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Glück und ich ... : Jajaah!

Von tastifix 12.04.2020, 07:32 – geändert 12.04.2020, 07:42

Das Schicksal meint es gut mit mir. Ich habe keine Ahnung, wieso es ausgerechnet mich begünstigt und dies sogar gleich mehrmals in Folge ...

Zunächst mache ich mir nur flüchtige Gedanken deswegen. Sie bringen keinesfalls des Rätsels Lösung und so ziehe ich notgedrungen die Tiefenpsychologie zu Rate. Sie wissen ja: Die krempelt die ganze Kindheit um, um den Grund für irgendetwas zu suchen. Findet sie den nicht, dann wird eben einer erfunden. Also werde ich mein eigener Psychologe auf der Suche nach einer Begründung, wieso ich stets auf der strahlenden Sonnenseite des Lebens stehe. Die präsentiert sich dermaßen gleißend, dass es kaum mehr länger zu ertragen ist.

Als es mich zum ersten Male auserkoren hat, schwebe ich für fast fünf Minuten im Freudentaumel, bis mich ein winziger, versteckter Hinweis ausgesprochen grob aus der Euphorie heraus- und auf den Boden der Tatsachen zurück katapultiert.

Beim zweiten Male, das sich selbstverständlich zu einem Zeitpunkt ergibt, als mein Gedächtnis den damalig erlittenen Schock fast gelöscht hat, hält die Euphorie nur unnennenswert kürzer an, so ungefähr viereinhalb Minuten. Leider lotsen meine Gehirnwindungen danach die Erinnerung an ihn aus der tiefsten Erfahrungdächtnisschublade hervor, eine Flucht ist mir unmöglich und der Verstand setzt wieder ein. Seufz!

Es vergehen Wochen, es vergehen Monate, das Glück scheint mich endgültig vergessen zu haben
wie mein Gedächtnis das Glück auch. Mit keinem Gedanken gedenke ich also mehr der überschwänglichen Freude, immerhin für insgesamt neuneinhalb Minuten ein Glückskind gewesen zu sein. Der Alltag nimmt den gewohnten Lauf. Nichts Besonderes geschieht.

Nach beinahe einem Dreivierteljahr erinnert sich das Glück meiner. Es hat wegen des langen Schweigens ein furchtbar schlechtes Gewissen und flattert mir eines Morgens gänzlich überraschend , als ein roter Briefumschlag ins Haus. Sie wissen ja: Rot ist die Farbe der Liebe! Die wieder aufgekeimte Liebe des Glücks zu mir armen Menschenkind präsentiert sich diesmal sogar dunkelrot.

Zwischen meinen zitternden Fingern halte ich das schicksalhafte Papier:
´Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben sich vor etwa neun Monaten an unserem Preisausschreiben beteiligt. Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass Sie als Hauptgewinnerin der Ziehung sage und schreibe 50.000 Euro gewonnen haben! Damit wir Ihnen den Scheck aber auch zustellen können, bitten wir Sie höflichst, uns zuvor 200 Euro zu überweisen!!

Nochmals unseren aller herzlichsten Glückwunsch!!
Ihre Peng-Gesellschaft`

„PENG!!“

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