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Feechen erzählt: Denkste, der gehört mir!!

Von tastifix Samstag 13.06.2020, 13:59

Senta und ich, inzwischen Teenager, interessierten uns immer mehr für die vierbeinige Männerwelt. Ich galt als ein ausgesprochener Glückspilz, denn ich hatte zu hause gleich zwei Kavaliere, meinen vierbeinigen Chef Knödel und seinen jüngeren Freund Quinny. Ich erzog sie mir bestens. Die Zwei erzog ich mri bestens. Als Frau kennt man ja so einige Tricks ...

Solange ich nicht versuchte, Knödels Futter zu klauen, durfte ich mir viel erlauben. Dann jedoch wurde der ziemlich wütend und knurrte mich drohend an. Aber davon abgesehen saßen die Zwei brav in meinem Patsch-Pantoffel. Ich war sehr stolz auf Knödel, dem Beau auf vier Beinen, um den mich alle Weibchen aus unserem Stadtteil beneideten. Er ertrug die verrückte Schwärmerei mit hochnäsiger Gelassenheit. Der wusste, wer er war! Wenn die ihn nur von weitem anhimmelten, war alles okay. Ich war mir sicher, dass Knödel, selbst dann, wenn sie sich ihm zu Füßen warfen und ihm dabei schöne Augen machten, nicht auf die herein fiel. Er war nämlich sehr wählerisch. Kein Wunder, denn er hatte ja mich und ich war, so sagte Frauchen jedenfalls immer und ich gab ihr da gerne Recht, ziemlich attraktiv. Entschuldigung, aber man soll sein Licht nicht untern Hocker (oder wie das heißt ... ) stellen.

Manchmal ärgerte es mich aber denn doch, wie meine Konkurrentinnen sich bei Knödels Anblick benahmen. Es hätte oft nicht viel gefehlt und die wären umgekippt wie die Menschen-Teenager damals bei den Beatles. Platt wie ein Plätzchen legten sie sich ihn auf den Boden. Wenn sie Glück hatten, beschnupperte er sie gnädig und sie waren dermaßen hin und weg und futsch ...
Und eines Tages musste ich beleidigt feststellen, dass auch Sentas Hundeherz in Flammen stand. Aber noch bewies sie sich als echte Freundin und riss sich mir zuliebe zusammen.
„Wie lange das wohl noch gut geht?"
Argwöhnisch ließ ich sie nie mehr, wenn wir Vier zusammen waren, aus den Augen. Würde sie oder würde sie nicht ... ?
Tja, und eines Tages passierte es. Senta schwänzelte direkt vor unserer Haustür auf Knödel zu, duckte sich, schleckte ihm tatsächlich das ganze Gesicht ab und hörte gar nicht mehr auf damit. Und dies alles in meiner Gegenwart! Zudem quietschte sie dabei auch noch in den höchsten Tönen.
„Wuff! Knööödeelchen!!“
Der fand diese Extra-Dusche ekelig und drehte sauer den Kopf zur Seite.
„Lass das!"
Aber sie hielt sich dran.
„So nicht, knurr!“
Meine Nackenfell sträubte sich, meine Augen schossen wütende Blitze in Richtung meiner angeblich besten Freundin und dann ging`s rund.
„Biste eigentlich bekloppt!", drohte ich zähnefletschend. „Hör sofort auf damit, sonst ... "
Doch Senta vertraute auf unsere enge Freundschaft und machte weiter.
„Du hast wohl nen Sprung in der Schüssel!!"
Mit einem Satz hechtete ich zu ihr, packte sie im Nackenfell und kniff zu. Nicht besonders feste, aber so, dass sie einen furchtbaren Schrecken bekam.
„F... Fee!", winselte sie.
Bibbernd vor Angst warf sich Senta vor mir auf dem Boden. Wütend baute ich mich über ihr auf.
„Lässt du jetzt von Mato ab oder etwa immer noch nicht?", ahmte ich T-Rex aus dem Vor-unserer-Zeit-Film nach. Senta schrumpfte immer mehr zusammen. Der war bestimmt hundeelend. Sie guckte nämlich genau in mein weit geöffnetes Maul und auf mein sehr gesundes Schäferhund-Gebiss.
Ich war der Meinung, dass ich noch deutlicher werden müsste, damit sie endlich verstand, wie ernst es mir mit der Drohung war.
„Duhuuh, der gehört mir!!"
Zu ihrem Glück kapierte sie es denn recht fix. Immer noch schlotternd, wusch sie mir winselnd die Schnauze.
„Ich mach das bestimmt nie, nie wieder!"

Ihr Augenaufschlag und zusätzlich das Wimmern besänftigten mich zu meinem eigenen Ärger viel zu rasch. Denn ich hatte sie lieb und hätte sie ja sowieso nie richtig gebissen. Besänftigt ließ ich von ihr ab. Senta strampelte sich wieder hoch und stand dort völlig geknickt. Prompt tat sie mir sehr leid und ich tröstete sie auch noch:
„Senta, komm, wir vertragen uns wieder. Ich mag dich viel zu sehr, um Dir lange böse sein zu können!!“
Eins muss ich ihr lassen: Sie hat sich ihr ganzes Hundeleben lang an ihr Versprechen gehalten und wir blieben die besten Freundinnen.


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