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Erlebnis in der Kita

Von tastifix Freitag 19.07.2024, 11:10 – geändert Samstag 20.07.2024, 06:34

Im Sommer fand das Kita-Fest statt. In sengendem Sonnenschein und über 30 Grad Hitze... Drei Tage vorher war ers die reine Hölle: 32 Grad, irre schwül und trotzdem nahte noch kein richtiges Gewitter.
Dann war es soweit. Mein Schwiegersohn hatte mit T. ein kurzes englisches Liedchen eigeübt, dass sie zum Schluss der Veranstaltung vortragen wollten. Er ist Chorsänger am Theater. T., 3 Jahre jung, hat die Musikalität geerbt und trällert am liebsten den halben Tag lang herum.
Ausgesprochen guter Laune fuhren wir also gen Essen. Die verging uns aber, je näher wir unserem Ziel kamen. Erst fisselte es nur, danach regnete es stärker und dann prasselte es nieder wie aus Eimern. Selbst die Fantasie half nicht mehr:
´Da ist doch nen Loch, da schimmerts blau durch`, blieb uns in der Kehle stecken.
Der Wagen kämpfte sich im Schneckentempo durchs Straßenplanschbecken. Sichtweite zeitweise nur um die 100 Meter.
„O je, das kann ja heiter werden, mit all den Kindern die ganze Zeit im Haus!“
Gut, dass T. ihren Pippi Langstrumpf-Regenschirm bei sich hatte. Darum mochte sie dann selbst den Regen und bestand lautstark darauf, bis zur Eingangstür mit aufgespannter Pippi Langstrumpf vorweg zu marschieren. Im Flur drängten sich Eltern, Kleinkinder und auch Kleinstkinder. Die zum Glück bei Mama oder Papa auf dem Arm, denn sonst wären sie in der Enge vielleicht fast erdrückt worden. .

Obwohl sich alles drinnen abspielen musste, waurde es ein sehr vergnüglicher Nachmittag.Die Räumlichkeiten waren sehr liebevoll geschmückt sowie ein Olympiaprogramm für Groß und Klein (samt Lorbeerkränzen, Urkunden und Olympiafahnen) zusammen gestellt worden. Groß und vor allem Klein war begeistert, rutschte sich fast den Po wund, hüpfte über Mini-Hürden von 20 cm Höhe, erklomm ein Klettergerüst und schaukelte auf einer Wippe, kroch durch Tunnel, ließ in einem Becken Korkenschiffe auf Strohhalm-Pust-Kommando zur anderen Seite schwimmen und erfrischte sich zwischendurch an Salaten, Würstchen und ganz viel Apfelschorle. Genauso hielt es dann unsere Kleine. Mehrmals marschierte sie los und bestellte sich etwas, ohne uns zuvor gefragt zu haben. Wir verlegen fix hinzu, um zu bezahlen. Es war eben T.`s zweites Zuhause, sie fühlte sich offensichtlich Kindergartenkind wohl, zumal zwei Freundinnen und ein etwas älterer Verehrer um sie herum tanzten.

´Omi, ich will mit Dir rutschen!“
Hui! Die Rutsche war eine steile Wendelrutsche und husch landeten wir eine Etage tiefer direkt vor dem Olympia -Turnsaal. Ich fühlte mich plötzlich sehr viel jünger. Um ein Haar wäre ich hinter T. her fast auch durch den Tunnel gekrabbelt. Nur meine Größe hielt mich davon nab, Vielleicht wäre ich ja gar steckengeblieben? Und was dann …?
T. war sofort sprtlich zugange. Sie kämpfte sogar mit einer Schaumstoffstange gegen einen älteren Jungen. der, anscheinend sehr sensibel, nicht fest zuschlug. Es endete denn unentschieden und T. guckte ziemlich zufrieden drein. Es fiel mir soundso auf, dass keines der Kinder etwa weinte, sondern alle lachten und Spaß hatten. Und deshalb die Erwachsenen ebenfalls.

Wegen des umfangreichen Programmes vergingen die Stunden wie im Fluge. Irgendwann dann hing auf so manchem Arm ein total erschöpftes bleiches Etwas, kaum mehr fähig, einen leisen Muckser von sich zu geben. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich der Event dem Ende näherte. Und schon wurde T.`s Auftritt mit ihrem Vater beziehungsweise eher Vaters Auftritt mit seiner T. angekündigt. Sicherheitshalber erkämpfte ich mir einen Stehplatz direkt in ihrer Nähe. Man konnte ja nie wissen … Das Mikro wurde aufgestellt, die Zwei davor platziert, T. auf Papas Arm. Strenggenommen stand ja nun sie im Mittelpunkt, ihr Vater hatte nur eine unterstütende Funktin inne. So dachte wahrscheinlich T.. Mein Schwiegersohn begann in Lautstärke 300 zu schmettern. Unsere Kleine schmetterte nicht ganz so laut, aber genauso engagiert, mit. Ich klatschte leise, um ihr zu zeigen, wie sehr es mir gefiel. Sie strahlte. Des hielt dann an etwa bis zur zweiten Hälfte des Liedes.

Dann jedoch ... Der Auslöser war T.`s Erkältung. Plötzlich zog sie eine Babyschnute und relativ laut die Nase hoch. Für wenige Sekunden verhinderte es das Schlimmste, doch danach nicht mehr, die Nase tropfte und es war um T.`s Gelassenheit geschehen. Sie streckte den Kopf noch näher ans Mikro vor und brüllte hinein, so laut sie konnte:
„Naaaase läääuuuft!!“
Sauer auf die olle Nase, strampelte sie heftig, rutschte ihrem Papa, der unbeirrt weiter sang, vom Arm, landete auf dem Boden und brüllte dort, noch wütender, weiter. Die Nase lief noch heftiger. Mit einem Tempo bewaffnet lief ich zu der Kleinen und stoppte das freche Ding.
„Ich bin ja so stolz auf Dich!“ , flüsterte ich ihr zu.
Tja, ob des dazu beitrug oder es einfach derGrund war, dass die Laufnase nicht mehr lief - keine Ahnung, Vielleicht auch beides. Jedenfalls besänftigte es sie auffalend fix. Sie ließ sich wieder hoch hieven und sang weiter mit, als ob nichts gewesen wäre. Klar, dass T. dröhnenden Beifall bekam und ihr Vater denn auch etwas.

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