Für Edgar
Von
Fiddigeigei
Dienstag 04.06.2019, 10:25 – geändert Dienstag 04.06.2019, 10:30
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Fiddigeigei
Dienstag 04.06.2019, 10:25 – geändert Dienstag 04.06.2019, 10:30
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Edgar war mir ein guter Schreibfreund aus dem Saarland und wir haben uns über das FA gefunden. Nun ist der Edgar ganz plötzlich gestorben. Da dachte ich an diese Geschichte, die ich ihm widme und die zeigt, es gibt Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Hilde und Eduard
glücklich waren sie, richtig glücklich beinahe 50 Jahre waren sie zusammen. „Untrennbar“ sagten ihre Freunde und Bekannte. Nie hat jemand Hilde oder den Eduard alleine gesehen und trotz ihres Alters fassten sie sich wie zwei frisch Verliebte an den Händen und wenn es einen von ihnen überkam, drückte er den anderen fester als Zeichen, dass man gerade besonders lieb an ihn dachte.
Doch vor 2 Jahren wurden sie von einander getrennt. Hilde ging wohin, wo ihr Eduard nicht folgen konnte.
Nun war Eduard alleine auf dieser Welt gelassen und er gewöhnte sich an mit Hilde zu sprechen, ohne Antwort zu erwarten, aber doch wusste er, sein Hildchen hört ihm zu und im Traum antwortete sie ihm auf alles was ihn bewegte.
Eines Tages dachte er sich, „ich bin des Alleinseins müde“ und weil er keinen Menschen fand, der mit ihm sprechen wollte, bestellte er sich- nach Rücksprache mit Hilde- bei einem Pathologischen Institut ein echtes weibliches Knochengerüst, welches Kathi hieß. Kathi war ihm eine große Hilfe im Haushalt und anspruchslos. Gleich stellte er fest, dass die Kathi beim Essen nur sapperte und was sie sich oben hineinschob einfach durch die Knochen wieder auf dem Boden landete. Kathi schüttelte daraufhin ihren knochigen Kopf und kochte nach dieser Erfahrung nur noch für Eduard alleine, setzte sich aber mit an den Tisch und sah Eduard beim Essen zu.
Oft gingen Kathi und Eduard zusammen spazieren. Dazu zog Kathi die Kleider von Hilde an, die aber nicht passen wollte und um Kathi herumflatterten. Eduard störte das nicht, er fand Kathi hübsch und dachte dabei an seine Hilde. Die Nachbarn drehten sich anfänglich nach dem eigenartigen Paar um, aber man gewöhnte sich und grüsste sich freundlich.
Eines Tages, Kathi und Eduard gingen wieder einmal spazieren, als Kathi den Eduard immer weiter und weiter zog und plötzlich war Kathi verschwunden. Eduard sah sich erstaunt um und aus einem hellen Licht was ihn blendete trat ihm seine Hilde entgegen und sie nahmen sich bei den Händen, wie sie es schon immer getan hatten und traten in eine neue Welt ein, in der man keine Trennung mehr kennt.
Die Hoffnung auf ein Wiedersehen stirbt zu letzt.
Carlos-Oskar