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Geteilte Arztpraxis und Menschen mit fiktiven Name

Von pamse Samstag 03.10.2020, 11:25 – geändert 04.10.2020, 14:48

Der dritte Termin für meine Spritze in das rechte Auge war einen Tag vor dem Islamischen Feiertag Bairam. Das Ende des Fastenmonats. Ich bin nicht diesem Glauben verbunden. Mein Termin war um 10uhr .Es war ein warmer Morgen und damit ich nicht so erhitzt bin, nahm ich den schönen kleinen Aufzug in diesem Ärztehaus. Die Praxis ist auf dem Treppenabsatz zum nächsten Stockwerk. Ich fahre also hinauf .Der kleine sanfte Ruck und ein feines Glöckchen sagen mir das ich nun im richtigen Stockwerk bin. Wie von Geisterhand schiebt sich die Schutztüre auf und während ich zur Außentüre greife sehe ich-jede Menge Mitpatienten durch die Glaseinlage in der Tür .Ich öffne und trete heraus. Ich grüße verwundert in die Runde in der auch mein Augenarzt mit MTA steht.,
,Ach´´ sage ich mit einem schmunzeln,, heute ist also der Tag wo protestiert wird´´.Aus fast allen Mündern kommt eine Info- das der Praxispartner Herr Afghanistan welcher den Schlüssel hat-- nicht da sei. Ein Telefonanruf an ihn sei schon erfolgt.
Links von mir am Fenster stehen Herr und Frau Freundlich mit der Schwiegermutter Frau Stehnichtgut. Daneben mein Augenarzt und seine MTA Fräulein Schönelippen. Dann Herr Trolli mit Hawaii Hemd( und Trolli)Daneben steht das ältere Ehepaar Mirsagennix. Und Frau Redeschwall.

Frau Freundlich sagt, das es doch der Ramadan sein könnte der ihn abhalte . Ja es wäre bekannt das Doc Afganistan im Urlaub sei aber dennoch sei am heutigen Tag eine geöffnete Praxis erwartet worden. Ein Klingelton unterbricht die Worte. Mein Augenarzt nimmt an. Es ist Doc Afganistan- der sagt das er heute noch Urlaub hätte und das er den Urlaub unterbrechen müsse wäre ungeheuerlich, er wäre aber unterwegs. Wir zerbrechen uns alle noch ein wenig den Kopf und dann kehrt Ruhe ein.
Ich bemerke wie Frau Stehnichtgut sich in ihre zwei Krücken hineinstützt und unruhig steht. Sie hat meine Gewichtsklasse oder ein wenig mehr.Sie ist frisch operiert bemerkten die Freundlichs vorher. Mir wird die Situation klar das Frau Stehnichtgut sich gerne setzen würde.

Jetzt fiel mir mein Kerbebesuch ein, in diesem Sommerurlaub. Es war der letzte Urlaubstag und im Sinne von Abenteuer machte ich eine Excursion mit verschiedenen Bussen zum Kerbeplatz im weiteren Ort entfernt. Schon unterwegs fing es an Hunde und Katzen zu regnen und ich war mit Sandalen und dem feinen Kerbekleidchen unterwegs. Als ich auf dem Kerbeplatz ankam räumten die ganzen Beschicker schon ein. Ich telefonierte mit meinem Mann der mich von dort-wie vorher ausgemacht- abholen würde wenn seine Spätschicht beendet ist. Ich kaufte mir ein Weizenbier und wollte mich setzen. Aber auf allen Bänken stand das Regenwasser in den schönsten Mustern. Keine Chance zum sitzen. Kein Plastikbeutel, keine Papiertücher, kein Handtuch- nichts was mir hätte die Bank trocknen können. Da kam mir der Gedanke, das die hässlichste meiner Taschen, mir jetzt gerade gute Dienste leisten würde. Es ist eine Umhängetasche aus Kunstleder, so etwa aus den 80igern in DIN A4 Größe. Sie hat einen gleichgroßen Umschlag auf der Vorderseite. Sehr gut für Arztbesuche in die ich dann meine im Ordner befindlichen Papiere sehr gut verstauen kann. Ich wischte mit der Hand das gröbste Wasser weg und klappte die Tasche auf und setzte mich auf den Innenteil und saß im trockenen--mitten im Nassen. Der Tascheninhalt wurde mit dem Reisverschluß geschützt. Das Bier schmeckte gut auf einmal- die Musik war sehr gut- Oldies aus den 80 igern. Ich war happy und entschädigt.


