ich, Knödel, beim Tierarzt (5)
Von
tastifix
Montag 31.08.2020, 13:15
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tastifix
Montag 31.08.2020, 13:15
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Verzweifelt ruckelte ich rückwärts, um vielleicht doch noch dieses olle Halsband abstreifen zu können. Es hatte doch früher mehrmals so toll geklappt, warum denn bloß ausgerechnet jetzt nicht?
"Frauchen hat das bestimmt enger gestellt. Sie kennt mich ja zur Genüge. Gemeines Frauchen!"
Sofort schämte ich mich dieses Gedankens, denn ich hatte sie ja ganz doll lieb. Im nächsten Moment entdeckte ich das große Fenster am anderen Ende des Raumes. Weil es so warm war und wir doch alle, Zwei- wie auch Vierbeiner, frische Luft brauchten, stand es halb offen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Selbst für ein fest angeleintes Etwas wie mich versetzte die Angst bekanntlich Berge. Völlig überraschend für die Zweibeiner sprang ich mit Schwung nach vorne in Richtung Freiheit, machte Männchen und bearbeitete mit den Vorderpfoten aufgeregt die Fensterbank. Dummerweise waren da ganz viele Blätter mit Schwarz drauf abgelegt. Denen tat die Trampelei nicht so sehr gut. Wild durcheinander gewirbelt segelten sie zu Boden.
„Oh nein!“
Frauchen war es furchtbar peinlich. Ich dagegen gönnte dem armen Raschelzeug keinen einzigen Blick. Mich beschäftigte etwas anderes. Ich war, eigentlich gegen meinen Willen, gerade dabei, sämtlichen Weißkitteln in diesem Hause trotz allem ein Lob auszusprechen:
"Sehr zuvorkommend, solch` eine Kletterhilfe anzubringen!"
Jedoch nutzte sie mir absolut nichts. Ich passte nicht durch die Fensteröffnung.
"Denkste, Knödelchen, hier geblieben!"
Klar, wieder von Frauchen.
"Typisch Mann, nicht? Soo tapfer!", grinste sie die Ärztin an.
Die lachte. Ich traute den Ohren nicht. Es durfte ja wohl nicht wahr sein:
„Mein Frauchen lacht mich aus!!“
„Auf die wartet ja auch keine Impfung!!“, knurrte ich wütend.
Auf der Stelle schwor ich mir: Sollte ich hier jemals lebend wieder ´raus kommen, würde ich mir sofort ein neues Zuhause suchen.
Nun aber sollte ich ja untersucht werden. Frau Dr.Pieks kannte mich bereits seit vielen Jahren und die Erfahrung sagte ihr, wie lustig das werden würde. So lustig, dass meine Ärztin laut durch die ganze Praxis nach Hilfe rief:
„Schnell, wir haben hier ein „besonders ´mutiges` Exemplar Hund. Ich brauche mindestens vier Leute, um den zu bändigen!“
Wie um den Wahrheitsgehalt ihrer Bemerkung zu bestätigen, strampelte ich derweil wie verrückt herum und wand mich nach allen Seiten. Vielleicht könnte ich doch noch entwischen, bevor ich auf diesem wackeligen, harten und kalten Dingsda so hoch oben landete? ...