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Erkenntnis

Von ehemaliges Mitglied Dienstag 05.03.2019, 13:17 – geändert Dienstag 05.03.2019, 13:17

Also manches Mal geistert in meinem Kopp ein Gedankenkreisel herum, der möchte sich erst verabschieden, nachdem er aufgeschrieben wurde.
So steckt in meinem Kopf seit einigen Tagen der Ausruf: "Wat bin ick doooof!" Gewiss gibt es einige, die jetzt denken: Selbsterkenntnis ist der Weg zur Besserung. Oder auch: Dazu hat sie aber lange gebraucht.

Hat sie.

Erste Information: Neulich las ich, dass ein Mann ganz kategorisch von sich behauptete: "Ich helfe meiner Frau nie!" Nicht ganz stubenrein, was ich da so dachte.
Am Ende aber... doch das kommt noch.

Zweite Information: "Die brave Eh`frau kocht mit Fleiß, des Ehegatten Lieblingsspeis`." Meine Schwiegermutter war sehr entsetzt, dass es bei uns nicht immer den Sonntagsbraten gab, den, wo Ehefrau stundenlang brutzelt und tut und macht und noch ein Pudding dazu. Klar, zum Kaffee Selbstgebackener. Was sie geflissentlich übersah: Die faule Hausfrau arbeitete und zwar letztlich an jedem Tag, sie musste sonntags korrigieren, vorbereiten. Das Vorhandensein zwei Kinder war eigentlich gut zu bemerken.

Dritte Information: In meiner Fibel stand dies Gedicht: Auf einer Meierei. Für die, die es nicht mehr kennen: Das Gedicht Das Huhn und der Karpfen von Heinrich Seidel
Das Gedicht Das Huhn und der Karpfen aus der Sammlung Gedichte für alle Fällewww.gedichte-fuer-alle-faelle.de

Dieses "mirakelte, spektakelte, also ob`s ein Wunder sei" spukte mir oft genug auch im Kopf herum. Vor allem dann, wenn er mir erklärte, wie schweißtreibend das Staubsaugen sei, wie anstrengend Abwaschen und dass er tatsächlich sich der Wäsche erbarmt hatte und sie nun, ja so eben ähmm, auf der Leine bammelte.

Letzter Weg zur Erkenntnis:
Der junge Mann erläuterte, warum er nicht helfen würde. Ganz einfach: Auch er wohne dort, fühle sich mit verantwortlich für das, was zu Hause geschieht. Es sei ihre gemeinsame Sache.

Ich dumme Trine! Stimmt. Helfen ist ein nettes Entgegenkommen und so. Aber ohne eigene Verantwortung, eher Barmherzigkeit.
Da meine ich, emanzipiert zu sein und klebe an diesem Helfen immer noch.

Andererseits: Ein Lob an alle Mütter, auch die meiner Schwiegersöhne, die diesen Paradehandtuchspruch von dunnemals ignorieren und die Jungs zu echten Kerlen erzogen haben.

Der Frauentag steht vor der Tür - zum weiteren Tag des deutschen Blumenhandels sollte er nicht verkommen.

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