Hochzeit 1973
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 18.10.2023, 13:32 – geändert Mittwoch 18.10.2023, 17:25
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Es bestand keine der damals noch üblichen Notwendigkeiten (Schwangerschaft) zu heiraten, außer dass sie Geld brauchten.
😇
Beide im Studium, der Lebensunterhalt wurde erjobbt, Die anfängliche Studentenbude ( 1,5 Zi, kein Bad, keine Küche, nur Herd, WC, Kühlschrank - alles zur Untermiete, ) war zu klein geworden, die neue Bleibe eine wahre Bruchbude, aber immerhin etwas größer.
Geld war nicht da – erst recht nicht für eine Feier.
Die Nacht vor der Trauung wurde das Duschbad (mit zu Explosionen neigendem antiquiertem Durchlauferhitzer) sehr sehr laienhaft vom Bräutigam saniert: gefakte Fliesen aus Pappe an die Wände genagelt.
Die Trauung erhielt einen feierlichen Anstrich dadurch, dass der zukünftige Ehemann sich eine neue Lederjacke gönnte. Für einen Brautstrauss fehlte Geld, Aufmerksamkeit, Liebe. Die Eheringe hatte die Braut besorgt.
Das Brautpaar traf auf die jeweiligen Eltern vorm Standesamt. Sie fungierten als Trauzeugen. Die Bräutigammutter war entsetzt: „Wo ist denn der Brautstrauss?“ Antwort: „Der WAS?“
Nach sachbezogener Zeremonie ging es zum Essen ins Hafenrestaurant. Danach wurde das Duschbad weiter bearbeitet. Es hielt nicht mal so lange wie die Ehe.
Aus. Ende.
Konnte ja nicht gut gehen.
(C)ecily