HIRSCH HEINRICH Teil 3
Von
egalis
Samstag 05.12.2020, 18:42
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
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egalis
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Opa trank einen weiteren Schluck von seinem Rotwein, um die Gedanken neu anzuregen.
„Bitte, bitte, Opa, wie geht’s denn nun weiter? Erzähle doch, was passiert nun mit dem Hirsch Heinrich und seinen Freunden?“
Lenchen brabbelte auch ‚ladl, ladl, ladl’, was man ohne weiteres als „Mach weiter, Opa“ übersetzen konnte.
So begann der Schwarzwälder Opa weiter zu erzählen:
Die Freunde haben mindestens drei Stunden geschlafen, als Klara den Sebastian anstupfte: „Sebastian, wach auf!“. Sebastian schlief aber fest und schnarchte dabei.
„Eichhörnchen können auch schnarchen wie du und Papa?“, fragte Patrick und sah Opa dabei an. „Na klar und gar nicht so leise“, sagte Opa. „Manchmal hört es sich an, als ob im Wald ein Baum umgesägt würde, dabei ist es aber nur ein schnarchendes Eichhörnchen.“ Opa schmunzelte dabei.
Klara musste Sebastian sogar in seinen buschigen Eichhörnchenschweif zwicken, bis er prustend aufwachte. „Was ist los, Klara? Warum weckst du mich?“
Klara zeigte auf ein helles Licht, welches etwa zwei- bis dreihundert Meter von ihnen entfernt zu sehen war. „Ich habe ein lautes Rauschen in der Luft gehört und ein helles Licht vom Himmel fallen sehen und davon bin ich aufgewacht“.
In der Zwischenzeit hat es auch aufgehört zu schneien und am Himmel blitzten und funkelten Tausende von Sternen auf die Erde herab. Ein kleiner Teil vom Mond war zu sehen, was aussah, wie so ein Hörnchen aus einer Bäckerei, nur dass es leuchtete.
Klara und Sebastian dachten, dass es wohl das Beste sei, wenn sie auch Heinrich und Eduard wecken würden, um gemeinsam zu beratschlagen, was zu tun ist.
Sie kletterten von ihrem Aussichtsturm herab und weckten die beiden auf. Eduard war gleich wach und begann sich nach Kaninchenart sofort zu putzen und den Schlaf aus den Augen zu reiben. Aber Heinrich war gar nicht gewillt aufzuwachen. Selbst die Schneeballen, die die Hörnchen von den Bäumen warfen, halfen nichts.
Da hatte Eduard eine gute Idee: Er setzte sich mit seinem weichen Fell direkt auf Heinrichs Nasenspitze. Die Haare von Eduard kitzelten den Hirsch so in seinen Nasenlöchern, dass er heftig niesen musste und dabei Eduard sogar ein stückweit fortpustete.
„Hatschi“, machte Heinrich und wachte gerade aus einem bösen Traum auf, in dem der Oberförster Kleinmeier sich im Moment mit einer Motorsäge seinem stattlichen Geweih näherte.
„Gut, dass ihr mich geweckt habt!“, und er schüttelte sein Geweih um zu sehen, ob wirklich noch alle Spitzen dran waren.
Die Eichhörnchen erzählten Eduard und Heinrich von ihrer Beobachtung. Die Abenteuerlust packte unsere vier Freunde und unter Führung von Klara und Sebastian bewegten sie sich vorsichtig, aber ängstlich, auf das geisterhafte Licht zu. Am Rand einer Lichtung sahen sie ein kleines Kind in einem weißen Kleidchen, welches über und über mit Goldfäden bestickt war, auf einem großen Haufen Pakete sitzen und weinen.
Das Kaninchen war sehr tapfer und hoppelte als erstes auf das kleine Wesen zu, stellte sich auf seine Hinterbeine und mümmelte: „Was tust du denn hier mitten im tiefen Tannenwald, ganz alleine?“ Das kleine Kind hörte auf zu weinen und war auch gar nicht erschrocken, als der große, mächtige Heinrich die Lichtung betrat und die Eichhörnchen gleich zutraulich auf seine Schultern hüpften.
„Habt ihr noch nie etwas vom Christkind gehört?“ fragte das Kind. Die vier schüttelten die Köpfe und Heinrich schaufelte dabei mit seinem großen Geweih eine geballte Ladung Schnee von einer kleinen Tanne. „Heute ist doch die Heilige Nacht und das Christkind un der Weihnachtsmann besuchen alle Kinder und bringen ihnen ein kleines Geschenk und was noch viel wichtiger ist: Sie bringen den Menschen eine frohe Botschaft von Freude und Friede.“
„Aber wo ist denn der Weihnachtsmann?“
Das Christkind musste jetzt schon wieder etwas lachen und erzählte, wie es gekommen sei, dass es nun mutterseelenallein im tiefsten Schwarzwald sitzen muss und was noch schlimmer ist: Den Kindern nicht die Weihnachtsgeschenke bringen kann.