Hopp, rauf aufs Podest (1)
Von
tastifix
Freitag 11.10.2019, 14:46 – geändert Freitag 11.10.2019, 14:50
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tastifix
Freitag 11.10.2019, 14:46 – geändert Freitag 11.10.2019, 14:50
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Dogge Softy, Schnauzer Pfiff, Dackel Bengel und Chihuahua Winzel sind es endgültig leid.
„Was denken sich die Menschen nur dabei?“. überlegt Bengel.
„Oder - können die vielleicht gar nicht denken?“, zweifelt Winzel.
„Oh weh, die Armen!“, zerfließt Softy prompt vor Mitleid.
Pfiff verdreht die Augen:
„Von wegen arm! Die haben einen Riesenknall!“
„Aaber Pfiff!!“, erschrickt Softy. „So darfst du doch nicht über unsere Chefs bellen!“
„Softy, du mit deiner sanften Ader! Pfiff hat recht. Irgendwo hat der liebe Gott bei denen ´nen paar wichtige Gehirnzellen vergessen!“, meckert Bengel frech.
„Genau!“, wifft Winzel dazu.
Einen Moment lang schweigen sie. Danach ergreift Pfiff das Wort, worüber sich seine Kameraden nicht wundern, denn er ist eindeutig der pfiffigste von ihnen:
„Sollen wir denen mal nen Denkzettel verpassen?“
„Willst du etwa aufmucken?“ starrt Winzel ihn an:
„Wirklich?“, melden sich jetzt die Anderen, „Und wie??“
„Wird höchste Zeit, dass wir uns wehren. Nicht mehr mit uns!“
Dieses Argument lässt sich nicht von der Pfote wischen.
„Was hast du vor?“, forscht Bengel nach.
„Wir machen mit denen genau das, was sie seit Jahren mit uns angestellt haben. Mal abwarten, wie das denen dann gefällt!“
Softy, Bengel und Winzel sind fassungslos:
„Und das traust du dich wirklich??“
„Wuff. Klar!“, bellt Pfiff munter. „Wie steht es, macht ihr mit?“
Nach einer Mini-Grübelminute machen die Vier Männchen und legen die rechten Vorderpfoten aufeinander.
„Abgemacht. Einer für alle und alle für einen!“
Feierlich ist ihnen zumute, denn sie haben einen richtigen Eid geleistet.
Es geht an die Planung des Aufstandes, was ziemlich schwierig ist. Zum Glück übernimmt Pfiff ein zweites Mal sehr pfiffig die Leitung underklärt in betont einfachen Belllauten, wie alles vonstatten gehen soll. Vorsichtshalber quietschen Softy, Bengel und Winzel quietschen zu allem ´Ja und Amen`, heilfroh, dass Pfiff einen großen Teil der Verantwortung übernimmt und sie so entlastet sind. Dies findet besonders Winzel wichtig, denn der winzige Bursche würde sonst deretwegen bestimmt zusammenbrechen. Nachdem Pfiff sie genauestens unterrichtet hat, verteilt er die Aufgaben:
„Du, Softy, sorgst dafür, dass sie ...“
„Bengel, bei Nichtgehorsam wirst du aktiv ...“
„Winzel, du übernimmst die Rolle der Nachhut ...“
„Und was machst du?“
„Ich überwache den reibungslosen Ablauf der Aktion!“, antwortet Pfiff.
Die vier Hunde laufen zu ihren menschlichen Chefs, die in Liegestühlen schlummernd, sich von der Anreise zu dieser Ausstellung erholen. Softys Herrchen schnarcht laut und Bengels Chef schimpft leise im Traum. Winzels Leittier dagegen macht sich gar nicht bemerkbar und Pfiffs Vorgesetzter schmunzelt im Traum.
„Der träumt garantiert von der nächsten Trophäe! Na, ihr werdet euch wundern!“
In den nächsten Minuten sind die Vierbeiner sehr aktiv. Softy hat sich geweigert, gar eine der brutaleren Aufgaben zu übernehmen und legt nun klammheimlich die aus der Kommode daheim geklauten Handschellen an. Wie sie die Dinger pfotenhaben muss, hat sie ihrem Herrn und Meister abgeguckt. Der ist nämlich Kriminalkommissar. Sie ist recht geschickt und keiner der Zweibeiner wacht dabei auf. Bengel schleppt eine 10-m-Langlaufleine herbei. Pfiff schlingt sie durch die Schellen und so hängen dann die vier Herrchen alle an derselben Leine.
Winzel bibbert vor Aufregung und gleichfalls vor Stolz. Ihm, dem kleinsten von allen, fällt tatsächlich die wichtige Aufgabe zu, den Chefs die Ohren voll zu dröhnen.
„W..wiff, wiffwiff!”, stottert er mindestens zwei Minuten lang, denn es bedeutet echte Mühe, mit einer dermaßen hellen Stimme wie seiner schlafende Menschen zu wecken.
´Und geweckt werden müssen die! Sonst ist alles umsonst!`
Schon reckt sich der erste, gähnt laut, schlägt die Augen auf, sieht die Vierbeiner gespannten Blickes vor sich sitzen und dann leider auf die eigenen Hände:
„Spinnt ihr!?“
Ungewollt unterstützt er den hündischen Aufweckdienst bei der anstrengenden Arbeit. Herrchen Nummer Zwei blinzelt gleichfalls ins Helle:
„Neeiin! Sofoort ...“
Was sofort erfolgen soll, bleibt sein Geheimnis. Unter Schock stehend verschluckt er sich an der eigenen Spucke. Aber das Neeiin lässt denn auch Nummer Drei und Nummer Vier unsanft aufschrecken:
„Kann man denn nicht mal ausspannen?“, murren sie, entdecken die metallene Hand- und Fußverkleidung und motzen los:
„Eine Unverfrorenheit!! Wenn ihr nicht gleich diese Dinger ... Und wo habt ihr die eigentlich her?“
„Es geht auf Softys Konto!“, bullert deren Herrchen los. „Softy, wenn wir nachhause kommen, dann …!“
Die Dogge verkneift sich eine ausnahmsweise recht unsanfte Antwort.
„Das ist doch wohl ... “, entrüstet sich Bengel.
„Genau. Und dafür kriegen die Zweibeiner jetzt ´nen Denkzettel, der sich gewaschen hat! - Ihr haltet die in Schach, bin gleich wieder da!“
Ehe die Anderen nachfragen können, wie sie das denn machen sollen und welche Mittel dazu erlaubt seien, verdrückt sich Pfiff in die Ausstellungshalle und flitzt zu den eigentlich gehassten Ständen mit den Hundekosmetika. Beim Anblick der dargebotenen Scheußlichkeiten lacht er sich in die Pfote.
´Na, ihr werdet euch umgucken!`
Pfiff schnappt sich eine Einkaufstasche, greift wahllos alles, was da hinein passt und schleppt den Jahrhunderteinkauf zurück zu den Kameraden.