Nun unterbrach ich die Stille im Treppenhaus und sagte in Richtung Frau Stehnichtgut das sie sich bestimmt gerne setzen würde-aber wohin. Zur Not könne man doch den in der Ecke stehenden Blumenkübel seiner Aufgabe kurzfristig entbinden und ihn herumdrehen und sie könne sich darauf setzen. Verwunderung und raunen ging durch die Menge. Mein Vorschlag war wohl nicht so toll. Ich lies die anschließende Ruhe auf mich wirken. Dann fiel mir meine Handtasche ein die nur auf ihren Einsatz wartete.,,Ach da hab ich noch eine Idee ´´ich fasste den Trageriemen an, hob die Tasche weit über meinem Kopf und ging zur Geplagten. So klappte ich die Tasche auf, legte sie- wie auf der Kerb -auf die Stufe die zum nächsten oberen Stockwerk führte .,,Wenn ich ihnen damit dienen kann können sie sich gerne darauf setzen´´.Ehepaar Freundlich überschlug sich förmlich und waren heilfroh. Beide nahmen die Krücken der Frau entgegen und packten die bereitwillige Frau Stehnichtgut an ihren Armen .Sie drehte sich und nahm schon die Sitzhaltung ein indem sie sich nach vorne und den Hintern in Richtung Treppe beugte. Die Freundlichs stemmten jeweils einen Fuß gegen die Stufe so daß Frau Stehnichtgut praktisch nicht zu hart zu Fall kam.

Dennoch war es eine gewaltige Einwirkung wenn man jetzt nur an die letzten 10 cm vor dem Aufprall dachte. Ich sah genau was kommt, denn es waren derzeit keine trainierten Beine welche auch in der Hocke das Körpergewicht halten konnten. Die Beine der Frau vereinnahmten noch ein gutes Drittel der Tasche--also auch des darin befindlichen Inhalts. Und mein Handy war immer Griffbereit--ganz oben in der Nähe des Reisverschlusses.
Ich hörte Stimmen im Kopf -die sagten --selbst Schuld wenn du dich so hervor tun musst--keiner ist so bekloppt und macht so was--wenn das Handy kaputt ist dann biste selber Schuld und wag dich das du dich beschwerst.
Ich betete ganz schnell an den Mammon aller Handys und siehe da der Aufzug wurde unten gestartet und der Doc Afghanistan kam noch dazu.
Allgemeines Aufatmen. So ging alles seinen Gang wie immer in dem Wartezimmerbereich in der Versorgung mit Augentropfen und Betäubung des jeweiligen Auges.Nebenbei hörte ich wie es einen Dialog gab zwischen der vorher telefonierenden MTA und dem Doc. Es ging um den Schlüssel dieser Ambulanz. Doktor Afghanistan dachte er habe ihn in meiner Augenarztpraxis abgegeben und es basierte alles warten auf einem Missverständnis. Diese Ambulante Praxis ist wie der Namen schon sagt ,auch für andere kleine Op´s verfügbar.Und der Mieter ist nun mal dieser Dr, Afg.und unser Augenarzt hat diesen Sterilen Raum gemietet das er dort operieren kann.Nun was die Herrschaften intern beredeten blieb uns Patienten verborgen.

Wir merkten nur das außer den Augenpatienten niemand in der Praxis war.sO hielt er sich an seinem Freien Tag bei uns auf ohne weißen Kittel und kam in den Warteraum und sprach freundlich und ruhig zu uns, das er sich entschuldige und das nicht so gemeint hätte. Er wünsche uns allen einen guten Tag und ging in seinen Raum. Anscheinend wartete er, bis alle Patienten versorgt waren und ging dann auch nach Hause.

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